Bayerns Ministerpräsident Söder will offenbar Seehofer als CSU-Chef ablösen

Zehn Jahre stand Horst Seehofer an der Spitze der CSU. Noch vor der Weihnachtspause könnte laut einem Medienbericht Markus Söder auf den Posten rücken.

Markus Söder
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Schon am nächsten Wochenende soll der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ganz offiziell erklären, dass er das Amt des CSU-Parteichefs anstrebt. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Zuerst hatte der "Münchner Merkur" darüber berichtet.

Demnach habe Söder bereits parteiintern deutlich zu erkennen gegeben, dass er den Posten übernehmen will. Dem Bericht zufolge wolle die Partei noch vor der Weihnachtspause bestimmen, wer auf Horst Seehofer folgt, der die CSU zehn Jahre anführte und in den vergangenen Monaten deutlich in der Kritik stand.

Der Schritt wäre auch deshalb ungewöhnlich, weil der Ministerpräsident Söder trotz heftiger Niederlage bei den Landtagswahlen an die Parteispitze rückt. Im Gespräch für die Seehofer-Nachfolge ist auch der CSU-Europapolitiker Manfred Weber, der sich derzeit allerdings auf seine Kandidatur als EU-Kommissionspräsident konzentriert.

Chance für neues konservatives Duo

Seehofer hatte Söder in der Vergangenheit bereits angeboten, den Parteivorsitz zu übernehmen, etwa beim CSU-Parteitag im Dezember 2017. Der lehnte jedoch ab, unter anderem, weil er in Berlin nicht mit der CDU-Parteichefin Angela Merkel an einem Tisch habe sitzen wollen, heißt es in der "SZ". Die Bundeskanzlerin kündigte an, den CDU-Parteivorsitz im Dezember abzugeben. Kanzlerin will Merkel bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 bleiben - als CSU-Parteichef hätte Söder also vorerst weiterhin mit ihr zu tun.

Mit den neuen Anwärtern für die CDU-Spitze gebe es hingegen keine Probleme. Der Wechsel eröffne demnach die Chance für ein konservatives Duo, bestehend aus Söder und Jens Spahn oder Friedrich Merz - aber auch die unbelastete Beziehung zu Annegret Kramp-Karrenbauer ermögliche neue Perspektiven für das zuletzt angekratzte Verhältnis zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU.

Am Dienstag soll Söder nun zuerst vom bayerischen Landtag erneut zum Ministerpräsidenten gewählt werden.



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tin

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