Kreuze in Behörden Söder gibt sich verwundert über Kritik der Kirchen

"Sehr, sehr schade": CSU-Ministerpräsident Söder reagiert auf die Kritik an dem Beschluss, in allen bayerischen Behörden Kreuze aufzuhängen. Ausgerechnet die Haltung der Kirchen gefällt ihm nicht.

Markus Söder
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In jeder bayerischen Behörde soll ein Kreuz hängen. Mit dieser Initiative hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bundesweit für Aufregung gesorgt - aus vielen Richtungen gab es Kritik. Söder zeigt sich enttäuscht, besonders wegen der Reaktion der Kirchen.

"Ich finde es sehr, sehr schade, wenn wir darüber jetzt einen Streit führen", sagte er am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". "Und manchmal wundere ich mich sogar, dass dies aus kirchlichen Kreisen kommt. Denn da wär mir ehrlich lieber, man würde sich zum eigenen Kreuz bekennen, man würde sich zum Symbol der eigenen Religion dazustellen, anstatt es kritisch zu hinterfragen."

Auf Initiative Söders hatte das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, dass in allen Behördengebäuden unter der Verwaltung des Freistaats im Eingangsbereich ein Kreuz angebracht werden soll. Dies war unter anderem von den Kirchen als Instrumentalisierung des Kreuzes zu Wahlkampfzwecken kritisiert worden.

Tatsächlich findet in Bayern im Herbst die Landtagswahl statt. Söders Kreuz-Vorstoß, wie auch andere Äußerungen zum Islam, muss in diesem Zusammenhang gesehen werden.

Für ihn sei das Kreuz "in erster Linie ein religiöses Symbol", es gehöre "aber auch zu den Grundfesten des Staates", sagte Söder in der ARD. Es habe eine "identitätsstiftende, prägende Wirkung für unsere Gesellschaft".

Söder sagte, er wundere sich, dass "wir über Toleranz für andere Religionen reden und uns nicht trauen zu unseren eigenen Werten, unser eigenen Religion zu stehen". Es sei wichtig, "in den Zeiten in denen wir sind, ein Stück Selbstvergewisserung zu machen.



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mho/dpa



insgesamt 206 Beiträge
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Seite 1
r_dawkins 27.04.2018
1. na das ging dann wohl nach hinten los
Finde ich super, dass söder mit dieser absolut unnötigen Populismusnummer nicht durch kommt! Notfalls muss von der "unheiligen Allianz" der Kätzer und Haiden dagegen geklagt werden! Gut daran ist: Söder und der Generalsäkretär schwächen die AFD und die CSU gleichzeitig!
peterauslev 27.04.2018
2. Kirche und Staat
Gab es da nicht mal eine Trennung? Ob das Kreuz für Herrn Söder zu was auch immer gehört, darf er gerne mit sich selber ausmachen und sein Büro auch gerne mit Kreuzen und Papstbildern tapezieren, aber ansonsten hat das Kreuz in deutschen Amtszimmern nichts zu suchen, erst recht nicht per Dekret. Die CSU darf gerne über unsere jüdische, christliche und abendländliche Tradition schwadronieren, deshalb gehören Glaubensbekenntnisse noch lange nicht den politischen Raum. Religion ist Privatsache, so lange sie sich innerhalb der gesetzlichen Grundordnung bewegt. Wenn es dazu kommt, hoffe ich auf eine Klage in Karlsruhe.
kritischer-spiegelleser 27.04.2018
3. Ich verstehe den Aufschrei nicht.
Kreuze hingen jahrhunderte lang in deutsche Stuben. Und nur weil einige heute ihre "Weltoffenheit " zeigen wollen wird gegen Kreuze protestiert. Das zeigt aber eher Engstirnigkeit als Weltoffenheit!
s.l.bln 27.04.2018
4. Söder...
...fühlt sich ertappt. So rum wird ein Schuh draus. Mit Verwunderung hat das nichts zu tun. Schade, daß die Leute das bis zur Bayernwahl vermutlich schon wieder vergessen haben. Bestimmt findet er aber weitere Fettnäpfchen bis dahin. Ist ja noch ein wenig Zeit.
hemschbäscher 27.04.2018
5. reiner Populismus
Mehr ist das überhaupt nicht. Zusammen mit Seehofers "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" reine Wahlkampfpropaganda, damit die tolle CSU bei der Landtagswahl nicht noch weiter abfällt. Geschmacklos!
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