Martin Schulz Über SPD-Ministerposten soll erst nach Basisvotum entschieden werden

Martin Schulz will für die SPD ins nächste Kabinett. Doch wer welchen Posten bekommt, soll laut dem Parteichef noch nicht in den Koalitionsverhandlungen entschieden werden.

SPD-Chef Martin Schulz
DPA

SPD-Chef Martin Schulz


SPD-Chef Martin Schulz peilt nach SPIEGEL-Informationen ein Ministeramt in einer neuen schwarz-roten Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel an. Darüber war SPD-intern vor dem Parteitag vor einer Woche zwar debattiert worden, Schulz aber blieb hart, erfuhr der SPIEGEL aus der Spitze der Partei.

Wer für die SPD in das neue Kabinett eintritt und auf welchem Posten, will Schulz jedoch erst nach einem Ja der Parteimitglieder zu einer Großen Koalition endgültig entscheiden. "Über Personalfragen redet man am Ende von erfolgreichen Verhandlungen", sagte Schulz am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

Auch die SPD-Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern und Schulz-Vize Manuela Schwesig erklärte am Sonntag, ihre Partei wolle erst einen guten Koalitionsvertrag mit der Union aushandeln, und sich dann über das Personal verständigen.

Im Interview für den "Bericht aus Berlin" sagte Schulz auf Nachfrage noch, nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen "muss ich die SPD-Basis überzeugen, dass das ein gutes Ergebnis war. (...) Und wenn wir alles abgeschlossen haben, dann reden wir in der SPD über Personen." Die Mitglieder würden entscheiden, ob die SPD in eine Koalition eintreten dürfe. "Und dann weiß man, wer in die Regierung gehen kann."

Direkt im Anschluss an die Aufzeichnung des Interviews kam Schulz in der CDU-Zentrale mit Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer zu weiteren Beratungen über die Abläufe in der entscheidende Woche der Koalitionsverhandlungen zusammen.

cht/dpa

insgesamt 57 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
LvB 28.01.2018
1. Schulz ist der Beste
Ich kann es seit Monaten nicht verstehen, weshalb Martin Schulz nahezu von der gesamten Presse heruntergeschrieben und -geredet wird. Er ist der Beste in der SPD! Ich bin zwar strikt gegen eine GroKo, aber wenn es auch nach dem Mitgliederentscheid tatsächlich dazu kommt, dann ist das nicht die Schuld von Martin Schulz sondern einzig und allein von Frank-Walter Steinmeier, der seine eigene Partei öffentlich zu dieser Entscheidung genötigt hat. In diesem Fall sollte daher auch Martin Schulz Außenminister und Vizekanzler werden, sowie nach der Hälfte der Legislaturperiode das Kanzleramt übernehmen. Das muss unbedingt so ausgehandelt werden.
unglaublich_ungläubig 28.01.2018
2. Langsam hoffe ich wirklich...
Langsam hoffe ich wirklich, dass Schulz das Ding um die Ohren fliegt. Spätestens in der "Nacht der langen Messer" wird selbstverständlich über Ministerämter und Personal geredet, es steht also vor dem Mitgliedervotum bereits fest, wer was werden soll, und damit hat das gefälligst Bestandteil des Mitgliedervotums zu sein. Wäre ich Mitglied, wäre ich von meinem Vorsitzenden jetzt derart angefressen, dass ich allein schon deswegen mit NEIN stimmen würde, Herr superschlauer Buchhändler aus Würselen! Immer schön weiter mit Vollgas die SPD an die Wand gefahren... wer hätte gedacht, dass man sich Siggi zurück wünscht...
fluxus08 28.01.2018
3. In einer Regierung unter Merkel
wollte Schulz nie tätig werden. Wie tief muss man fallen, um jetzt doch Minister werden zu wollen? Schon in Brüssel hatte Schulz gezeigt, dass er nur Phrasen drischt, während er sich die eigenen Taschen füllt.
pragmat 28.01.2018
4. Herrn Schulz Nummer
Die Nummer von Herrn Schulz wird immer bizarrer. Erst kommt er aus Brüssel und will die SPD zur stärksten Partei im Bundestag machen und Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Dann versemmeln er und seine Partei die Bundestagswahl und werden zweite Wahl bei der Kür, worauf er unbedingt in die Opposition gehen will. Dann entscheiden er und seine Partei sich doch für eine Koalition, weil angeblich keine andere Partei mit der CDU/CSU eine Koalition bilden will. Auch dafür will er nicht stehen, sondern schiebt die Verantwortung auf die Mitglieder seiner Partei ab, denen er dann letztendlich vorenthält, ob er dann auch Minister wird. Herr Schulz wurde im Januar 2017 während seiner Blitzreise durch die Republik laut und deutlich in Gegenwart örtlicher Journalisten dazu befragt, mit wem er denn koalieren wolle. Er rauschte nur wortlos mit seinem Gefolge vorbei, ohne den Fragesteller eines Blickes zu würdigen. Der Mann ist keinen Cent an Vertrauen wert und das sagt ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland.
Fuscipes 28.01.2018
5.
GroKo oder Dinner for One? Schulz stolpert elfmal über den eigenen Bettvorleger; als zusätzliche Pointen läuft er einmal zu seinem eigenen Erstaunen daran vorbei, stolpert dann aber auf dem Rückweg, einmal schreitet er grazil darüber hinweg und einmal springt er, schon deutlich angetrunken, im Schlusssprung hinüber. Madame Nahles möchte von jedem Getränk zusätzlich etwas eingeschenkt haben, wobei Schulz der Aufforderung zunächst höflich und dann zunehmend sarkastisch nachkommt. Miss Merkel erwartet, dass Schulz als Admiral von Sowieso mit dem Ausruf „Skål!“ die Hacken zusammenschlägt. Weil er sich dabei den Fußknöchel schmerzhaft anschlägt, fragt er jedes Mal nach, ob er das wirklich müsse (Schulz: „Muss ich es dieses Jahr sagen, Miss Merkel?“ – Miss Merkel: „Mir zuliebe, Schulz“ – Schulz: „Nur Ihnen zuliebe. Sehr wohl, ja, ja. Skål!“). Dieser Gag wird als Zusatzpointe durchbrochen, als die Füße des schon angetrunkenen Schulz einander verfehlen, was ihn straucheln lässt. Vor jedem Gang und zunehmend lallend fragt Schulz: “The same procedure as last year, Miss Merkel?” (deutsch: „Der gleiche Ablauf wie im vergangenen Jahr, Miss Merkel?“); diese erwidert stets: “The same procedure as every year, Schulz.” (deutsch: „Der gleiche Ablauf wie in jedem Jahr, Schulz.“) Dieser Dialog kommt fünfmal vor. Schließlich beendet Miss Merkel den Abend mit einem Augenaufschlag und einem einladenden “I think I’ll retire” (deutsch: „Ich glaube, ich werde mich zurückziehen“), was Schulz nach dem obligatorischen „The same procedure as last year?“ – „The same procedure as every year“ mit einem Augenzwinkern und einem nonchalanten “Well, I’ll do my very best” (deutsch: „Gut, ich werde mein Bestes geben“) quittiert, um sich dann mit ihr in die oberen Räumlichkeiten zurückzuziehen…
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.