Europäisches Parlament Schulz erwägt Wechsel in die Bundespolitik

Berlin statt Brüssel: Martin Schulz will nach Informationen des SPIEGEL in die Bundespolitik wechseln - sollte er nicht länger Präsident des Europäischen Parlaments bleiben können.

Frank-Walter Steinemeier, Martin Schulz, Sigmar Gabriel
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Martin Schulz hat derzeit viele Optionen. Noch kämpft er entschieden darum, zwei weitere Jahre Präsident des Europäischen Parlaments bleiben zu können. Ob das gelingt, ist allerdings ungewiss.

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Ursprünglich hatte die große Koalition in Brüssel aus Sozialdemokraten und der Europäischen Volkspartei (EVP) vereinbart, dass Schulz die EP-Präsidentschaft zum Jahresende abgeben muss. Dies war Teil eines größeren Deals, den insbesondere die Sozialdemokraten inzwischen als hinfällig betrachten.

Schulz' Bemühungen um weitere zwei Jahre im Präsidentenamt werden auch vehement von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker unterstützt, der in einem Verbleib seines Freundes ein Signal der Stabilität in Zeiten der Krise sieht. Teile der christdemokratischen EVP wollen Schulz dagegen loswerden. Mit einer Entscheidung wird im Oktober gerechnet.

Sollten Schulz' Bemühungen in Brüssel jedoch scheitern, scheint er nach Informationen des SPIEGEL fest gewillt, der Europapolitik den Rücken zu kehren und nach Berlin zu wechseln. Und zwar unabhängig davon, so gut informierte Kreise, ob Schulz auch als SPD-Kanzlerkandidat infrage kommt. Eine Entscheidung über die Kandidatenfrage wird ebenfalls erst in den nächsten Monaten fallen. Schulz gilt neben Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz als aussichtsreichster Kandidat, sollte Gabriel nicht selbst ins Rennen gehen.

Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.

Entsprechende Vorkehrungen für einen Wechsel nach Berlin sind bereits getroffen. Sollte Schulz im kommenden Jahr für den Bundestag kandidieren, wird ihm sein Landesverband Nordrhein-Westfalen den sicheren Listenplatz 1 zugestehen. Dies ist das Ergebnis interner Sondierungen.

Als Nummer 1 der NRW-Liste, so die interne Vereinbarung, würde Schulz bei der Kandidatenaufstellung nicht dem Kontingent seines Regionalverbandes Mittelrhein zugerechnet werden. Eine ähnliche Regelung fand die Landes-SPD schon bei der Bundestagswahl 2009 für ihren damaligen Spitzenmann Franz Müntefering.

Dieses Thema stammt aus der neuen SPIEGEL-Sonderausgabe zur Bundestagswahl - erhältlich ab Dienstagmorgen und schon heute ab 15 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 381 Beiträge
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Seite 1
gesell7890 03.09.2016
1. Und
ich dachte immer, Brüssel sei das politische Endlager. Die SPD hat doch auch so schlimmes Personal genug!
utfcmac 03.09.2016
2.
um Gottes Willen...
jackohnereacher 03.09.2016
3. Herr Schulz ist
ein sehr integrer Mann, der sich auch traut heiße Eisen anzufassen und eine eigene Meinung zu vertreten.
cst 03.09.2016
4. Der Typ überzeugt
einfach durch sein Engagement und sein Sendungsbewusstsein. "Wenn er nicht EU Präsident bleiben kann, gheht er in die Bundespolitik". Hmm, macht ja eigentlich keinen Spass, aber wenn ich halt keinen anderen Job habe, dann eben das. Wirkliche Überzeugung sieht eindeutig anders aus!!!!!! Den braucht keiner!!!!!!
someoneunreal 03.09.2016
5.
Tja, es geht wieder mal darum, wer "Freund" ist. So ein dreck. In der freien Wirtschaft würden solche Leute unter großem Gelächter untergehen.
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