EU-Parlamentspräsident Schulz gibt Rennen um SPD-Kanzlerkandidatur auf

Wer führt die SPD in die Bundestagswahl? Nach SPIEGEL-Informationen hat der Europapolitiker Martin Schulz gegenüber Genossen erklärt, dass er nicht mehr mit seiner Kanzlerkandidatur rechne.

SPD-Chef Gabriel, Europapolitiker Schulz
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SPD-Chef Gabriel, Europapolitiker Schulz


Die Entscheidung, wer Kanzlerkandidat der SPD wird, liegt nun allein bei SPD-Chef Sigmar Gabriel. Zumindest muss der Vizekanzler keinen echten internen Konkurrenten mehr fürchten: Sein aussichtsreichster Mitbewerber Martin Schulz hat nach Informationen des SPIEGEL noch vor Weihnachten gegenüber Genossen zu erkennen gegeben, dass er nicht mehr damit rechnet, Spitzenkandidat der Partei bei der Bundestagswahl 2017 zu werden.

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Heft 1/2017
Wut kann man sich erarbeiten

Viele SPD-Mitglieder hatten darauf gehofft, mit dem populären Nochpräsidenten des Europaparlamentes in den Wahlkampf ziehen zu können. Deshalb hatte es in den vergangenen Wochen in der SPD von verschiedener Seite Versuche gegeben, ihn zu überreden, seine Kandidatur öffentlich zu erklären - und so einen Mitgliederentscheid über den Posten herbeizuführen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Gabriel, der als Parteichef der natürliche Kandidat ist und auch das erste Zugriffsrecht hat, hatte angekündigt, dass es bei mehreren Bewerbern eine Urwahl geben solle. In einem solchen Mitgliederentscheid hätte Schulz aller Voraussicht nach gute Chancen gehabt.

Allerdings konnte sich Schulz nicht dazu durchringen, tatsächlich anzutreten. Zwar ist es in der SPD ein offenes Geheimnis, dass er gern Kanzlerkandidat werden würde. Allerdings schreckte er davor zurück, gegen Gabriel zu kandidieren.

Mit dem SPD-Chef verbindet ihn eine lange Freundschaft, die angesichts der parteiinternen Debatte über die Kanzlerkandidatur in den vergangenen Monaten einigen Belastungsproben ausgesetzt worden ist .

Offiziell will die SPD Ende Januar verkünden, wer als Kanzlerkandidat antritt. Eine Entscheidung könnte jedoch bereits bei einer Führungsklausur am 10. Januar fallen.

Auch wenn Gabriel nun der einzige verbliebene Bewerber und seine Kanzlerkandidatur damit sehr wahrscheinlich ist, gibt es keine 100-prozentige Sicherheit, dass er tatsächlich antritt. Zuletzt hatten sich mehrere Spitzengenossen für den SPD-Chef ausgesprochen, unter anderem die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihr schleswig-holsteinischer Kollege Torsten Albig.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Donnerstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 141 Beiträge
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Seite 1
fridericus1 30.12.2016
1. Vielleicht ...
... sollten die Sozis einfach Angela Merkel benennen, wenn sich schon keiner aus den eigenen Reihen lächerlich machen will.
kleinsteminderheit 30.12.2016
2. Bedauerlich
Sollte Martin Schulz tatsächlich auf die Kandidatur verzichten, steuert die SPD auf ein katastrophales Wahlergebnis zu. Es wäre eine vertane Chance. Schulz hat als Parlamentspräsident gezeigt, dass er unterschiedliche Strömungen einen und dadurch viel bewirken kann. Und die SPD braucht kaum etwas so dringend, wie jemanden, der genau dies tut und gleichzeitig auch bei der Bevölkerung auf Zustimmung stößt.
spon_3511963 30.12.2016
3. Schulz gibt Rennen um SPD-Kanzlerkandidatur auf
Entschuldigung welches Rennen. Das ist kein Rennen sondern ein Opfergang für den SPD Kandidaten. Der jetzige Vize weiß genau warum er nicht Antritt.
Claus61 30.12.2016
4. Martin Schulz
... ist so etwas wie der Bernie Sanders der SPD. Ich denke, mit Hillary Gabriel wird es bei der nächsten Bundestagswahl jedenfalls eine SPD geben, die froh sein darf, wenn sie hinter der AfD den dritten Platz belegen darf. Wer sich so einen nicht einmal mit besonderen Fähigkeiten gesegneten Unsympathen wie Gabriel als Kanzlerkandidaten aufdrängen lässt, wird damit leben müssen. Vielleicht lernen sie ja fürs nächste Mal ...
folchupichu 30.12.2016
5.
Also weiter mit Gabriel unter die 20-Prozent-Marke. Arme, dumme SPD!
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