SPD-Programm für Bildung Schulz-Plan würde Milliarden kosten

Gebührenfreie Bildung von der Kita bis zum Studium - was Martin Schulz, Kanzlerkandidat der SPD, fordert, ist populär, aber wohl auch teuer. Die Kosten könnten sich nach SPIEGEL-Informationen auf bis zu fünf Milliarden Euro belaufen.

Martin Schulz
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Wenn es um das Wahlprogramm der SPD geht, verharrt Martin Schulz meistens noch im Ungefähren. Beim Thema Bildung wurde der Kanzlerkandidat allerdings schon vergleichsweise konkret: Er will im Falle eines Wahlsieges durchsetzen, dass sie von der Kita bis zum Studium gebührenfrei wird.

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Was in der Bevölkerung auf breite Zustimmung treffen dürfte, ist allerdings teuer. Die Kosten könnten sich auf bis zu fünf Milliarden Euro pro Jahr belaufen. In der Parteispitze heißt es, dieser Betrag werde wohl fällig, wenn für Kita und Universität keine Kosten mehr für Eltern und Studenten anfielen und zusätzlich Berufsausbildungskurse und Meisterprüfungen für Azubis und Handwerker kostenlos würden. Schließlich hat Schulz auch versprochen, dass sich die Gebührenfreiheit nicht auf die Hochschulbildung beschränken soll. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Allerdings hat der SPD-Chef es dabei nicht belassen. Er kündigte auch mehr Sozialarbeiter in Schulen und einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an. In der Parteispitze gibt es deshalb Befürchtungen, das gesamte Paket könnte am Ende sogar noch teurer werden.

Zumal ungeklärt ist, wer den Wegfall der Gebühren finanzieren soll. Abhängig vom Bundesland gibt es unterschiedliche Regelungen. Oft kostet ein Kitaplatz mehrere Hundert Euro pro Monat. Bislang finanzieren Kommunen und Länder den Großteil der Angebote. Es wird in der SPD damit gerechnet, dass der Bund sich bei einer Umsetzung des Vorhabens finanziell deutlich stärker als heute an den Ausgaben beteiligen müsste.

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insgesamt 432 Beiträge
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Seite 1
digitus_medius 14.04.2017
1. Schulz Plan würde Milliarden kosten!
Und? So what? Wäre gut investiertes Geld.
panamalarry 14.04.2017
2. Einfach die Verteiduigungsausgaben nicht ganz so aufpumpen,
dann sollte das kein Problem sein.
wetzer123 14.04.2017
3. Das ist nicht teuer
viel teurer ist es wenn wir uns Bildung nicht leisten und lieber Steuern senken. Da haben wir (oder zumindest einige) zwar kurzfristig mehr Geld aber Zukunft schafft das nicht. Bei 80 Mio Bürgern sind das übrigens gerade mal 62,50 € pro Bürger und Jahr die für die Zukunft mehr bereit gestellt werden müssten. Also eher billig als teuer.
Tharsonius 14.04.2017
4. Echt?
Dachte jemand ernsthaft das längst überfällige Bildungsprogramm gäbe es mal eben für ein paar Hosenknöpfe? Das es notwendig ist und bezahlt werden muss ist völlig klar, welche Rolle spielt es wer dafür politisch das Sagen haben muss? Am Ende wird sich eh darum gedrückt, egal wer dier Wahl gewinnt. Das immernoch leute auf die Mär...äh Wahlversprechen einen Pfifferling geben....
Thomas Kolb 14.04.2017
5. Richtiger Weg
Ich bin kein Freund von Martin Schulz, aber ich sehe nicht, wieso der Spiegel hier so eine panikheischende Überschrift wählt. Meiner Meinung nach sollten noch deutlich mehr als nur diese 5 Milliarden pro Jahr in die Bildung gesteckt werden. Auch zum Thema Chancengleichheit, denke ich, ist das der richtige Weg.
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