SPD Schulz als Kanzlerkandidat und Parteichef nominiert

Jetzt ist es offiziell: Der Vorstand der SPD hat Martin Schulz als Kanzlerkandidaten und Parteichef benannt. Ein Parteitag muss die Entscheidung noch absegnen.

Martin Schulz
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Der SPD-Vorstand hat den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl im September nominiert. Nach Teilnehmerangaben folgte das Gremium einstimmig dem Vorschlag von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der auch den Parteivorsitz an Schulz abgibt.

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Heft 5/2017
Der Machthunger des Kandidaten Schulz

Ein Parteitag soll Schulz im März offiziell zum SPD-Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wählen. Nach der Vorstandssitzung will Schulz gegen Mittag im Willy-Brandt-Haus eine Rede halten.

Juso-Chefin Johanna Uekermann stellte dem designierten SPD-Kanzlerkandidaten die Unterstützung der sozialdemokratischen Jugendorganisation in Aussicht. "Wir erwarten natürlich, dass er Themen wie soziale Gerechtigkeit, aber auch, was junge Leute umtreibt, ganz nach vorne stellt", sagte Uekermann. "Wenn er das macht, dann hat er die volle Unterstützung der Jusos."

Gabriel hatte am Dienstag eine personelle Neuaufstellung der SPD für das Wahljahr verkündet. Überraschend erklärte er seinen Rückzug vom Parteivorsitz sowie seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und schlug Schulz für beide Posten vor. Der bisherige Wirtschaftsminister Gabriel rückte auf den Posten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt werden soll. Das Wirtschaftsressort übernimmt Gabriels bisherige Staatssekretärin Brigitte Zypries.

Meinungskompass

cte/Reuters/AFP

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insgesamt 25 Beiträge
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shardan 29.01.2017
1. Und nun?
Ein "Neuer" in der SPD. Eher ein neuer Alter, vor Zeiten nach Brüssel weggelobt und nun reimportiert. Der Unterschied? Ein unsympathischer Neoliberaler geht, ein sympatischer noch Noeliberalerer kommt. Fehler der Vergangenheit angehen wie das unsägliche und weitestgehend nutzlose Hartz-IV? Ach, lieber nicht. Da betont man lieber nach Außen hin seine soziale Ader und "merkelt" alternativlos ein bisschen "weiter so". Warten wir mal ein bis zwei Monate ab, bis das Strohfeuer erloschen ist und die Dampfschwaden sich verzogen haben. Dann werden wir sehen, ob diese recht undemokratisch durchgezogene Inthronisationseskapade nebst Gabriel'scher Selbstversorgung von Bestand ist. Dann werden wir die GroKo wohl noch länger "genießen" dürfen. Die SPD hat ihre Felder verloren. Umwelt? Da sitzen alle anderen Parteien mit drauf, mal mehr, mal weniger. Wirtschaft? Hat die CxU fest gepachtet. Sozial? Ist bei der SPD, was den Konzernen und Banken nützt, der Rest liegt längst bei den Linken. Man kann diese Liste uferlos verlängern. Es gibt nichts, buchstäblich gar nichts mehr, wo die SPD noch ein eigenes Profil besitzt. Sie ist zur Second Hand CDU verkommen, gewollt durch die Führungsriege und getreu deren Motto "Opposition ist Mist". Die SPD täte gut daran, sich auf ihre eigentlichen Wurzeln rückzubesinnen und den Seeheimer Kreis in seine Schranken zu verweisen. So lange das nicht nicht passiert - nichts deutet auch nur im Ansatz darauf hin - bleibt sie unwählbar. Schade sage ich als ehemaliges Mitglied.
Jimbo 1 29.01.2017
2. Zwölf
Für die Spd ist es nicht fünf vor sondern fünf nach zwölf, sie hätten nach Schröder alles daran setzen müssen H4 rückgängig oder verträglicher zu machen, so wie es jetzt steht hat sie ein für allemal ihre Glaubwürdigkeit verloren, daran ändert auch Schulz nichts!
neu1197 29.01.2017
3. Leider
macht es nicht die Person, sondern das Konzept. Genau da leider die SPD an fehlender Glaubwürdigkeit.
isar56 29.01.2017
4. Wie ich eben lese
will Herr Schulz u.a. Fluchtursachen bekämpfen. Ich gehe davon aus, dass er Waffenlieferungen in die Krisengebiete unterbindet und sich von TTIP distanziert. Die Bevölkerungsexplosion in Afrika wird den Zuzug dann sicher zusätzlich rasch stoppen. Herr Schäuble möchte soziale Standards europaweit angleichen, obwohl der Bevölkerung vorgegaukelt wurde, dass durch die Migranten Fachatbeiter zuziehen, die dringend gebraucht werden um den demographischen Wandel zu regulieren und -so Schäuble - uns vor Inzucht bewahren werden. Steuererhöhungen und Erhöhung der Sozialabgaben ausgeschlossen. Renten gesichert. Wow.
lala10 29.01.2017
5.
Ich weiß nicht was ein aussortierten Europolitiker als Bundeskanzler soll.Sie haben Ihn aus Europa verjagt und jetzt ist er der Heilbronner? Kann mir nicht vorstellen das er solcher Aufgabe gewachsen ist.Mal von der SPD Politik abgesehen.Denke nicht dass die über 20% kommen.Wir sollten nach England und USA nicht auch noch Experimente machen.
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