Schulz über Guttenberg "Es gibt keine ewige Verdammnis"

Karl-Theodor zu Guttenberg macht wieder Wahlkampf für die CSU, sechs Jahre nach der Plagiatsaffäre. SPD-Kanzlerkandidat Schulz hält das für richtig.

Karl-Theodor zu Guttenberg
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Karl-Theodor zu Guttenberg


Sechs Jahre sind seit der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg her. Der damalige Verteidigungsminister trat damals von allen Ämtern zurück. In dieser Woche schaltete sich der 45-Jährige für die CSU in den Wahlkampf ein. Feiert er jetzt ein Comeback?

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat nichts gegen eine mögliche Rückkehr von Guttenberg. "Es gibt in der Politik sicher keine ewige Verdammnis, und das gilt auch für Herrn von und zu Guttenberg", sagte Schulz am Freitag in einem Live-Interview mit "bild.de".

Martin Schulz
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Eine Bereicherung für die Politik wäre Guttenberg aber nur aus Sicht "radikalkonservativer Wähler", stellte Schulz klar. "Er ist eine taktische Persönlichkeit, die Horst Seehofer gewonnen hat, um Markus Söder zu verhindern", sagte der Kanzlerkandidat.

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Comeback von Guttenberg

Vor sechs Jahren trat Karl-Theodor zu Guttenberg wegen einer Plagiatsaffäre zurück. Sollte der Ex-Minister jetzt in die Politik zurückkehren?

Guttenberg selber hatte sich bei seinem Wahlkampfauftritt in Kulmbach noch einmal zu seiner Plagiatsaffäre geäußert. Er gab sich reumütig, sieht das Thema aber als endgültig abgeschlossen an: "Ich habe alle Konsequenzen ertragen", sagte er. "Aber ich darf auch nach so langer Zeit für mich sagen, jetzt ist auch mal irgendwann gut."

als/dpa



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dschiseskreist 01.09.2017
1. Nein, ist eben nicht gut.
Mag sein dass in Wirtschaftskreisen diese Art von Charakter gefragt ist, aus der Politik muss er sich endgültig fern halten. Dass Herr Schulz ihn nun "begnadigt" zeigt nur das selbiger aus dem gleichen Holz geschnitzt ist nur mit einer anderen Farbe angemalt. Ob Plagiataffäre beim einen oder Vetternwirtschaft in Brüssel beim ändern, beide unwählbar!
micromiller 01.09.2017
2. Karl Theodor zeigt dass ein Mann mit Bart
durchaus gut aussehen kann, wenn er sich pflegt. Das er zurücktreten musste ist schmerzlich gewesen und Frau Merkel hatte damals doch dramatisch festgestellt, dass der Graf ein Guter ist und seine Tollpatschigkeiten besser ignoriert werden sollten. Nur die Presse, hat nicht mitgemacht und da können wir wirklich stolz drauf sein.. sonst wäre der Graf heute unser Kanzlerkandidat..
iphilipi 01.09.2017
3. Er hätte wegbleiben sollen
... aber das passt ja zu den Bayern. Hier übersieht man ja auch gerne Straftaten wie bei Hoeneß. Für mich ist er als Politiker lebenslang untragbar.
rainer_daeschler 01.09.2017
4. Zu viel Aufheben
Zu viel des Aufhebens über den Eklärbär eines amerikanischen "think tank". Es ist keine Frage von richtig oder falsch. Die CSU muss selber wissen was sie tut.
Kapustka 01.09.2017
5. Stimmt
Da hat der Martin recht. Ansonsten wären uns viele politische Begabungen vorenthalten worden, wenn es nicht so wäre. Ich denke gerade an Joschka Fischer, der beispielsweise nicht vor Körperverletzung vor Polizisten zurücksckreckte, als er noch Sponti war. Am Ende liegt es dann in der Hand der Wähler. Gut so. Es gibt wenige Politiker in Deutschland, die einfach mal so über 1.000 Leute mobilsieren, wie es bei KT in Kulmbach war. Schulz müht sich teilweise bei seinen Veranstaltungen vor ein paar Hundert Leuten ab, was auch schon mal ein Fingerzeig ist, wie es um seine Chancen auf die Kanzlerschaft steht.
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