Essen: CDU-Mann gewinnt knappsten Wahlkreis nach Neuauszählung
Der Sieger in Deutschlands knappstem Wahlkreis steht fest: CDU-Kandidat Matthias Hauer gewinnt das Direktmandat in Essen. Nach einer kompletten Neuauszählung liegt er nun mit 93 statt drei Stimmen vorn. Zuvor hatte es Berichte über Unregelmäßigkeiten gegeben.
Essen - Im Essener Wahlkreis 120 blieb es auch nach der Bundestagswahl spannend. Hier fand das engste Rennen statt, der CDU-Kandidat gewann mit drei Stimmen. Dann gab es Berichte über Unregelmäßigkeiten und nach einer teilweisen Neuauszählung lag plötzlich seine SPD-Konkurrentin vorn.
Nun wurde der gesamte Wahlkreis neu ausgezählt, und es ist klar: CDU-Mann Matthias Hauer hat tatsächlich gewonnen. Sein Vorsprung wuchs sogar von drei auf 93 Stimmen: Er erhielt 59.101 Erststimmen, auf SPD-Kandidatin Petra Hinz entfielen 59.008. Wegen Unstimmigkeiten in Protokollen war es zur Neuauszählung gekommen.
Die Vorgeschichte: Bei der Überprüfung der Wahlniederschriften hatte das Wahlamt in mehreren Fällen Unstimmigkeiten festgestellt. Zunächst wurden in etwa jedem achten Wahlbezirk Stimmen nachgezählt. Das Ergebnis: Plötzlich lag die unterlegene SPD-Kandidatin mit 31 Stimmen vorn.
Der Wahlausschuss der Stadt ordnete deshalb die Nachzählung des kompletten Wahlkreises an. 149.407 Stimmzettel mussten neu ausgezählt werden. Das machten am Wochenende rund 800 Helfer - mit einer ersten Runde am Samstag und einer Gegenprobe am Sonntag. Nur deckungsgleiche Ergebnisse flossen in die Gesamtsumme ein, sonst musste ein weiteres Mal nachgezählt werden.
Die Abweichungen zum Auszählungsergebnis vom Wahlabend liegen nach Ansicht von Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD), zugleich Wahlleiter der Stadt, innerhalb der üblichen Fehlertoleranz. "Das ist menschlich, dass hier und da Fehler passieren." In Essen seien die Zählfehler nur deshalb zur Besonderheit geworden, weil das Ergebnis so knapp war, sagte er.
Unabhängig vom endgültigen Ergebnis war aber klar, dass sowohl Hauer als auch Hinz im Bundestag sitzen werden. Beide Politiker waren auf ihren Landeslisten so gut abgesichert, dass sie das Direktmandat zum Einzug nicht brauchten.
fab/dpa
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