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Mauerfall: Kohl vermutete Stasi hinter der DDR-Bürgerrechtsbewegung

Altkanzler Kohl: Geringe Bedeutung der Friedensbewegung für die Wende Zur Großansicht
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Altkanzler Kohl: Geringe Bedeutung der Friedensbewegung für die Wende

Nach Meinung des Altbundeskanzlers Helmut Kohl war die DDR-Bürgerrechtsbewegung nur von marginaler Bedeutung für den Fall der Mauer. Hinter den Aktivisten vermutete er laut einem Bericht des SPIEGEL gar die Stasi.

Altkanzler Helmut Kohl hat in den Gesprächen mit seinem Ghostwriter Heribert Schwan den Verdacht geäußert, dass die Bürgerbewegung in der DDR zum Teil von der Staatssicherheit der DDR unterwandert war. "Wir wissen ja bis heute nicht, wie hoch der Anteil der Stasi an diesen Inszenierungen der Friedensgebete war und wie weit die Stasi zum Teil diese Sachen inszeniert hatte, um bestimmte Szenarien zu erreichen - möglicherweise auch, um zuzuschlagen", sagte Kohl nach Informationen des SPIEGEL in den Gesprächen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Dazu sei es dann nicht gekommen. "Aber nicht, weil die DDR-Führung so weise war, sondern weil es Gorbatschow nicht gemacht hat." Kohl gestand in den bislang unveröffentlichten Gesprächen der DDR-Bürgerrechtsbewegung nur eine marginale Rolle beim Umsturz in der DDR zu.

"Wenn man den Herrn Thierse hört und die jetzige amtliche Darstellung der Bundesregierung, dann waren es die Menschen auf den Straßen. Aber die hätten überhaupt nichts bewegt, wenn das Umfeld nicht entsprechend gewesen wäre, wenn Gorbatschow und Bush nicht über Abrüstung verhandelt hätten."

Der ehemalige WDR-Journalist Heribert Schwan führte die Gespräche mit dem Altkanzler in den Jahren 2001 und 2002. Sie bildeten die Grundlage für die Memoiren Kohls, die Schwan als Ghostwriter verfasste.

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1. Dieser Mann...
thomas.mann1 09.11.2014
hat er inzwischen Alzheimer, wird dement, lebt in seiner 30J vergangenen Welt. All das wäre schlimm. Hat er alles für sich zurechgebogen oder vergessen? Auch den Verkauf Deutschlands um den Euro und seine Spendenaktenköffer? Herr Kohl, wenn Sie das noch verstehen...gehen Sie zurück wo Sie herkamen und vergessen Sie Ihre Bananen nicht!
2. Ja, klar ...
cherrypicker 09.11.2014
Der Herr Kohl hat der Stimme des Volkes ja auch nie viel Bedeutung beigemessen. Es ist sicher richtig, dass ohne Gorbatschow und seine Politik der Nichteinmischung die Stasi geschossen hätte, allein schon, weil sie Angst haben musste, dass es die Russen sonst selber tun. Aber zu behaupten, die Bürgerrechtler hätten keine wichtige Rolle gespielt, ist schon arge Geschichtsklitterung. Herr Kohl, genießen Sie Ihren Ruhestand! Aber verschonen Sie uns mit Ihren Ergüssen. Und keine Sorge: Es wird sich schon jemand dafür einsetzen, dass Sie Ihr "Der-Kanzler-der-Einheit-Denkmal" bekommen!
3. Na klar,
Annabelle1811 09.11.2014
letzten Endes hat das Positive alles er veranlasst und für alles Negative sind alle anderen zuständig. Dieser Mann ist ein armer, alter, Narziss, der endlich mal still sein sollte - und seine Bücher interessieren mich nicht ein bißchen, sowie ich ihn noch nie ausstehen konnte mit seiner Selbstbeweihräucherung.
4. Wiedervereinigung mit Putins Segen?!
phalter 09.11.2014
Wäre Putin statt Gorbatschow an der Macht gewesen, hätte es sicher keine Wiedervereinigung gegeben. Weder Briten noch Franzosen waren scharf darauf. Kohl muss dennoch den Einfluss der Bürgerbewegung klein reden, damit mehr Lorbeer für ihn bleibt.
5.
ericwolf 09.11.2014
Ich bin mal gespannt, ob er irgendwann realisiert, dass seine Rolle in der Geschichte zuende ist!
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