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Reaktionen zum Mauerfall-Jubiläum: Die Welt staunt über Berlins "Lichtgrenze"

"Lichtgrenze": Weiße Kugeln im Himmel über Berlin Fotos
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"Ein strahlendes Symbol des Friedens und des Lichts": Die Kunstaktion zum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat in der ganzen Welt für Aufsehen gesorgt. Nur die Berliner selbst haben mal wieder was zu meckern.

Berlin - Die Augen der Welt richteten sich an diesem Wochenende mal wieder nach Berlin. Die Stadt feierte den 25. Jahrestag des Mauerfalls und das Ausland schaute gespannt darauf, wie die Deutschen das Jubiläum begehen würden.

Berlin hat die Chance zur Eigenwerbung genutzt. Hunderttausende Besucher strömten in die einst geteilte Metropole. Besonders die "Lichtgrenze" zog viele Schaulustige an. Diese Kunstinstallation bestand aus etwa 8000 Ballons, die zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichneten. Am Sonntagabend wurden sie Stück für Stück in die Luft losgelassen, als symbolisches Zeichen für den Mauerfall vor 25 Jahren.

Die Aktion hat ein Bild geschaffen, das in Erinnerung bleibt. Ein Bild, das um die Welt geht. Fernsehsender, Onlinemedien und Zeitungen aus den USA über Israel bis Australien zeigen Bilder der strahlenden Leuchtkugeln. Das Ausland staunt darüber, mit welcher Leichtigkeit den Deutschen das Gedenken an den Mauerfall 1989 gelungen ist.

"Lichter und Feierlichkeiten dort, wo eine Mauer Berlin geteilt hatte", schreibt die "New York Times". "Die Ballons sind ein strahlendes Symbol des Friedens und des Lichts und ein starker Kontrast gegenüber der Brutalität des grauen Betons", findet die "BBC".

Im Video: Emotionale Momente bei der Lichtgrenze

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Dabei hatten die Initiatoren der "Lichtgrenze" mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Dutzende Kautschukballons waren kaputtgegangen, auch die Stelen, auf denen die Leuchtkugeln ruhten, wurden an mehreren Stellen mutwillig umgeknickt oder gestohlen. Sie seien "einfach verschwunden", sagte Gabriele Miketta, Pressesprecherin der Kulturprojekte Berlin.

In Mitte und Friedrichshain hatten Randalierer am Wochenende mehrere Ballons zerstört. Die Polizei nahm die neun mutmaßlichen Täter kurzzeitig fest. Die Beamten vermuteten politische Motive hinter der Tat. Deshalb hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Doch bis zum Sonntagabend hatten die Initiatoren der Installation die Lücken wieder aufgefüllt. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn es nicht auch Grund zum Meckern gebe: Viele Besucher der "Lichtgrenze" zeigten sich hinterher etwas enttäuscht. Denn schon kurz nachdem die Ballons von den Stelen am Boden abhoben, waren sie auch schon verglüht.

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15  Bilder
Mauerfall-Ballons in Berlin: Eine Stadt strömt zum Licht

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Enttäuschte Berliner?
sb411 10.11.2014
Na ja, man kann es nicht allen recht machen. Gemotzt wurde auch über die Ständer, die die Ballons festhielten. Sie seien Ikea-Stil. Das hat meiner Ansicht nach aber nichts mit Berlin zu tun, sondern dass es einfach viele Menschen gibt, die intellektuell nicht in der Lage sind, solche Aktionen zu verstehen und ihnen deshalb auch nichts abgewinnen können. In Berlin fallen diese Leute aber auf, weil man ihnen bei solchen Veranstaltungen begegnet. Wo solche Aktionen nicht stattfinden, bleiben diese Leute zu Hause und meckern dort. Gerade das rasche Verglühen der Ballons ist jedoch ein starkes Symbol gewesen. Die Mauer sollte ja nicht in ihren Einzelteilen den Nachthimmel Berlins beherrschen, sondern sich auflösen. Ich, sicher zusammen mit sehr vielen anderen Berlinern mit ein bisschen Verstand, fand es jedenfalls großartig.
2. Es war ganz toll...
losai 10.11.2014
Wer wird denn das Staatsgeschützte Ballonfestival kritisieren? Nein es war ganz toll, auch die Symbolik: Eine leuchtende Mauer, die sich in grauen nebligen Himmel auflöst. Selten so gern anderthalb Stunden im kühlen Novemberabend gefröstelt um ein paar Fotos zu machen...Das war viel schöner als der jährliche Ballonflug mit Wünschen in Cascia/Umbrien wo zu Ehren von Santa Rita wunschbeladene Luftballons in den Himmel steigen!
3.
s1895 10.11.2014
Die Ballons waren nicht verglüht, sondern haben einfach nicht geleuchtet. Nur die Stelen, auf denen sie standen, hatten eine Lichtquelle. Grund war übrigens, dass man verhindern wollte, dass Plastik und elektrischer Schrott in der Umwelt landen. Die Ballons selber sind aus Naturkautschuk. Das sollte das Meckern doch verstummen lassen :).
4. Ich war dort ...
Luxinsilvae 10.11.2014
... und wir haben mit der ganzen Familie herrliche Bilder gemacht. Die aufgesteckten Ballons - in Reih und Glied - wirkten erst wie außerirdische Invasoren, die die alte Grenze wieder herstellten (es fehlten nur die NVA-Helme), dann aber löste sich das Ganze in schwebende Leichtigkeit auf und ihr Verschwinden war irgendwie ein Symbol für die Vergänglichkeit auch eines für die Ewigkeit gebauten sozialistischen Schutzwalles. Ich habe viele Leute weinen gesehen. Viele Grüße
5. Es war unerträglich voll
pr8kerl 10.11.2014
Vom Schreibtisch aus lässt sich das Ereignis wunderbar loben. Aber vor Ort inmitten Hunderttausender Menschen und ohne Kanalisierung der Massen darf man über die Berliner Polizei lästern. Die S-Bahn fuhr ohne Zusatzzüge und auf den Bahnsteigen gab es ein entsetzliches Gedränge. Da darf man über die Bahn schimpfen. Die Ballons leuchteten beim Fliegen nicht, da darf man die Organisatoren fragen warum sie das nicht bedacht haben. Sollte das unfähige Berlin wider Erwarten doch Olympische Spiele austragen dürfen, sollte man die lieber am Fernseher und nicht in Berlin erleben.
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