Nahles zu SPD-Umfragewerten "Nicht pessimistisch, was die Zukunft angeht"

Bei "Maybrit Illner" diskutierte die designierte SPD-Chefin über Digitales und Soziales - und über den Zustand der Sozialdemokraten. Laut Andrea Nahles sei man nicht überrascht, "dass die Umfragen nicht top sind".

Talkshow-Runde mit (v.l.) Peter Altmaier, Sina Trinkwalder, Maybrit Illner, Andrea Nahles
ZDF/Svea Pietschmann

Talkshow-Runde mit (v.l.) Peter Altmaier, Sina Trinkwalder, Maybrit Illner, Andrea Nahles


SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles macht sich trotz zuletzt schlechter Umfragewerte keine Sorgen um die Zukunft ihrer Partei. Nach den "großen Debatten" der vergangenen Wochen sei man nicht überrascht, "dass die Umfragen nicht top sind", sagte Nahles in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Wenn die SPD-Mitglieder mehrheitlich für eine Regierungsbeteiligung stimmten, könne viel von dem umgesetzt werden, was in den Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU ausgehandelt wurde. "Und das wird, denke ich, dann auch wieder überzeugen", sagte die designierte Parteivorsitzende.

Nahles ist eigenen Angaben zufolge "nicht pessimistisch, was die Zukunft angeht." Das Argument, die Sozialdemokraten hätten im Bundestagswahlkampf auf die falschen Themen gesetzt, wollte sie nicht pauschal gelten lassen. Die SPD müsse "allerdings insgesamt doch andocken bei den Sorgen der Leute."

Der jüngste SPON-Wahltrend zeigte, dass die Sozialdemokraten nur bei Wählern, die älter als 65 Jahre alt sind, auf über 20 Prozent Zustimmung kommen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Insgesamt lag sie bei 16,5 Prozent.

Moderatorin Illner hatte für ihre Sendung zum Thema "Digital oder sozial - die Angst um die Arbeit von morgen" auch den amtierenden Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) eingeladen. Der wies Vorwürfe zurück, die Union habe in den Verhandlungen um eine Große Koalition Ministerien an die SPD verschenkt. "Wir haben der SPD eigentlich gar keine Ministerien geschenkt, weil die SPD sechs hatte und sechs behalten hat."

Verändert habe sich, dass die SPD das Finanzministerium beanspruche, "was der kleinere Koalitionspartner natürlich darf - das hätte die FDP vermutlich auch gemacht." Dafür habe die CDU das Wirtschaftsministerium und den Bereich Wohnungsbau bekommen. Die Ressortverteilung könne man wohl "mit gemischten Gefühlen sehen", sagte Altmaier. Es hätte jedoch niemand verstanden, wenn in Deutschland wegen des Streits um ein Ministerium keine Regierung gebildet würde.



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aar

insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
sven2016 23.02.2018
1.
Erst liest man vor ein past Tagen, wie an Umfragen manipuliert wird, dann bekommt man täglich um 0,5% fallende Werte der SPD zu lesen, bei Fehlermargen von 2,5% Das ist ein bisschen manipulativ oder? Es mag ja zusätzliche Leser bringen. Ist aber auch inhaltslos. Wie die SPD in sechs Monaten dastehen wird, ist doch völlig offen und im Moment ist die "Wählerzustimmung" völlig ohne Bedeutung. Wie zwischen allen Wahlen.
mwhFR 23.02.2018
2. planlosigkeit
Das Gestottere von Nahles, als es um den massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen durch "Digitalisierung" und "Automation" ging, war bezeichnend. Sie konnte nur die Behauptung wiederholen, dass für die vernichteten Arbeitsplätze neue entstünden, ging aber mit keinem Wort darauf ein, wieviele das sein sollen, und ob diese neuen Arbeitsplätze für die (ehemaligen) Inhaber der vorher bestehenden überhaupt geeignet wären.
dasfred 23.02.2018
3. Frau Nahles hat noch Zeit
Sie war ja nun gestern nicht nur im ZDF präsent. Monitor hat Aussagen aus ihrer Zeit als Juso Vorsitzende der heutigen Vorsitzenden gegenüber gestellt. Kaum ein Unterschied. Wenn man sieht, wie sie ihre Ansichten inzwischen gewandelt hat, kann ich nur sagen, warten wir noch zehn Jahre und dann ist sie eine brauchbare Politikerin.
dipl.inge83 23.02.2018
4. Ganz grundsätzlich:
Wer von Selbstzweifeln geplagt ist schafft es in der Politik nicht sehr weit, schon gar nicht in die erste Reihe. Das gilt auch für Fr.Nahles. Das Ergebnis dieses 'Ausleseprozesses' erleben wir ja jeden Tag, parteiunabhängig.
Berg 23.02.2018
5.
Diese Unzufriedenen in der SPD, die sich mit den Ergebnissen der Verhandlungen über eine große Koalition nicht zufrieden geben, sind vor allem lautstark am Schreien und damit viel aufgeregter als diejenigen, die der nächsten Beteiligung an der Bundesregierung zustimmen werden. Und die Medien verstärken genüsslich jede Gegenstimme mit Namensnennung und in allen Posen - auch in ständiger Wiederholung, falls kein anderer Verweigerer auftritt. Talkshows, Straßeninterviews, Kommentare - alles negativ besetzt. So entsteht ein großes Anti-Flair. - Allerdings: dass der Vorsitzende für diese Entscheidung eine Mitgliederbefragung entscheiden lassen will, ist genauso unnötig, wie vorher seine Anbitionen zur Opposition.- Genossen: es folgen noch 4 Jahre Regierungszeit! Da könnt Ihr ineuren 6 Ministerienl in 4 Jahren Regierungsarbeit zeigen, was Ihr erreichen wollt! So geht die Mühle! Und nun erklärt das bitte intern Euren innerparteilichen Zweiflern, Gegnern und Ablehnern!
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