Mecklenburg-Vorpommern Linke rutscht in Umfragen ab

Die Linke gerät in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend unter Druck. Neue Umfragen sehen die Partei kurz vor der Landtagswahl nur noch auf Platz vier - deutlich hinter der AfD.

Landtagsfraktionschef Helmut Holter, Landeschefin Heidrun Bluhm, Parteichef Bernd Riexinger (v.l.)
DPA

Landtagsfraktionschef Helmut Holter, Landeschefin Heidrun Bluhm, Parteichef Bernd Riexinger (v.l.)


Eines der größten Probleme der Linken sind derzeit die Rechten. Seit Monaten zerbrechen sich die Genossen den Kopf, wie sie der wachsenden Konkurrenz durch die AfD Herr werden können. Diese bindet vor allem im Osten erfolgreich die Unzufriedenen und Protestwähler - eine Klientel, deren Stimmen eigentlich auch gerne die Linkspartei für sich verbuchen würde.

Nach außen gibt man sich gelassen: In den Umfragen, heißt es immer wieder, stehe die Partei ja nach wie vor gut da. Falsch ist das nicht. Im Bund hält sich die Linke bei rund zehn Prozent. Und auch dort, wo demnächst gewählt wird, blieb die Partei vergleichsweise stabil - bis jetzt.

Eine Umfrage prognostiziert nun das, was viele in der Partei bereits seit Längerem befürchten: Die Linke sackt ab, während die AfD zulegt. Und das ausgerechnet in Mecklenburg-Vorpommern, einem Land, in dem die PDS schon in der Regierung saß. Am 4. September wird erneut abgestimmt. Der Anspruch der Linken in Schwerin ist: Augenhöhe - zumindest mit der CDU.

CDU nur noch knapp vor AfD

Davon kann nun keine Rede mehr sein, glaubt man den jüngsten Zahlen, die die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-"Politbarometer" vorgelegt hat. Die Umfrage sieht die Linke nur noch bei 13 Prozent. Zum Vergleich: Noch vor wenigen Monaten waren es in einer Erhebung über sieben Punkte mehr. Bei der vergangenen Wahl hatte die Linke 18,4 Prozent der Stimmen auf sich vereint.

Drittstärkste Kraft ist laut Umfrage derzeit aber die AfD, die bei 21 Prozent landet. Die Rechtspopulisten liegen nur noch knapp hinter der CDU, die Juniorpartner in der Großen Koalition ist. Klar vorne ist die SPD: Wenn schon am Sonntag gewählt würde, kämen die Sozialdemokraten demnach auf 28 Prozent. Die Grünen sieht das Politbarometer bei sechs Prozent. Die rechtsextreme NPD würde mit drei Prozent den Wiedereinzug in den Landtag verpassen.

Die Umfragewerte geben allerdings den Angaben zufolge nur ein "Stimmungsbild" wieder. 42 Prozent der Befragten wüssten zudem noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen.

Sellering deutlich beliebter

Auch in einer Infratest-dimap-Umfrage für die ARD liegen die Sozialdemokraten mit 27 Prozent klar vor der Union mit 22 Prozent. Die AfD kommt demnach wie im "Politbarometer" auf 21 Prozent. Die Linke liegt bei 14 Prozent, die Grünen bei knapp fünf und die NPD bei drei Prozent. Die FDP kommt demnach ebenfalls nur auf drei Prozent.

Der amtierende Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) liegt in der Wählergunst deutlich vor seinem CDU-Herausforderer Lorenz Caffier, Innenminister in der amtierenden Regierung. Im ZDF-"Politbarometer" gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie lieber Sellering als Ministerpräsidenten hätten. Caffier wollen nur 18 Prozent als Regierungschef. Laut der ARD-Umfrage würden sich 60 Prozent für Sellering entscheiden und 13 Prozent für Caffier.


Umfragedaten: Für das "Politbarometer" befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1020 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap befragte für die ARD-"Tagesthemen" am Dienstag und Mittwoch 1003 Wahlberechtigte.

kev/AFP



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