Bundeswehr Mehrheit der Deutschen wünscht sich mehr Soldaten

Mehr als jeder zweite Deutsche ist dafür, dass die Bundeswehr mehr Personal bekommt. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hält eine Vergrößerung der Truppe für falsch. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.

Bundeswehr-Rekruten (Archivbild): Mehrheit der Deutschen befürwortet Personal-Aufstockung bei Streitkräften
ASSOCIATED PRESS

Bundeswehr-Rekruten (Archivbild): Mehrheit der Deutschen befürwortet Personal-Aufstockung bei Streitkräften


Eine Mehrheit der Deutschen über 18 befürwortet eine Vergrößerung der Bundeswehr. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Demnach unterstützen 56 Prozent entsprechende Überlegungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Nur 30 Prozent halten eine Aufstockung für falsch.

Laut YouGov wurden zwischen dem 21. und 23. Dezember insgesamt 2031 Personen befragt. Angesichts der Fragestellung kommt das Ergebnis nicht unbedingt überraschend. Die konkrete Frage lautete:

Die Bundeswehr ist in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich verkleinert worden. Jetzt wird angesichts der veränderten weltweiten Sicherheitslage darüber diskutiert, sie wieder zu vergrößern. Würden Sie eine Aufstockung der Truppenstärke für richtig halten oder nicht?

Derzeit gehören der Bundeswehr rund 178.000 Soldaten an. Die 2010 eingeleitete Bundeswehrreform sieht eine Truppenstärke von 185.000 Soldaten vor.

Im Verteidigungsministerium wird derzeit der zusätzliche Personalbedarf geprüft. Die Ergebnisse dürften spätestens im Frühjahr vorliegen. Dass Personal fehlt, gilt allerdings als offenkundig. Die Marine hatte beispielsweise schon vor Jahren einen Nachwuchsmangel konstatiert. Allein 2013 fehlten demnach 1000 bis 1500 Soldaten, besonders technische Spezialisten.

Ende August hatte der SPIEGEL berichtet, von der Leyen wolle die Anzahl der Berufssoldaten um 5000 erhöhen und im Gegenzug die Zahl der Zeitsoldaten senken. Hintergrund ist der Bedarf an technisch versierten Fachkräften, die länger an die Truppe gebunden werden sollen.

Neben Personalmangel machen der Bundeswehr schon lange ein desolates Beschaffungswesen und Ausrüstungsmängel zu schaffen. Das beeinträchtigt ihre Fähigkeit, Aufgaben zu erfüllen. Im Zuge des Einsatzes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wurde etwa bekannt, dass offenbar nicht einmal jeder zweite "Tornado"-Kampfjet einsatzbereit ist. Von 93 "Tornados" sollen nur 66 in Betrieb und davon wiederum nur 29 einsatzbereit sein. Kaum besser sieht es beim "Tornado"-Nachfolger "Eurofighter" und bei den "Transall"-Transportmaschinen aus.

ulz/dpa



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