Fehlende Jahresbeiträge: Verwirrung um Zahlungsmoral der Piraten

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Stimmkarte der Piraten Berlin: Nur wer zahlt, darf mitentscheiden

48 Euro beträgt der Jahresbeitrag, doch nur wenige Piraten begleichen ihn. Die Zahlen sind alarmierend: Gerade einmal ein Drittel der Mitglieder habe seinen Anteil an die Landesverbände überwiesen, meldet dpa. Die Partei wiegelt ab - die Buchhaltung sei nicht auf dem aktuellen Stand.

Berlin - Die Piraten haben ein Problem mehr: Neben Dauerquerelen und sinkenden Umfragewerten fehlt es der Partei zunehmend an zahlenden Mitgliedern. Zwar konnten die Piraten im vergangenen Jahr fast 14.000 neue Anhänger gewinnen, doch die Zahlungsmoral der Anhänger ist offenbar rapide gesunken.

Waren es Ende 2011 noch etwa 60 Prozent der Mitglieder, die den Jahresbeitrag beglichen, blieb im Februar 2013 nur noch gut ein Drittel übrig. Von den rund 33.400 Mitgliedern überwiesen bisher nur 11.650 Piraten die 48 Euro an die Landesverbände. Das zeigt eine Aufstellung der Piraten im Internet.

Nach Satzung der Partei verlieren Mitglieder, die ihrem Beitrag nicht nachkommen, ihr Stimmrecht.

Die Daten, über die die Nachrichtenagentur dpa berichtet, zeigen eine dramatische Entwicklung - vor allem im größten Landesverband Bayern (6835 Mitglieder) und in Baden-Württemberg (3533 Mitglieder). Dort entrichteten Anfang des Jahres nur noch sieben beziehungsweise sechs Prozent der Piraten ihren Obolus. Vor gut einem Jahr hatten in beiden Verbänden noch mehr als die Hälfte der Anhänger Beiträge gezahlt.

In Niedersachsen ist es laut der Aufstellung noch schlimmer: Von 782 Zahlern im Jahr 2011 sind noch zwei übrig geblieben. In Bremen zahlte kein einziger Pirat.

Anmerkung der Redaktion: Die Piraten haben nach Veröffentlichung der Meldung gegen die Darstellung Einspruch erhoben, sie verlören zahlende Mitglieder. "Wir haben keinerlei Signale aus den Landesverbänden, dass die Zahlungsmoral der Mitglieder absinke, im Gegenteil", sagte Swanhild Goetze, Schatzmeisterin der Bundespiraten, SPIEGEL ONLINE am Sonntag.

Goetze erklärte auf Anfrage, wie die niedrigen Zahlungsdaten im Wiki der Partei zustande kämen: "Die bereits gezahlten Beiträge wurden schlichtweg noch nicht gebucht und veröffentlicht", so Goetze, "unser Wiki ist nicht auf dem neuesten Stand, unsere Landesschatzmeister arbeiten ehrenamtlich. Den Januar und Februar nutzen sie üblicherweise, um Buchungen aus dem Vorjahr ordentlich abzuschließen", sagte Goetze weiter. So sei der vermeintliche "Einbruch" der Mitgliedsbeiträge zu erklären. "Das ist jedes Jahr das gleiche und kein Grund zur Sorge."

Goetze verwies darauf, dass etwa in Niedersachsen gerade ein Landesparteitag mit mehreren stimmberechtigten, ergo zahlenden, Mitgliedern stattgefunden habe. Die Schatzmeisterin ging davon aus, dass spätestens im Mai alle Daten in der Buchhaltung aufgefrischt sein würden. Dann halten die Bundespiraten ihren nächsten Parteitag ab.

heb/amz/dpa

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insgesamt 135 Beiträge
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1.
meinmein 24.02.2013
Ganz im Sinne der Umsonstkultur. Da sind die Piraten konsequent.
2. optional
chalchiuhtlicue 24.02.2013
Das sagt doch viel über diesen Kindergarten aus ...
3. Traurig!
grafwagner 24.02.2013
Einfach nur traurig!
4. grausame Organisation, trotz guter Moral...
inecht 24.02.2013
Nicht die Zahlungsmoral ist Schuld, sondern das blanke Chaos bei den Verbänden. Eine Partei mit dieser Ausrichtung will Papier hin- und herschicken. Klare Organisation ist denen zu spießig, paypal und ähnliche Zahlungsmethoden aber zu teuer. Selbst Schuld.
5.
brandmeister 24.02.2013
Ist doch nur die logische Konsequenz aus der Kostenlos-, bzw. Ich-zahl-nur-was-ich-will-Kultur der Piraten. Das sind wohl die Geister, die man selbst gerufen hat.
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