Merkel gegen Steinmeier Streit über TV-Duelle der Kanzlerkandidaten

Die Bundestagswahl ist noch über vier Monate hin - doch die Strategen rangeln hinter den Kulissen heftig um die geplanten TV-Duelle von Kanzlerin Merkel mit Herausforderer Steinmeier. Die privaten Sender haben nach Informationen des SPIEGEL eine ganz neue Form vorgeschlagen.


Hamburg - Das meiste beim Fernsehduell der Kanzlerkandidaten ist noch offen. Es ist sogar unklar, ob es nur eine oder zwei Sendungen geben wird. Aber jetzt handeln die Wahlkampfstrategen von Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach SPIEGEL-Informationen die Details aus. Für ein mögliches zweites Aufeinandertreffen haben die Privatsender bei den Parteien eine neue Form ins Spiel gebracht - ein Duell nach dem Vorbild amerikanischer "Townhall Meetings", bei der die Kandidaten direkt Fragen von Wählern beantworten.

Die Union habe auf die Idee nur zögerlich reagiert, heißt es in der SPD. Vertreter der Kanzlerin hätten gegenüber TV-Verantwortlichen deutlich gemacht, dass man eher auf die traditionelle Form des Aufeinandertreffens setze.

Merkel wird sich jedoch bereits am 17. Mai bei RTL - gut vier Monate vor der Bundestagswahl am 27. September - den Fragen eines Studiopublikums stellen. Die Sendung läuft parallel zum sonntäglichen ARD-Politik-Talk "Anne Will".

Die ARD selbst plant für die heiße Wahlkampfphase unabhängig vom Duell "Townhall Meetings" mit jeweils einem Spitzenkandidaten. Das ZDF denkt über eine Kandidatenbefragung nach, zu der die Bürger per Internet Fragen stellen können, und hat die Generalsekretäre bereits zu einer "Berliner Runde" vor der Wahl eingeladen. Für dieses Format hat der Sender auch schon eine Zusage - von der CSU.

2005 hatten ARD, ZDF, RTL und Sat.1 die beiden Kontrahenten Gerhard Schröder (SPD) und Merkel gemeinsam befragt. Sabine Christiansen (ARD) und Thomas Kausch (Sat.1) sowie Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL) bildeten jeweils ein Frageteam. Beim ersten TV-Duell vor der Bundestagswahl 2002 hatte es zwei Sendungen gegeben. Peter Kloeppel und Peter Limbourg hatten das erste Duell für die Privaten moderiert, Sabine Christiansen und Maybrit Illner leiteten zwei Wochen später die zweite Auflage.



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