Kampf gegen Islamisten Merkel gibt grünes Licht für Mali-Mission

Ein Einsatz der Bundeswehr im von Islamisten bedrohten Mali wird immer wahrscheinlicher. Deutschland sei für die Beteiligung an einer Ausbildungsmission in dem afrikanischen Krisenland bereit, teilte Kanzlerin Merkel mit.

Islamisten-Unterstützer in Mali: "Die Streitkräfte sind zu schwach"
AFP

Islamisten-Unterstützer in Mali: "Die Streitkräfte sind zu schwach"


Strausberg - Deutschland will sich am Kampf gegen die Islamisten in Mali beteiligen - zumindest an einer Ausbildungs- und Unterstützermission der EU. Kanzlerin Angela Merkel erklärte die grundsätzliche Bereitschaft für einen solchen Einsatz in dem westafrikanischen Land.

Die Mission soll die malische Regierung gegen radikale Islamisten unterstützen. "Freiheitliche demokratische Staaten können nicht akzeptieren, dass der internationale Terrorismus im Norden des Landes ein sicheres Rückzugsgebiet erhält", sagte Merkel auf einer Bundeswehrtagung in Strausberg bei Berlin. "Wir wissen, dass die Streitkräfte Malis zu schwach sind zu handeln. Sie brauchen Unterstützung."

Mali steht nach der Eroberung des Nordens durch radikale Islamisten vor der Spaltung. Eine Militärintervention afrikanischer Staaten unter Uno-Mandat wird immer wahrscheinlicher. Die EU könnte Kräfte zur Ausbildung der malischen Streitkräfte entsenden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Bis zum 19. November soll die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ein Einsatzkonzept vorlegen.

De Maizière rechnet mit mehr Auslandseinsätzen

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) stellt sich ohnehin auf eine Zunahme der Bundeswehreinsätze im Ausland ein. "Als starkes Mitglied der internationalen Gemeinschaft wird Deutschland künftig eher häufiger gefragt werden, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen - auch militärisch", sagte der CDU-Politiker in Strausberg laut einem vorab verbreiteten Redetext.

Niemand in der Bundeswehr, der Regierung oder im Bundestag dränge auf Einsätze. "Aber wenn ein Einsatz politisch erforderlich, gewollt und entschieden ist, muss die Bundeswehr einsatzbereit und einsatzfähig sein - und zwar schnell und ohne lange Vorbereitung", sagte de Maizière. Als vereintes Land mit einer der größten Volkswirtschaften der Welt habe Deutschland Verantwortung für Sicherheit und Stabilität in der Welt. "Wir werden gefragt, unser Einfluss ist erwünscht und anerkannt", sagte er. "Deutschland sollte sich nicht überschätzen, aber auch nicht unterschätzen."

De Maizière warb in seiner Rede bei den Soldaten um Verständnis für die teils schmerzhaften Einschnitte durch die Bundeswehrreform und bat um Geduld. Verbesserungen hätten bisher nur vereinzelt spürbar werden können. "Die Umsetzung hat ja eben erst begonnen. Wir Menschen sind offenbar so angelegt, dass wir bei Veränderungen erst einmal die Risiken befürchten, als für die Chancen zu arbeiten."

als/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
Klaus100 22.10.2012
1. Francois Hollande lässt grüßen
Leider gibt Merkel diesmal französischenm Druck nach. Aber wessen Interessen werden in Mali vertreten. Humintärer Einsatz ist sicher nur ein Vorwand.
Mario V. 22.10.2012
2. Nein!
Zitat von sysopAFPEin Einsatz der Bundeswehr im von Islamisten bedrohten Mali wird immer wahrscheinlicher. Deutschland sei für die Beteiligung an einer Ausbildungsmission in dem afrikanischen Krisenland bereit, teilte Kanzlerin Merkel mit. Merkel gibt grünes Licht für Mali-Mission der Bundeswehr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-gibt-gruenes-licht-fuer-mali-mission-der-bundeswehr-a-862736.html)
Nicht Deutschland ist bereit. Merkel ist es vielleicht, und ein paar andere Politiker. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass bei einer Befragung der Bevölkerung ein deutliches Nein rauskommen würde, genau wie es ein deutliches Nein zum Afghanistan-Einsatz gibt. Aber es ist wie immer, die Bevölkerung wird halt nicht gefragt. Nicht bei Auslandseinsätzen der Truppe, und nicht bei dem Befüllen von Fässern ohne Boden.
freidimensional 22.10.2012
3. Was soll man da noch sagen?
Zitat von sysopAFPEin Einsatz der Bundeswehr im von Islamisten bedrohten Mali wird immer wahrscheinlicher. Deutschland sei für die Beteiligung an einer Ausbildungsmission in dem afrikanischen Krisenland bereit, teilte Kanzlerin Merkel mit. Merkel gibt grünes Licht für Mali-Mission der Bundeswehr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-gibt-gruenes-licht-fuer-mali-mission-der-bundeswehr-a-862736.html)
Als erstes hört man: "Ausbildungsmission". Als nächstes kommt was? Ach ja, "die Freiheit Deutschlands wird in Mali verteidigt..." Später dann vielleicht: "Deutsche Soldaten sind bemüht, ihr Wüstencamp gegen marodierende Banden von Terroristen zu verteidigen. Selbstschutz ist sehr wichtig..." Man wird dann auch noch in Erfahrung bringen, dass demnach von 100 Soldaten ca. 11 Stück bzw. Prozent im "wirklichen" Kampfeinsatz sind, der Rest bewacht das Camp und telefoniert und berichtet und arbeitet am Computer, im Krankenlager oder in der Küche. Dafür steht der Steuerzahler gerade. Jawoll. Ende einer hoffentlich ZU pessimistischen Einschätzung...
TheSphinx 22.10.2012
4. Erde an tauhid328
...hier geht es nicht um einen Kampf gegen den Islam. Mich beschleicht das Gefühl, dass es genau Mitbürger wie sind, die absichtlich "falsch verstehen" (Dummheit und Nichtlesenkönnen unterstelle ich jetzt einmal nicht...) und damit Ressentiments schüren. Würden Sie und Konsorten sich die Mühe machen, nicht alles durch die grüne Koranbrille zu sehen, dann bräuchten wir keine Mali-Einsätze...SO EINFACH könnte die Welt sein.
schwerpunkt 22.10.2012
5.
Was hat denn Rente und staatliche Ausgaben diesbezüglich mitelbar mit der Finanzierung eines Militäreinsatzes zu tun. Was erwarten Sie? Staatliche Almosen? Sie leben doch bereits in einem Staat mit sozialistisch anmutender Grundversorgung, damit man sich ja nicht mehr selbst um sich kümmern muss. Man kann Sinn oder Unsinn von Militäraktionen im einzelenen diskutieren. Aber es an der Rente bzw. an Sozialleistungen fest zu machen ("Wenn der was bekommt, hat er es mir weg genömmen. rääbäähh") Wie gepampert wollen manche denn noch werden und sich dann immer noch aufregen, dass ihnen nicht auch noch der Hintern geputzt wird ... Ich frage mich gerade was oder wer hier "krank" ist.
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