Steueraffäre: Merkel ist enttäuscht von Hoeneß

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Die Kanzlerin schaltet sich in die Steueraffäre um Bayern-Präsident Uli Hoeneß ein. Angela Merkel sei enttäuscht, sagt Regierungssprecher Seibert. Steuerhinterziehung sei ohne jeden Zweifel ein schweres Delikt.

Berlin - Bundeskanzlerin Merkel hat Uli Hoeneß für seine mutmaßliche Steuerhinterziehung kritisiert. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in der Bundespressekonferenz.

Viele Menschen seien jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß. "Die Bundeskanzlerin gehört auch zu diesen Menschen", sagte Seibert. Angela Merkel habe großen Respekt vor dem sozialen Engagement des Bayern-Präsidenten. Nun sei aber eine "traurige Facette" hinzugekommen. Steuerhinterziehung sei ohne jeden Zweifel ein schweres Delikt.

Am Wochenende hatten Medien gemeldet, dass sich der Präsident des Fußballclubs FC Bayern wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe selbst angezeigt haben soll. Oppositionspolitiker hatten Hoeneß deswegen scharf kritisiert.

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Uli Hoeneß: Ein Leben für den FC Bayern
Die Kanzlerin bleibe davon überzeugt, dass ein Steuerabkommen mit der Schweiz weiter nötig sei, sagte Seibert. "Eines Tages wird ein solches Abkommen auch kommen", fügte er hinzu. Das Finanzministerium hält die Kritik am gescheiterten Steuerabkommen im Zuge der Affäre Hoeneß für unberechtigt. Es sei nicht zu erkennen, warum ein Einzelfall die Sinnhaftigkeit des Abkommens zur Besteuerung von Altkapital und künftiger Kapitalerträge in Frage stelle, sagte der Sprecher des Ministeriums, Martin Kotthaus. "Es wäre gelungen, nicht nur die Einzelfische zu fangen, sondern den ganzen Schwarm im Netz zu haben."

Hoeneß selbst hat nach Bekanntwerden seiner Steueraffäre einigen Medien mit Klagen gedroht. "Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen", sagte er dem "Münchner Merkur"; für eine Zeitung, behauptete er, "wird das richtig teuer".

Mehr wollte sich der Präsident von Bayern München nicht entlocken lassen: "Ich werde Wochen ins Land ziehen lassen, ehe ich mich äußere." Am Sonntag hatte er der "Sport Bild" gesagt, seinen Posten als Aufsichtsrat des FC Bayern nicht räumen zu wollen. Darüber hinaus erklärte er, dass er am Dienstag beim Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona im Stadion sein wolle.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61 Jahre alten Sportfunktionär und Unternehmer wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, wie der "Focus" gemeldet hatte. Das Nachrichtenmagazin, dessen Herausgeber Helmut Markwort dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern angehört, beruft sich auf den ermittelnden Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich und Hoeneß selbst, der bestätigt hatte, im Januar eine Selbstanzeige erstattet zu haben. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erklärte, schon seit längerem Kenntnis von dem Verfahren zu haben.

"Ich muss nicht auf die Malediven"

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phw/dpa

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insgesamt 251 Beiträge
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1. Der Seehofer ist ein Dilletant
mickymesser 22.04.2013
so einen Satz hätt der Stoiber nie und nimmer gesagt. Der Stoiber hät gesagt: Ich weiss von nix.
2. enttäuscht ?
hypnoforce 22.04.2013
welchen Schweregrad hat denn Vertragsbruch (EU-Verträge) ? Erinnert sei an das Wahlplakat der CDU von 1999 !!!!
3. ?
rudig 22.04.2013
Zitat von sysopDie Kanzlerin schaltet sich in die Steueraffäre um Bayern-Präsident Uli Hoeneß ein. Angela Merkel sei enttäuscht, sagt Regierungssprecher Seibert. Steuerhinterziehung sei ohne jeden Zweifel ein schweres Delikt. Merkel ist von Hoeneß enttäuscht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-ist-von-hoeness-enttaeuscht-a-895780.html)
Sie ist enttäuscht, wirklich? Immerhin ist er doch noch ein Engel gegenüber Ackermann!
4. Vorsicht
mps58 22.04.2013
Vorsicht ist angebracht bei all denjenigen Politikern, die immer soziales Engagement und Gerechtigkeit auf der Zunge haben und sich dann in ihren Millionenvillen einen teuren Pinot Grigio reinziehen. An ihren Taten müssen sich Politiker messen lassen, nicht an ihren Worten. Besonders nicht an den Worten im Wahlkampf, wie schon der Sozialdemokrat Müntefering so treffend gesagt hat.
5. ..vielleicht auch mal eine steuerfreie Monatspauschale...
zackenblitz 22.04.2013
...für alle Bürger, nicht nur für Politiker....und mal wieder auf die Ausgabenseite schauen, nicht nur bei jeder Gelegenheit Neiddebatten lostreten und Steuererhöhungen anpreisen...
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