Merkel über toten Elitesoldaten "Ein schwerer Schlag"

Der Tod eines KSK-Soldaten in Afghanistan verunsichert die deutschen Truppen. Nun hat sich auch Kanzlerin Merkel bei ihrem Feldbesuch zu dem Vorfall geäußert: Der erste tödliche Angriff auf die Bundeswehr seit zwei Jahren sei "ein "Rückschlag", der den Ernst der Lage verdeutliche.


Kunduz - Zum ersten Mal seit zwei Jahren ist wieder ein Mitglied der deutschen Truppen in Afghanistan getötet worden. Für Kanzlerin Angela Merkel war der Tod des 32-jährigen Elitesoldaten das wichtigste Thema bei ihrem Blitzbesuch bei den Einheiten am Hindukusch. Dort äußerte sie sich am Freitag in klaren Worten über den Vorfall: "Jeder Gefallene ist ein schwerer Schlag für uns. Da wir eine längere Zeit keinerlei Gefallene hatten, war es natürlich insofern auch ein Rückschlag", so die Kanzlerin.

Merkel war mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Donnerstagabend in Richtung Afghanistan aufgebrochen. In Kunduz legten die Politiker Kränze für den gefallenen Soldaten nieder. "Es hat uns vor Augen geführt, dass es eine nach wie vor komplizierte Situation ist", sagte Merkel über den tödlichen Zwischenfall.

Die bereits lange im Voraus geplante Reise war - wie immer bei Besuchen von Top-Politikern in Afghanistan - im Vorfeld aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden.

Der Tod des Hauptfeldwebels ist bisher nur bruchstückhaft dokumentiert. Nach Bundeswehrangaben war der Soldat des Kommando Spezialkräfte (KSK) am späten Samstagnachmittag bei einer gemeinsamen Operation mit dem Codenamen "Maiwand" in der Nähe des nordafghanischen Orts Baghlan getötet worden.

Demnach war die gemischte Einheit, in der die Deutschen als sogenannte Berater für die Afghanen mitgingen, zunächst von Aufständischen mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten attackiert worden. Daraufhin forderten die Deutschen Kampfjets an, die die Stellungen der Gegner bombardierten. Bei einer anschließenden Prüfung der Bombenschäden wurden die Soldaten erneut attackiert. Der KSK-Soldat aus Baden-Württemberg wurde dabei so schwer verwundet, dass er vor Ort starb. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder.

Merkel: politische Prozesse müssen weitergehen

Trotz des Rückschlags mahnte Merkel weitere Reformen in Afghanistan an. "Wir werden ein Auge darauf haben, dass der politische Prozess hier vorangeht", sagte sie vor Soldaten in Kunduz. Als anstehende Aufgaben nannte die Kanzlerin die Vorbereitung der Präsidentschaftswahl im April 2014 und den Aufbau der Wirtschaft.

"All das vollzieht sich zum Teil mühselig, zum Teil etwas langsamer, als wir uns das wünschen", sagte Merkel. "Aber es ist unabdingbar dafür, dass der militärische Einsatz nicht allein stehenbleibt, sondern dass er wirklich Erfolg hat."

Die Bundeskanzlerin bekräftigte den Willen der Bundesregierung, sich nach dem Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes Ende 2014 weiter militärisch in Afghanistan zu engagieren, und ermunterte andere Länder, das ebenfalls zu tun. "Die Bundeswehr hat hier im gesamten Gebiet natürlich auch gezeigt, wie internationale Kooperation gut funktionieren kann."

jok/dpa

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Seite 1
glen13 10.05.2013
1.
Zitat von sysopAFPDer Tod eines KSK-Soldaten in Afghanistan verunsichert die deutschen Truppen. Nun hat sich auch Kanzlerin Merkel bei ihrem Feldbesuch zu dem Vorfall geäußert: der erste tödliche Angriff auf die Bundeswehr seit zwei Jahren sei "ein "Rückschlag", der den Ernst der Lage verdeutliche. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-nennt-tod-von-ksk-soldat-in-afghanistan-rueckschlag-a-899075.html
Politisch war dieser Besuch vor den Wahlen wohl notwendig. Ich kann aber das geheuchelte Mitleid unserer im Trockenen sitzenden Politiker nicht ertragen. Erst schicken sie junge Leute in sinnlose Gefahrensituationen, um dann später Mitleid zu heucheln.
soziologe79 10.05.2013
2. Welche Reformen
Zitat von sysopAFPDer Tod eines KSK-Soldaten in Afghanistan verunsichert die deutschen Truppen. Nun hat sich auch Kanzlerin Merkel bei ihrem Feldbesuch zu dem Vorfall geäußert: der erste tödliche Angriff auf die Bundeswehr seit zwei Jahren sei "ein "Rückschlag", der den Ernst der Lage verdeutliche. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-nennt-tod-von-ksk-soldat-in-afghanistan-rueckschlag-a-899075.html
Das Regime ist weiterhin korrupt. Der Drogenhandel blüht. Dieser Krieg ist verloren. Alle wissen das, auch wenn einge etwas anderers sagen
rainer_daeschler 10.05.2013
3. Bataillon Laufender Keiler
Merkel: "Aber es ist unabdingbar dafür, dass der militärische Einsatz nicht allein stehenbleibt, sondern dass er wirklich Erfolg hat." Wie weit die Kanzlerin von der Realität entfernt ist, kann man diesem Beitrag aus der Stuttgarter Zeitung entnehmen: Interview mit Afghanistan-Experte: Nicht hinter jedem Anschlag stecken die Taliban (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-mit-afghanistan-experte-nicht-hinter-jedem-anschlag-stecken-die-taliban.c2e6fd01-0d8e-4d58-ad7c-95d48ecebc27.html) Es ist völlig undurchsichtig, wen die Bundeswehr vor und gegen wen in Afghanistan schützen soll. Je hartnäckiger die Bundeswehr im Land verweilt, desto mehr werden ihre Soldaten zum Angriffsziel werden. Hart wird es nach dem offiziellen Abzug für die 600-800 Soldaten, die übrig bleiben sollen. Die werden zum "Bataillon Laufender Keiler", Ziele des Sportschützenvereins Taliban & Co. e.V in Kabul.
ARIANVS 10.05.2013
4. Soldaten sterben
ab und an... Das ist der sog. Berufsrisiko. Ja, es ist immer schlimm wenn Menschen sterben, jedoch finde ich so was von heuchlerisch, daß die Bundeskanzlerin so was macht... nach Afghanistan zu fliegen, für eine Krieg der hierzulande von den meisten nicht verstanden und nicht gewollt ist. Ja ja, Stimme braucht die Dame für die nexte Kanzlershow in September... wie dumm werden wir alle gehalten hier eigentlich?
izra_l. 10.05.2013
5. Dann sollte sie berichten...
...an ihre Bilderberg-Bosse. Ich bin sicher dass es sie interressieren wird, das ein toter KSK Sodat zu beklagen ist. Ach, geht nicht, Angie ist ja schon von dennen verplant worden und sie setzen jetzt auf Per und Jürgen. Naja, nicht traurig sein Angie, Du hast dir wirklich Mühe gegeben, dafür gibts bestimmt ein Leckerli von der Elite!
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