Kritik an der "Klimaqueen" Merkel sagt Reise zum Umweltgipfel ab

Im Juni reisen die Staats- und Regierungschefs der Welt zur Uno-Umweltkonferenz nach Rio de Janeiro. Doch die nachhaltige Entwicklung des Planeten müssen sie ohne die deutsche Bundeskanzlerin diskutieren. Die Grünen werfen Merkel vor, das Thema Klimaschutz aufgegeben zu haben.

Angela Merkel bei einem Treffen in Berlin: Uno-Umweltkonferenz ohne die Kanzlerin
AFP

Angela Merkel bei einem Treffen in Berlin: Uno-Umweltkonferenz ohne die Kanzlerin


Berlin - Für diese Absage gibt es scharfe Kritik: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nicht am Uno-Gipfel für nachhaltige Entwicklung teilnehmen, der vom 20. bis 22. Juni im brasilianischen Rio de Janeiro stattfindet. Merkel habe entschieden, dass die deutsche Delegation von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) geleitet werden solle, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Berlin.

"Die Bundeskanzlerin hat ihre Entscheidung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff in einem Telefonat erläutert", sagte der Sprecher. Deutschland sei mit den Ministern hochrangig vertreten. Merkel werde sich jedoch über die Entwicklung der Verhandlungen informieren lassen und sich weiter für ein ambitioniertes Ergebnis der Rio-Konferenz einsetzen.

Die Konferenz "Rio+20" findet genau 20 Jahre nach dem Erdgipfel (UNCED) in der brasilianischen Metropole statt. 1992 hatte die Staatengemeinschaft die Nachhaltigkeit als Grundprinzip für verschiedenste Bereiche, etwa für die Produktion in Industriestaaten oder die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern, verankert. Zu dem Nachfolgetreffen werden Vertreter aus etwa 120 Staaten erwartet. Es soll überprüft werden, wie weit man in diesem Bereich gekommen ist, und welche neuen Ziele nötig sind. Deutschland sieht sich bei Klimaschutz und Energiewende als ein Vorreiter, daher hatten viele mit Merkels Teilnahme gerechnet.

Die Grünen reagierten mit scharfer Kritik auf Merkels Absage. "Die ehemalige Klimaqueen Angela Merkel hat das Thema Klimaschutz offenbar endgültig ad acta gelegt", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth. In Rio kämen die Staats- und Regierungschefs der Welt zusammen, um die nachhaltige Entwicklung des Planeten zu debattieren, aber der Bundeskanzlerin sei das kein Anliegen mehr.

"Klimapolitik ist damit offiziell nicht mehr Chefsache, sondern Sache des schon eingepreisten Wahlverlierers Röttgen, dem offenbar selbst von Merkel in NRW kein Erfolg mehr zugetraut wird", sagte Roth. Sie spielte damit darauf an, dass Röttgen eigentlich nur in Rio teilnehmen kann, wenn er nicht neuer Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen wird.

lgr/AFP/dpa



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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
posten 03.05.2012
1. Endlich
dann besteht ja Hoffnung, dass dieser Klimaunsinn sich so langsam seinem Ende nähert. Hat ja sowieso nur zur Ablenkung getaugt.
theresia 03.05.2012
2.
dass sie nach den Wahlen,auch in Frankreich und Griechenland, sehen muss, was ihr noch an Entscheidungsfreiheit bleibt.
intenso1 03.05.2012
3. Also...
Zitat von postendann besteht ja Hoffnung, dass dieser Klimaunsinn sich so langsam seinem Ende nähert. Hat ja sowieso nur zur Ablenkung getaugt.
Also weiter so!? Was interessiert mich die Umwelt. Soll doch die nächste Generation zu sehen wie sie klar kommt. So kommen sie natürlich auch durchs Leben.
willi2007 03.05.2012
4.
Ich gebe der Bundeskanzlerin recht, nicht zu dieser Showveranstaltung zu reisen. Noch besser wäre es, wenn auch die Minister Röttgen und Niebel zu Hause blieben. Deutschland mit einem Bevölkerungsanteil von etwas mehr als einem Prozent kann die Welt genauso wenig retten, wie ein Schwanz mit dem Hund wedeln können. Und die Grünen, diese Volksverräter, sollen sich lieber dafür einsetzen, dass 600.000 Haushalte ihre Stromrechnung noch bezahlen können. Die grünen Spinner sind das Allerletzte, was die Republik derzeit braucht.
Kernseife 03.05.2012
5. die Unzufriedenheit der Kanzlerin durch Verluste
ihrer Partei CDU bei Wahlen und die Gegegenwehr der Eu-Staaten gegen Deutschland, trifft Merkel ins Mark und lähmt sie, um neue Ziele nachzugehen. Die MerkelStatue hat unzählige Risse bekommen und fängt an zu bröckeln.Ihr Ende naht und Europa liegt am Boden..Jetzt sind die Stones gefragt und nicht mehr Madame Non!
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