Reaktion auf Europawahl Kanzlerin schließt Zusammenarbeit mit AfD aus

Angela Merkel erteilt einem Bündnis mit der AfD eine Absage: "Das ziehen wir nicht in Betracht." Das Abschneiden der Rechtspopulisten in Europa nannte die Kanzlerin "bemerkenswert und bedauerlich".

Kanzlerin Merkel: "Wir haben ein solides Ergebnis erreicht"
AP/dpa

Kanzlerin Merkel: "Wir haben ein solides Ergebnis erreicht"


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zufrieden über das Ergebnis ihrer Partei bei der Europawahl geäußert. "Wir freuen uns, dass die Union stärkste Kraft geworden ist - mit deutlichem Abstand zu den Sozialdemokraten", sagte Merkel. "Wir haben ein solides Ergebnis erreicht." Die CSU, die bei der Wahl klar verloren hatte, werde ihr Ergebnis selbst analysieren.

"Weder die EVP noch die Sozialdemokraten haben genug Stimmen im Europaparlament. Das heißt, es muss Gespräche geben", sagte Merkel zum EU-weiten Wahlergebnis. Die Verhandlungen könnten sich über Wochen hinziehen. Die CDU-Vorsitzende vermied jedoch ein klares Bekenntnis zu Jean-Claude Juncker als künftigem Kommissionspräsidenten. David McAllister, Spitzenkandidat der CDU bei der Europawahl, sagte, das Ergebnis gebe Juncker Rückenwind.

"Wir müssen deutlich machen, wofür wir stehen"

Eine Zusammenarbeit mit der AfD komme nicht in Betracht, stellte Merkel klar. "Wir müssen uns intensiv mit den Wählern der AfD befassen. Wir müssen deutlich machen, wofür wir stehen", so die Unionschefin. "Unsere Strategie im Umgang mit der AfD bleibt so, wie sie ist." Das Abschneiden der Rechtspopulisten in Europa insgesamt bezeichnete sie als "bemerkenswert und bedauerlich".

Zuvor hatte der Unionspolitiker Klaus-Peter Willsch SPIEGEL ONLINE gesagt, dass eine Koalition mit der AfD durchaus denkbar sei. "Wir müssen für künftige Koalitionen nüchtern darauf blicken, mit wem wir die größten Schnittmengen haben: mit der SPD, mit den Grünen oder mit der AfD? Da sehe ich die größten Schnittmengen mit der AfD", sagte der Bundestagsabgeordnete.

Über das Ergebnis bei den Kommunalwahlen zeigte sich die CDU-Chefin "erfreut". Merkel hob besonders das Abschneiden das Landesverbands in Nordrhein-Westfalen hervor.

syd

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insgesamt 71 Beiträge
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ullibulli09 26.05.2014
1. Jetzt hat auch die CDU ihre...
... Regierungsergebnis-Abspaltungspartei. Was die Linke bei der SPD war, hat nun auch bei der CDU zu einer Protestwählerpartei geführt. Im Ergebnis konsequent, aufgrund der beschämenden CDU-Politik der letzten Jahre, doch ich fürchte um die Zukunft. Ich möchte keine Verhältnisse wie in der Weimarer Republik mit vielen kleinen Splitterparteien.
seoul 26.05.2014
2. Außer
Ein paar Wirrköpfe in der CDU wird niemand, schon gar nicht in der Afd, eine Zusammenarbeit mit den abgewählten Parteien anstreben. Die Reise der Afd hat erst begonnen. Überall da, wo keine Kommunalwahl stattfand, hat sie hohe Ergebnisse. Viele traditionelle Wähler , meist ohne jede politische Kenntnis oder religiös, wählen noch CDU oder SPD.
kenterziege 26.05.2014
3. Ausschliesseritis...
....ist eigentlich eine politische Krankheit. Mal sehen, wie das die nachgeordneten Chargen der CDU nach den Landtagswahlen im Osten sehen! Merkel war vor der Wahl auf ihrem Höhepunkt. Ab jetzt geht es langsam bergab mit Frau Merkel! Das System Merkel bröckelt!
SteigerF 26.05.2014
4.
Man muss ja wahrlich kein Anhänger der AfD sein, aber es ist schon bedenklich, wie sich die etablierten Parteien gegenüber neuen Gruppierungen verhalten: man ignoriert sie einfach. Das ist schon eine geballte Ladung Arroganz.
unsichtbarergeist 26.05.2014
5. Tja, mit wem dann?
Mit der 3%-FDP? Nochmals Groko mit komplettem Profilverlust? Oder den Multikulti-Toleranz-Linken? Sieht für mich so aus, als gingen der CDU die Partner aus.
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