Merkels Promotionsnoten: Glänzend in Physik, mäßig in der Ideologie

Bislang wollte Angela Merkel ihre Promotionsnoten lieber geheim halten, nun erstritt sich der SPIEGEL Einblick in die Zensuren vor Gericht: In Naturwissenschaften glänzte die Physikerin demnach. In "Marxismus-Leninismus" hingegen gab es nur ein "genügend".

Kanzlerin Merkel: Für ihre physikalischen Forschungen ein "sehr gut" Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel: Für ihre physikalischen Forschungen ein "sehr gut"

Hamburg - Aufgrund einer Klage des SPIEGEL auf Aktenauskunft vor dem Verwaltungsgericht Berlin hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Informationen über die Noten des Promotionsverfahrens der Bundeskanzlerin herausgeben müssen.

Die Kanzlerin hat Einblicke in ihre Promotionsakte, die im Archiv der Akademie liegt, bisher verwehrt. Manche Wegbegleiter aus DDR-Zeiten halten ihr Nähe zum SED-Regime vor - was zumindest die nun vorliegenden Unterlagen aber nicht bestätigen.

Die Physikerin war eine hervorragende Naturwissenschaftlerin, reüssierte aber nur mäßig im Fach "Marxismus-Leninismus" (ML). Ideologie-Professor Joachim Rittershaus gab ihr 1983 nach dreijähriger "Marxistisch-Leninistischer Weiterbildung" nur ein "genügend" (rite). Die damals 29-jährige Merkel forschte an der Akademie der Wissenschaften der DDR, und alle Doktoranden, auch die Naturwissenschaftler, mussten sich ideologisch schulen lassen.

So wollte Rittershaus von den Studenten wissen, was Karl Marx von der Klassenfrage hielt und wie das mit den Produktivkräften in der DDR sei. Man habe das damals, sagt Rittershaus, "nicht so ernst genommen". An Merkel kann er sich nach eigener Aussage nicht erinnern. Auch später wurden Merkels ideologische Leistungen offenbar nicht besser.

1986 legte sie ihre Abschlussarbeit in ML vor, die heute verschollen ist. Immerhin ist jetzt ihre Abschlussnote für dieses Fach bekannt: "genügend". Für ihre physikalischen Forschungen aber erhielt Merkel ein "sehr gut". Fortan durfte sie sich Frau Doktor nennen.

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Forum - Links, rechts, mitte - wo liegt die Zukunft der CDU?
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1.
kdshp 15.01.2010
Zitat von sysopGleiche Chancen für alle, mehr Offenheit nach links: CDU-Chefin Angela Merkel hat das Konzept ihrer Partei für die kommenden Jahre präsentiert. Kritik an ihrem Führungsstil ficht sie nicht an - im Gegenteil: Sie preist die Diskussionskultur der Christdemokraten. Wie und wo sehen Sie die Zukunft der CDU?
Hallo, unter 30% wenn die auch anfangen ihre wähler zu verprellen wie die SPD. Und wo hat die "Diskussionskultur der Christdemokraten" was gebracht außer das man nicht weiß woran man als wähler ist ? Die tage frau merkel im TV : Schweigen wäre auch eine art der diskussion !
2. Sauber MErkel
redkiller 15.01.2010
Seit Tagen wird gegen Merkel in den Medien gehetzt und gemobbt, weil die CDU nicht eingeknickt ist in der Personalie Brender . Heute hat sich Merkel der MEdienmeute gestellt und nicht nur gelächelt , sondern sie sauber nass gemacht. Es gibt keinen Zweifel das Merkel heute gezeigt hat, das der Großteil unser Linken und Linkischen Medien eigentlich sehr hirnlos gegen Merkel agiert, die Kritikpunkte hat sie sauber ausgekontert.
3.
Incroyable 15.01.2010
Zitat von sysopGleiche Chancen für alle, mehr Offenheit nach links: CDU-Chefin Angela Merkel hat das Konzept ihrer Partei für die kommenden Jahre präsentiert. Kritik an ihrem Führungsstil ficht sie nicht an - im Gegenteil: Sie preist die Diskussionskultur der Christdemokraten. Wie und wo sehen Sie die Zukunft der CDU?
Na klar! Zeigt sich ja in internationalen Vergleichen (z.B. PISA) immer wieder. Da bekommen aber sicher viele Stammwähler richtig Angst. Von wegen Freiheit statt Sozialismus.[/QUOTE] Alles wie sie es als FDJ Funktionärin im DDR Regime gelernt hat. Schwarz, nur leider lassen sich immer noch zu viele Menschen etwas vormachen.
4. Sie haben wohl eine Richtungssehschwäche?
Emil Peisker 15.01.2010
Zitat von redkillerSeit Tagen wird gegen Merkel in den Medien gehetzt und gemobbt, weil die CDU nicht eingeknickt ist in der Personalie Brender . Heute hat sich Merkel der MEdienmeute gestellt und nicht nur gelächelt , sondern sie sauber nass gemacht. Es gibt keinen Zweifel das Merkel heute gezeigt hat, das der Großteil unser Linken und Linkischen Medien eigentlich sehr hirnlos gegen Merkel agiert, die Kritikpunkte hat sie sauber ausgekontert.
Na, Sie Mörder der Roten. Sie haben wohl eine Richtungssehschwäche? Die Kritik der letzten Woche kam vorwiegend aus Unionskreisen. Die SPD und die Linken haben davon kaum profitiert, obwohl sie als Opposition für solche Steilvorlagen dankbar sein müssten. Wenn selbst der "linke" DGB-Boss Sommer die Merkel gegenüber der Unionskritik in Schutz nimmt, ist Ihr Eindruck, die Kritik käme vorwiegend aus Linken Medien, schon äußerst schielend, oder? Emil
5.
Adran, 15.01.2010
Zitat von Emil PeiskerNa, Sie Mörder der Roten. Sie haben wohl eine Richtungssehschwäche? Die Kritik der letzten Woche kam vorwiegend aus Unionskreisen. Die SPD und die Linken haben davon kaum profitiert, obwohl sie als Opposition für solche Steilvorlagen dankbar sein müssten. Wenn selbst der "linke" DGB-Boss Sommer die Merkel gegenüber der Unionskritik in Schutz nimmt, ist Ihr Eindruck, die Kritik käme vorwiegend aus Linken Medien, schon äußerst schielend, oder? Emil
Emil warste auch auf Short bei Euro, als merkelgerüchte aufkamen? Wer da wohl dran verdient hat, wird kein Linker gewesen sein ;)
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