Nach Rücktritt als Nationalspieler Merkel lobt Özil als "tollen Fußballspieler"

Angela Merkel hat Mesut Özil als Fußballer gelobt, der viel für die deutsche Nationalmannschaft geleistet habe. Sie respektiere seine Entscheidung zurückzutreten.

Angela Merkel
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Mit seinem Rücktritt aus der Fußballnationalmannschaft hat Mesut Özil für geteilte Reaktionen gesorgt: Auf der einen Seite gab es Verständnis, doch erneut muss der Weltmeister von 2014 heftige Kritik einstecken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen hat Özil als großartigen Fußballer gelobt und ihm für seine Verdienste für die deutsche Nationalelf gedankt. Regierungssprecherin Ulrike Demmer erklärte im Namen der Kanzlerin: "Die Bundeskanzlerin schätzt Mesut Özil sehr. Mesut Özil ist ein toller Fußballspieler, der viel für die Fußballnationalmannschaft geleistet hat." Özil habe jetzt eine Entscheidung getroffen, "die zu respektieren ist".

Der Sport trage viel zur Integration in Deutschland bei, sagte die Sprecherin weiter. "Deutschland ist ein weltoffenes Land, und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist eine Schlüsselaufgabe der Bundesregierung."

Der Führungsspieler des englischen Erstligisten FC Arsenal hatte am Sonntag in einer ausführlichen Stellungnahme seinen Rücktritt erklärt. Özil begründete den Schritt mit mangelnder Unterstützung des Deutschen Fußballbundes (DFB) gegen rassistische Angriffe. Özil warf im Rückblick auf die Kontroverse auf sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zudem deutschen Medien "rechte Propaganda" vor.

Özil mit Merkel, 2010
DPA/ Bundesregierung

Özil mit Merkel, 2010

Nach einem 3:0-Sieg gegen die Türkei 2010 im Berliner Olympiastadion hatte Merkel der Nationalmannschaft noch in der Kabine gratuliert und Özil, der mit freiem Überkörper und Handtuch vor ihr stand, die Hand geschüttelt.

Eine Sprecherin von Innenminister Horst Seehofer, der auch für Sport zuständig ist, reagierte nun im Vergleich zur Kanzlerin zurückhaltend: "Zu der Angelegenheit Özil hat der Minister schon mehrfach gesagt - das Thema ist ja nicht neu - dass er sich in diese internen Angelegenheiten nicht einmischen möchte."

cht/kev/Reuters/dpa



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