NRW-Ministerpräsident Laschet "Was Özil erreicht hat, ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte"

Für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet ist Mesut Özil immer noch ein Vorbild. Das Verhalten des DFB nennt der CDU-Politiker absurd.

Mesut Özil
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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht Mesut Özil immer noch als Beispiel für gelungene Integration. "Was Mesut Özil erreicht hat, ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte", sagte Laschet der "Bild am Sonntag".

Özil habe sich "aus einem Gelsenkirchener Stadtteil durch sein enormes Talent hochgearbeitet", er sei der erste Weltklassespieler gewesen, der sich trotz türkischer Wurzeln nicht für die türkische, sondern für die deutsche Nationalmannschaft entschieden habe. "Dafür ist er zu Beginn von Türken ausgepfiffen worden", sagte Laschet. "Das haben viele vergessen!"

Das Erdogan-Foto sei ein Fehler gewesen, so Laschet weiter. "Aber dass dem DFB drei Wochen nach der Niederlage gegen Südkorea einfällt, dass es ja ein Foto mit Erdogan gab, ist eine absurde sportliche Analyse des WM-Ausscheidens. Ich sehe die sportliche Karriere von Mesut Özil immer noch als vorbildlich an."

Laschet lud Özil ein, mit ihm dessen einstige Schule in Gelsenkirchen zu besuchen und "davon zu erzählen, welche Karriere für ein Kind aus einer Einwandererfamilie möglich ist".

Armin Laschet
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Die im Zuge der Özil-Diskussion entstandene #MeTwo-Debatte über Rassismus in Deutschland hält Laschet nach eigenen Worten für hilfreich. Die geschilderten Erfahrungen seien "nur ein Bruchteil dessen, was wirklich geschieht", so der CDU-Politiker. "Deutschland als Ganzes ist kein rassistisches Land", sagte Laschet. Aber die #MeTwo-Debatte, bei der viele Menschen rassistische Erfahrungen beschrieben, habe gezeigt, "dass wir im Zusammenleben respektvoller miteinander umgehen müssen".

Im unionsinternen Streit über die Ausrichtung von CDU und CSU warnte Laschet die bayerische Schwesterpartei vor rechtspopulistischer Rhetorik. "Wir machen die Populisten nicht klein, indem wir ihren Ton übernehmen, sondern mit einer Politik, die konkret Probleme löst", sagte der Ministerpräsident in der "BamS".

"Mit einem Rechtsruck wird die Union keine einzige Wahl gewinnen", ergänzte Laschet. "CDU und CSU waren immer stark, wenn sie sich mit klaren Prinzipien in der Mitte positioniert haben." Er begrüße, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder erklärt habe, "auf bestimmte Begriffe in der Auseinandersetzung zu verzichten, die andere verletzen".

Nach Ansicht von Laschet ist der Streit zwischen CDU und CSU beendet: "Wir können heute die Mitte der Gesellschaft, Wirtschaft Handwerk, Kirchen beruhigen: Mit uns gibt es keine konservative Revolution, kein Ende des geordneten Multilateralismus, keine nationalen Alleingänge zulasten unserer europäischen Nachbarn."

Einen Kommentar zu den Reaktionen aus der deutschen Nationalmannschaft zum Fall Özil lesen Sie hier.

wal

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insgesamt 132 Beiträge
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hausfeen 05.08.2018
1. Es wird Zeit, das Thema zu beerdigen.
Es werden neue Gelegenheiten kommen, Rassismus zu diskutieren. Wirklichen Rassismus und nicht die Gefühlsverwirrungen von Fußballmillionären.
telarien 05.08.2018
2. Ganz schwierig
Özil hat von allen Förderprogrammen des DFB durch die Jugend profitiert. Deutsche Fußballvereine waren der Startpunkt seiner Karriere. Seine Spiele in der deutschen Nationalmannschaft haben seinen Marktwert dahin gebracht, wo er heute ist. Seine Berater haben ihm gesagt, vergiss das, es gibt mehr Geld im Ausland. Ich denke, es ist nicht nett zu vergessen, woher man gekommen ist. Ich sehe Özil fremdgesteuert durch ein geldgeiles Umfeld. Und natürlich war er nicht mehr oder weniger schuldig am Ausscheiden als z.B. Müller. Da definitiv weniger! Und trotzdem rechtfertigt all das nicht Erdogans Fanboy zu sein!
pheapria 05.08.2018
3. never ending story
wieso werde ich eigentlich nicht Interviewt... hab dich auch zu sagen... gut mein Statement zu dem Interview... endlich einer der es ganz gut ausdrückt. wenn man bedenkt, was Özil eigentlich schon erreicht hat, ist's wirklich eine Erfolgsgeschichte... das Interview zu veröffentlichen find ich gut. meine Kritik geht nur dahin... dass wirklich jetzt jeder dazu was sagen musste. kann's nimmer lesen... macht Mal bitte ein Punkt dahinter. auch wenn Neuer und Müller Mist reden... es sind eben Sportler und keine Politiker. hätten sich die Spieler zusammen getan so wie in Schweden, wäre das Thema schnell beendet. ein kollektiv versagen von Mannschaft und Trainer kann passieren. analysieren, lehren ziehen und in 4 Jahren wieder angreifen... und endlich aufhören, dumm rumzulabern
kalger 05.08.2018
4. Unsere Eliten sind lange nicht mehr volksnah
Gutmenschfaschismus ist doch keine Antwort auf das Totalversagen der moralingesäuerten elitären Besserwisser und der political Correctnes. Und nicht zu vergessen, die Nazikeule wirkt nach wie vor.
tom.freiberg 05.08.2018
5. Ich kann es nicht mehr hören
Mesut hier, Mesut dort, und was weiß ich wo. Mir geht das echt auf den Zeiger. Mesut Özil ist in Deutchland geboren. Er hat einen "Migrationshintergrund". Und nun? Haben viele andere auch. Und nun kommt der kleine Wadenbeisser der CDU namens Laschet - seines Zeichens MP von NRW - um die Ecke und labert auch irgendwas. Steht eine Wahl an? Lieber Herr Laschet, oder eben nicht lieber, auf welchem abgehalfterten Pferd kommen Sie nun um die Ecke galoppiert? Das Thema ist durch. Haben Sie das noch nicht verstanden? Kümmern Sie sich doch mal wieder ganz arg liebreizend um den Auftritt inclusive Namensänderung landeseigener Ministerien. Das ist das was Sie können. Irgendwie hat jeder ein Talent. Auch wenn es eher klein ist.
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