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Ostukraine: Separatisten bestreiten Schuld an MH17-Absturz

Wrack der abgestürzten Maschine: BND gibt Separatisten die Schuld Zur Großansicht
DPA

Wrack der abgestürzten Maschine: BND gibt Separatisten die Schuld

Verantwortlich für den Abschuss von Flug MH17 sind prorussische Rebellen, davon geht der Bundesnachrichtendienst nach SPIEGEL-Informationen aus. Nun haben die Separatisten die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Donezk - Die Separatisten in der Ostukraine haben die Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) zurückgewiesen, Schuld am Absturz von Flug MH17 zu sein. In seinen Reihen gebe es nicht die nötigen Militärexperten, um die zum angeblichen Abschuss verwendete Luftabwehrsystem "Buk" abzufeuern, sagte Separatistenführer Andrej Purgin am Sonntag der Agentur Interfax zufolge in Donezk. Die Bedienung eines solchen Systems sei höchst kompliziert.

Die Anschuldigungen nannte Purgin die Folgen einer allgemeinen "Hysterie". Er gab der Führung in Kiew die Schuld an dem Absturz.

Der BND hingegen kommt nach SPIEGEL-Informationen in einer detaillierten Analyse zu dem Schluss, dass prorussische Rebellen durchaus für den Absturz der malaysischen Passagiermaschine, Flug MH17, in der Ostukraine verantwortlich seien.

In einem Vortrag vor den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums präsentierte BND-Präsident Gerhard Schindler am 8. Oktober umfangreiche Belege, darunter eine Auswertung von Satellitenaufnahmen und verschiedenen Fotos. Demnach erbeuteten prorussische Separatisten ein russisches Buk-Luftabwehrraketensystem von einem ukrainischen Stützpunkt und feuerten damit am 17. Juli eine Rakete ab, die direkt neben der malaysischen Maschine mit 298 Menschen an Bord explodierte

Die ursprüngliche Meldung lesen Sie auch hier im neuen SPIEGEL.

Bereits unmittelbar nach dem Unglück hatten Indizien auf einen Abschuss durch prorussische Milizen hingedeutet. Seitdem beschuldigen die russische und die ukrainische Regierung sich gegenseitig, für den Absturz verantwortlich zu sein. Eine niederländische Untersuchungskommission vermied nach Auswertung des Flugschreibers Schuldzuweisungen.

Der BND kam zu eindeutigen Ergebnissen: Ukrainische Aufnahmen seien gefälscht, sagte Schindler, das lasse sich anhand von Details erkennen. Auch russische Darstellungen, wonach die Rakete von ukrainischen Soldaten abgefeuert wurde und ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, seien falsch.

jbe/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
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1. aha
kritischerkritikerderkrit 19.10.2014
demnächst "dementieren" dann die rebellen, dass es überhaupt einen flugzeugabsturz gegeben hat und alle sind glücklich
2.
jaduk 19.10.2014
Wenn der BND etwas als "gefälscht" bezeichnet, dann gehe ich inzwischen davon aus, dass es echt ist.
3. Hohe Glaubwürdigkeit
niftyswifty 19.10.2014
Hab gehört, die prorussischen Separatisten sind sehr ehrliche und glaubwürdige Menschen, die nur völlig uneigensinnig Gutes wollen. Wenn die den Abschuss bestreiten, sollte man denen auf jeden Fall direkt und sofort glauben.
4. Lange gedauert....
oldmax 19.10.2014
......bis der BND einen Meistbietenden für diese Story gefunden hat.
5.
gingermath 19.10.2014
Jetzt streitet man sich darüber wer schuld an der Misere ist. Meine Meinung: Alle! Nur die Passagiere sind die unschuldigen Opfer. Die einen haben den Knopf gedrückt, und die anderen haben sie dazu gebracht ... tolle Sache ... lernt wenigstens was daraus, und lasst die Nich-Kombatanden endlich in Ruhe!
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