Landesgruppenchef der Hessen-CDU "Das Desaster hat vor allem eine Ursache: Horst Seehofer"

Die Union musste bei den jüngsten Landtagswahlen hohe Verluste hinnehmen. Daran ist nach Ansicht von CDU-Politiker Michael Brand vor allem Horst Seehofer schuld: Der stelle sein Ego über die Verantwortung.

Michael Brand (CDU)
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Michael Brand (CDU)


Der Landesgruppenchef der Hessen-CDU im Bundestag, Michael Brand, hat nach der Landtagswahl in seinem Bundesland CSU-Chef Horst Seehofer scharf angegriffen. "Das Desaster der Union in Bayern und Hessen hat vor allem eine Ursache: Horst Seehofer", sagte er der "Fuldaer Zeitung".

"Wer sein Ego über die Verantwortung stellt und mehr nach pathologischen als nach politischen Maßstäben agiert, darf sich nicht wundern, wenn Leute sich mit Wut und Entsetzen abwenden - auch bei mir war das nicht anders", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete. Das müsse personelle Konsequenzen haben. Ämter seien kein Privatbesitz.

In Hessen kam die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier nach dem vorläufigen Endergebnis mit einem Minus von 11,3 Punkten auf 27 Prozent der Wählerstimmen. In Bayern hatte die CSU am 14. Oktober schwere Verluste erlitten und kam nur noch auf 37,2 Prozent - im Jahr 2013 waren es noch 47,7 Prozente gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach den schweren Verlusten ihrer Partei bei der Hessenwahl angekündigt, im Dezember beim CDU-Bundesparteitag nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Seehofer hält sich bisher bedeckt, ob er wegen des schlechten Abschneidens der CSU bei der bayerischen Landtagswahl vor gut zwei Wochen persönlich Konsequenzen ziehen will.

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Seehofer kündigt Vorschläge zur Zukunft der CSU bis Mitte November an

Spätestens bis Mitte November will Seehofer seine Vorschläge zur inhaltlichen, strategischen und personellen Zukunft der CSU vorstellen. "Ich denke, das wird Ende nächster, allerspätestens übernächste Woche erfolgen", sagte er am Montag im Bayerischen Rundfunk. Die am Tag nach der Bayern-Wahl im CSU-Vorstand beschlossene Aufarbeitung werde nicht auf den "Sankt-Nimmerleinstag" verschoben.

In der CSU gibt es seit der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober auf praktisch allen politischen Ebenen vom Ortsverband bis zur Landesgruppe im Bundestag Forderungen an Seehofer, sein Amt als Parteichef vorzeitig aufzugeben. Seine gewählte Amtszeit endet eigentlich erst Ende 2019.



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sth/dpa

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