Parlamentarischer Geschäftsführer Grosse-Brömer soll Altmaiers Nachfolger werden

Michael Grosse-Brömer soll die Nachfolge von Peter Altmaier antreten. Fraktionschef Kauder hat den Juristen aus Niedersachsen als neuen Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion vorgeschlagen. Damit droht die CDU, den Landesverband aus NRW weiter zu verärgern.

Michael Grosse-Brömer: Vermittler zwischen Regierung und Fraktion
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Michael Grosse-Brömer: Vermittler zwischen Regierung und Fraktion


Berlin - Der niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer soll neuer Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsbundestagsfraktion werden. Einen entsprechenden Vorschlag werde Fraktionschef Volker Kauder den Abgeordneten in der Sitzung am Dienstag unterbreiten, sagte ein Sprecher in Berlin.

Der 51-jährige Anwalt ist bereits seit 2010 Justiziar der CDU/CSU-Fraktion, vorher war er ihr rechtspolitischer Sprecher. Grosse-Brömer soll an dieser wichtigen Schaltstelle Peter Altmaier ersetzen, der am Dienstag als Nachfolger von Norbert Röttgen zum neuen Bundesumweltminister ernannt wird. Dem Bundestag gehört der aus Brackel stammende Grosse-Brömer seit 2002 an. Seit drei Jahren führt er die niedersächsische Landesgruppe der Unionsabgeordneten.

Der Rechtsanwalt und Notar gilt als enger Vertrauter von Fraktionschef Kauder. Dem Parlamentarischen Geschäftsführer kommt gerade in den Verhandlungen mit dem Koalitionspartner sowie bei Gesprächen mit der Opposition eine wichtige Funktion zu. Der joviale Altmaier mit seiner beschwichtigenden Art galt in dieser Funktion auch als wichtiger Vermittler zwischen Regierung und Fraktion und organisierte erfolgreich die nötigen Mehrheiten für so umstrittene Fragen wie Atomausstieg und Euro-Rettung.

Kauders Personalvorschlag könnte allerdings auf wenig Begeisterung bei den Unionsabgeordneten aus Nordrhein-Westfalen stoßen, die die größte Landesgruppe der Fraktion stellen. Sie verlieren mit Röttgen ein Ministeramt in Berlin und hatten eigentlich auf Kompensation durch den Posten des Parlamentsgeschäftsführers gehofft.

Der neue Bundesumweltminister Altmaier ist Saarländer und Niedersachsen ist im Kabinett bereits prominent mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vertreten. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast höhnte bereits: "Man könnte meinen, die Bundes-CDU lässt Nordrhein-Westfalen jetzt komplett fallen." Immerhin - geboren wurde Grosse-Brömer im nordrhein-westfälischen Oberhausen.

syd/Reuters/AFP



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