Wohnungsdurchsuchung Ermittler finden keine Drogen bei SPD-Politiker Hartmann

Die Staatsanwaltschaft hat die Wohnung des SPD-Politikers Michael Hartmann durchsucht - Drogen sind dabei nicht gefunden worden. Gegen den Bundestagsabgeordneten wird wegen möglichem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

SPD-Politiker Hartmann: Staatsanwaltschaft bei Drogensuche erfolglos
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SPD-Politiker Hartmann: Staatsanwaltschaft bei Drogensuche erfolglos


Berlin - Der Fall Michael Hartmann bleibt undurchsichtig. Am Mittwoch hatte der SPD-Mann sein Amt als innenpolitischer Sprecher der Fraktion niedergelegt. Wenig später machten Drogengerüchte die Runde. Zumindest in der Wohnung des Politikers wurden die zuständigen Ermittler nicht fündig.

Drogen habe man keine sicherstellen können, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag. "Die Ermittlungen dauern an." In Ermittlungskreisen wurde darauf verwiesen, dass die am Mittwoch erfolgte Aufhebung der Immunität des Bundestagsabgeordneten und ein Durchsuchungsbeschluss nur bei einem ausreichenden Tatverdacht erwirkt werden können.

Hartmann wird verdächtigt, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Modedroge Crystal Meth. Er sei den Behörden bei Ermittlungen gegen Drogenhändler aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft hat diese Version nicht bestätigt.

Der Sozialdemokrat gilt als profilierter Innenpolitiker. Der 51-jährige Rheinland-Pfälzer sitzt seit 2002 im Bundestag. Er ist auch Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, das für die Beaufsichtigung der Geheimdienste zuständig ist.

Nun will er sich offenbar erst einmal eine Auszeit nehmen. Für die kommenden Wochen hat Hartmann alle Termine abgesagt. An seinem Bundestagsmandat will er den Angaben zufolge festhalten.

jok/dpa

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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
spiegelleser987 03.07.2014
1. Unabhängig davon ...
Zitat von sysopDPADie Staatsanwaltschaft hat die Wohnung des SPD-Politikers Michael Hartmann durchsucht - Drogen sind dabei nicht gefunden worden. Gegen den Bundestagsabgeordneten wird wegen möglichem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/michael-hartmann-ermittler-finden-keine-drogen-bei-spd-politiker-a-978951.html
Unabhängig davon, ob er welche hat oder nicht, manchmal kommt es mir so vor, als ob es die immer treffen kann, die gegen Geheimdienste zuständig sind.
rloose 03.07.2014
2.
Zitat von spiegelleser987Unabhängig davon, ob er welche hat oder nicht, manchmal kommt es mir so vor, als ob es die immer treffen kann, die gegen Geheimdienste zuständig sind.
Ja, den Eindrück könnte man bald bekommen. Hartmann soll ja auch die Überwachungsmethoden der NSA kritisch gesehen haben. Aber ist sicher nur ein Zufall...
fotograf-ffm 03.07.2014
3. Abzockere
Wenn nichts dran ist, kann er alle Jobs behalten. Wenn was dran ist muss er auch sein Mandat niederlegen. Oder will er auf die Kohle erst mal nicht verzichten?
Jack Pot 03.07.2014
4. Ziel erreicht
"Auch seine Mitgliedschaft im für Nachrichtendienste zuständigen Parlamentarischen Kontrollgremium hat der SPD-Mann aufgegeben." Man darf davon ausgehen, dass Hr. Hartmann "nichts zu verbergen" hat und die entsprechenden Ermittlungen im Sande verlaufen. Den Schaden hat er trotzdem - und die Geheim-"dienste" haben ihr Ziel erreicht. Denn die simple Tatsache, daß, wer auf Daten zugreifen kann, auch Daten manipulieren kann, scheint sich bei den "Ermittlungsbehörden" nicht herumgesprochen zu haben. Im Prinzip müßte bei allen "Beweisen", die auf Verbindungsdaten beruhen, zuerst einmal davon ausgegangen werden, das diese Daten manipuliert worden sind. Aber das würde ja die Vorratsdatenspeicherung ad absurdum führen...
HankTheVoice 03.07.2014
5. Jeder gilt bis zum Beweis des Gegegenteils für unschuldig
Jeder gilt bis zum Beweis des Gegegenteils für unschuldig, der Verdacht hätte nicht öffentlich gemacht werden dürfen. Hartmann sieht nicht aus wie ein Christal Meth Junkie. Als Mitglied des Kontrollausschusses des Geheimdienstes hört es sich eher danach an, als hätte jemand einen unbequemen Kritiker loswerden wollen. Die Staatsanwaltschaft sollte auch in diese Richtung ermitteln.
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