Dresden Michael Kretschmer ist neuer Ministerpräsident in Sachsen

Er soll die sächsische CDU wiederaufbauen: Der Landtag in Dresden hat Michael Kretschmer zum Regierungschef gewählt. Der 42-Jährige tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Stanislaw Tillich an.

Michael Kretschmer
DPA

Michael Kretschmer


Der Landtag hat entschieden: Michael Kretschmer ist neuer sächsischer Ministerpräsident. Mit 69 von 122 möglichen Stimmen wählten die Abgeordneten den 42-Jährigen zum Nachfolger von Stanislaw Tillich (CDU).

Tillich hatte im Oktober seinen Rückzug angekündigt, nachdem die CDU in Sachsen bei der Bundestagswahl eine herbe Wahlschlappe erlitten hatte und nur zweitstärkste Kraft knapp hinter der AfD geworden war. Tillich hatte den Freistaat als Ministerpräsident neun Jahre regiert.

Kretschmer rückt damit an die Spitze der Regierungskoalition aus CDU und SPD, die im Landtag über 77 Stimmen verfügt. Damit votierten offenbar nicht alle Abgeordneten von CDU und SPD für den neuen Regierungschef. Insgesamt sitzen im Dresdner Parlament 126 Abgeordnete, vier nahmen an der Wahl nicht teil. Gegen Kretschmer stimmten 48 Parlamentarier, zwei enthielten sich, drei Stimmen waren ungültig.

Große Aufgaben vor der Landtagswahl

Der CDU-Mann, in den vergangenen Jahren im Bundestag mit den Themen Forschung und Bildung betraut, hat nun eine Aufgabe vor sich, die mancher als Himmelfahrtskommando ansehen dürfte. Er soll die Sachsen-CDU so aufbauen, dass sie bei der Landtagswahl im Sommer 2019 klar stärkste Kraft im Freistaat wird.

Im Anschluss an die Wahl wurde Kretschmer im Landtag vereidigt. Bereits am Samstag war er als Nachfolger Tillichs zum neuen Landesvorsitzenden der sächsischen CDU gewählt worden. Kretschmer selbst hatte bei der Bundestagswahl am 24. September nach 15 Jahren sein Direktmandat im Wahlkreis Görlitz an die AfD verloren.

Seine politische Karriere startete der Politiker 1994 als Stadtrat in seiner Heimatstadt Görlitz. Von 2002 bis zu diesem Herbst saß er im Bundestag, wo er zuletzt stellvertretender Unionsfraktionschef mit Schwerpunkt Bildung war. Kretschmer kündigte bereits an, dass er die CDU im Freistaat weiter auf konservativem Kurs halten wolle.

mho/AFP/dpa



insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Odde23 13.12.2017
1. Im September
Im September aus dem Bundestag geflogen, aber auch ohne Mandat weich gelandet. Diese Winkelzüge sind es, welche dafür sorgen, dass die Politikverdrossenheit im Lande steigt.
i.dietz 13.12.2017
2. Endlich
endlich kommen auch mal "jüngere" dran !
rabkauhala 13.12.2017
3. Ein Verlierer mehr in leitender Position
Die CDU hat sich wie die meisten Parteien soweit vom Wähler entfernt wie es nur geht. Herr Kretschmer konntesich nicht mal in seinem Wahlkreis direkt durchsetzen. Die Leute kannten ihn dort seit seiner Geburt und konnten seine Leistungen einschätzen. Herr Kretschmer hat gegen einen Handwerker verloren, das sagt wohl alles. Mir ist von einer "normalen" Tätigkeit (Arbeit) des Herrn Kretschmer nichts bekannt (weiss da jemand was?), aber eine Menge Worthülsen hat er geschafft. Herr K. hat sich aber in der Partei "hochgearbeitet" und war wohl einfach dran. Eine typische politische Führungsfigur wie sie das merkelianische Deutschland andauernd erzeugt. Ich bin mir sicher, auch von ihm wird es keine "messbare" politische Leistung geben sondern weiterhin nur Worthülsen und die Verwaltung seines Amtes.
stevens-82 13.12.2017
4. Tolle Lösung
Vom Bundestagsverlierer zum MP. Wie das die Wähler in Sachsen wohl finden? Ich nehme an, da werden wohl nach der nächsten Landtagswahl alle übrigen Parteien miteinander koalieren müssen um den ersten AfD-MP zu verhindern. Oder aber man will die AfD "entzaubern" indem man sie regieren lässt. Das hat in den div. Talkshows der Republik ja schon so wunderbar funktioniert, dass man sie lieber gar nicht mehr einlädt.
uli_san 13.12.2017
5. Das passt schon,
er ist der richtige. Sieht aus wie ein Sachse (immer Opferblick), spricht wie ein Sachse und steht mit seiner politischen Einstellung inmitten seiner Landsleute. Der Nationalismus Sachsens passt besser zu Polen als zu Deutschland.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.