Konservativer Ministerpräsident Kretschmer schließt Koalition mit AfD oder Linken aus

Sachsens CDU-Ministerpräsident Kretschmer erteilt dem Gedankenspiel seines Parteifreundes Günther über eine Koalition mit der Linken eine Absage. Auch mit der AfD will er nach der kommenden Wahl nicht regieren.

Michael Kretschmer
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Michael Kretschmer


Daniel Günther, der 45-jährige CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, zeigte sich vor wenigen Tagen offen für eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei in Deutschland. Der nur zwei Jahre jüngere sächsische CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer hält das offenkundig für keine gute Idee.

Er lehnt eine Koalition mit der AfD oder den Linken nach der Landtagswahl im Herbst 2019 kategorisch ab. "Ja natürlich", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" auf die Frage, ob er eine Zusammenarbeit mit diesen Parteien rigoros ausschließe.

Er verwies auf unterschiedliche Personen, Wahlprogramme und Inhalte. "Da gibt es wirklich Welten zwischen uns und den anderen", sagte er. "Und ich halte die Diskussion auch deswegen für abseitig, weil wir mindestens ein Jahr zumindest in Sachsen und drei Jahre vor der Bundestagswahl sind. Wir müssen jetzt überzeugen, wir müssen arbeiten."

Merkel kommt nach Sachsen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt am Nachmittag nach Sachsen, wo sie in der Vergangenheit auf viel Protest gestoßen ist. In einer aktuellen Wahlumfrage liegt die CDU im Land bei 32 Prozent, gefolgt von der AfD mit 24 und den Linken mit 19 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 lag die AfD in Sachsen sogar knapp vor der CDU.

Kretschmer betonte, sein konservativer Landesverband müsse die Probleme ansprechen, die es tatsächlich gebe. "Es ist ganz klar, es ist nicht mehr das dominierende Thema Asyl und die Flüchtlingsfrage."

Es gehe vielmehr um Themen wie Digitalisierung, Strukturentwicklung, Pflege oder den öffentlichen Personennahverkehr. "Das sind doch die Fragen, die uns wirklich umtreiben. Und wo wir jetzt auch zeigen können, dass wir verstanden haben und dass wir auch schon Lösungen anbieten können."

dop/dpa



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