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Migrationsbericht: De Maizière besorgt über Zuzug aus Nordafrika

Der Innenminister und sein Bericht: Thomas de Maizière (CDU) präsentiert Zahlen zur Migration Zur Großansicht
AFP

Der Innenminister und sein Bericht: Thomas de Maizière (CDU) präsentiert Zahlen zur Migration

Mehr als eine Million Menschen flohen 2015 nach Deutschland - die meisten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Vom westlichen Balkan kam zuletzt fast niemand mehr, dafür stieg die Zahl der Hilfesuchenden aus Algerien und Marokko.

Die Zuwanderung nach Deutschland ist im vergangenen Jahr auf Rekordniveau gestiegen. "Für 2015 werden wir die höchsten Zuwanderungszahlen seit 1950 verzeichnen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Migrationsberichts 2014 (hier als pdf). Die Entwicklung geht unter anderem auf die enorm wachsende Zahl an Flüchtlingen zurück.

2015 wurden fast 1,1 Millionen Neuankömmlinge in Deutschland registriert - so viele wie nie zuvor. De Maizière betonte aber, dass im Easy-System zur ersten Erfassung von Hilfesuchenden manche Menschen doppelt registriert würden und auch etliche aus Deutschland in andere Länder weiterreisten. Die Zahl der im Jahr 2015 tatsächlich gestellten Asylanträge liege bei rund 477.000, sagte de Maiziere in der Bundespressekonferenz.

Die meisten Hilfesuchenden kamen 2015 aus Syrien, 40 Prozent der registrierten Flüchtlinge stammten aus dem Bürgerkriegsland. Die zweitgrößte Gruppe stellten Afghanen mit 150.000 registrierten Flüchtlingen (14 Prozent), gefolgt von Hilfesuchenden aus dem Irak (11 Prozent). Die viert- und fünftgrößten Gruppen stammten aus Ländern des Westbalkan.

Im Dezember verzeichneten die Behörden allerdings eine neue Entwicklung: Von den registrierten Schutzsuchenden seien im letzten Monat des Jahres 2015 fast keine Menschen mehr aus Balkanstaaten gekommen. Stattdessen nahmen Einreisen aus Marokko und Algerien zu. Das sei "besonderer Anlass zur Sorge", man müsse herausfinden, woran das liegt, so de Maizière.

Zahlen zum gesamten Migrationsgeschehen liegen für 2015 noch nicht vor. Schon 2014 kamen aber besonders viele Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. Die Zahl der Zuzüge nach Deutschland stieg demnach 2014 auf mehr als 1,46 Millionen. Eine derart hohe Zahl hatte Deutschland zuletzt 1992 erreicht - also vor mehr als zwei Jahrzehnten. Es wanderten zwar auch mehr Menschen ab - nämlich mehr als 900.000. Unterm Strich ergab sich jedoch ein Wanderungsgewinn von rund 550.000 Menschen. Auch die übrige Migration in die Bundesrepublik - etwa zum Studieren oder Arbeiten - hat wieder zugenommen.

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cht/dpa

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