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Militär: Der Bundeswehr gehen die Rekruten aus

Die Bundeswehr hat Probleme beim Nachwuchs. Aus einem vertraulichen Bericht geht hervor, dass die Zahl wehrpflichtiger Männer stetig abnimmt - und dass immer mehr Jugendliche wegen Übergewichts wehruntauglich sind.

Hannover - Die Bundeswehr hat zunehmend Schwierigkeiten, den Nachwuchs an Zeit- und Berufssoldaten zu gewinnen. Dies ist Inhalt eines vertraulichen Berichts des Verteidigungsministeriums an den Bundestag, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Angetreten bei der Bundeswehr: Bald könnte es Lücken geben
AP

Angetreten bei der Bundeswehr: Bald könnte es Lücken geben

Als Grund wird die sinkende Zahl wehrpflichtiger junger Männer angegeben. Hinzu komme, dass immer mehr Jugendliche wegen ihres Übergewichts wehruntauglich seien. Vor allem werde der starke Geburtenrückgang in den neuen Bundesländern beklagt. Er habe zur Folge, dass es dort 50 Prozent weniger 18-Jährige gibt - statt 100.000 nur noch 50.000. Deshalb sei es notwendig, die Nachwuchsgewinnung in den alten Bundesländern zu verstärken.

Auch wenn die Bundeswehr inzwischen nur noch 250.000 aktive Soldaten habe, sei ihr Personalbedarf recht groß. Allein im laufenden Jahr, so der Bericht an den Bundestag, müssten rund 2000 Offiziersanwärter gewonnen werden, hinzu kommen 22.500 junge Frauen und Männer für die Unteroffizierslaufbahn und den einfachen Dienst in der Armee. In der Vergangenheit sei die Bundeswehr in der Lage gewesen, aus der Vielzahl der Bewerber auswählen zu können. Gelegentlich seien die Auswahlkriterien sogar verschärft worden.

Ob der Rückgang des Nachwuchses auch mit der zunehmenden Zahl von Auslandseinsätzen in Krisengebieten zusammenhängt, wird nicht berichtet.

Nun droht dem Bericht zufolge die Gefahr, dass die Bundeswehr auf weniger gut qualifizierte Nachwuchskräfte zurückgreifen muss, obwohl sie unverändert auf junge Leute "mit guter Schulbildung und einer zivilberuflichen Qualifikation im technischen und elektronischen Bereich" angewiesen sei.

Das Verteidigungsministerium geht in seinem Bericht von der Prognose aus, dass sich die Konkurrenzsituation für die Bundeswehr weiter verschärfen wird, wenn sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland weiter verbessert und sich dies auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht.

asc/ddp

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