Renten unter Grundsicherung Millionen Arbeitnehmern droht Altersarmut

Es sind alarmierende Zahlen: Laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen droht jedem dritten Arbeitnehmer eine Rente unter der Grundsicherung von 688 Euro. Die Ministerin nutzt die Zahlen, um ihre Zuschussrente durchzusetzen.

Senioren in Leipzig: Von der Leyen warnt vor Altersarmut
dapd

Senioren in Leipzig: Von der Leyen warnt vor Altersarmut


Hamburg - Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kämpft für die Zuschussrente. Wer 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll einen Aufschlag auf seine Ansprüche bekommen - um so den Gang zum Sozialamt vermeiden zu können. Die CDU-Ministerin hat nun Zahlen präsentiert, die ihre Position unterstützen. Demnach ist das Armutsrisiko künftiger Rentner deutlich höher als bislang bekannt.

Ab 2030 droht Arbeitnehmern, die 2500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro. Das berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Berechnungen des Arbeitsministeriums. Hintergrund sind die Rentenreformen. Demnach sinkt das Rentenniveau bis 2030 auf 43 Prozent des Nettolohns. In einem Brief an die Junge Gruppe der Unionsfraktion warnt von der Leyen (CDU), dass alle, die unter 2500 Euro verdienten und keine private Vorsorge betrieben haben, "mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum Sozialamt antreten" müssten.

Laut Statistischem Bundesamt haben 2010 mehr als ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten weniger als 2500 Euro im Monat verdient. Die Zeitung zitiert eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, wonach der durchschnittliche Bruttoverdienst von Altenpflegern, Bäckern, Dachdeckern, Erziehern und Verkäuferinnen unter 2500 Euro liegt.

FDP will mit Abschaffung der Praxisgebühr punkten

Laut "BamS" sehen die Zahlen nur geringfügig besser aus, wenn eine längere Lebensarbeitszeit zugrunde gelegt wird. Bei 40 Jahren Beitragszahlung müsse der Arbeitnehmer konstant mindestens 2200 Euro im Monat verdienen, um auf einen Rentenanspruch in Höhe der Grundsicherung zu kommen.

Die Ministerin plant nun der Zeitung zufolge für Mittwoch ein Treffen mit der Jungen Gruppe der Unionsfraktion. Die Abgeordneten kritisieren von der Leyens Pläne für eine Zuschussrente als Ausweitung einer Sozialleistung auf Kosten der jüngeren Generation. Auch der Koalitionspartner FDP lehnt die Pläne der Ministerin ab.

Im Gespräch ist allerdings ein Kuhhandel: Dieser sieht so aus, dass die FDP der Zuschussrente zustimmen könnte, wenn die Union im Gegenzug die Abschaffung der Praxisgebühr akzeptiert. Damit könnten die Liberalen ihr Gesicht wahren und zugleich Punkte beim Wähler sammeln. Denn die Abneigung gegen die Praxisgebühr ist bei vielen Bürgern groß.

cte/AFP

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insgesamt 590 Beiträge
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Seite 1
klausbrause 02.09.2012
1. Sie arbeitet an dem Problem
Zitat von sysopdapdEs sind alarmierende Zahlen: Laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen droht jedem dritten Arbeitnehmer eine Rente unter der Grundsicherung von 688 Euro. Die Ministerin nutzt die Zahlen, um ihre Zuschussrente durchzusetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,853412,00.html
indem sie dem System durch unsinnige Beitragssenkungen Geld entzieht.
chiefclancywiggum 02.09.2012
2. Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Zitat von sysopdapdEs sind alarmierende Zahlen: Laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen droht jedem dritten Arbeitnehmer eine Rente unter der Grundsicherung von 688 Euro. Die Ministerin nutzt die Zahlen, um ihre Zuschussrente durchzusetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,853412,00.html
Was in aller Welt ist denn ein Nettolohn vor Steuern, wie er im Artikel zitiert wird? Hier wird wohl wieder mit unklaren Definitionen um sich geworfen damit die selbst aufgemachte Panikrechnung auch stimmt!
yellowfish1 02.09.2012
3. Alarm
Leute, laßt euch nichts vormachen. Die ausgezahlte Rente ist erheblich weniger als 50% des letzten Nettoeinkommens. Jeder Betroffene kann sich vorstellen was das bedeutet. Selbstverständliches wie Unterstützung für Kinder und Enkel entfällt. Jeder Einkauf muß sorgfältig geplant sein. Sonst ist empty-Schluß. Und auf den Rest, den ein Rentner erhält, hat er noch Abgaben zu zahlen! Die nächsten Wahlen werden wichtig!
genugistgenug 02.09.2012
4. neue Lüge Frau von der L.
Zitat von sysopdapdEs sind alarmierende Zahlen: Laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen droht jedem dritten Arbeitnehmer eine Rente unter der Grundsicherung von 688 Euro. Die Ministerin nutzt die Zahlen, um ihre Zuschussrente durchzusetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,853412,00.html
sososo, laut Arbeitsministerium sind droht jedem 3. Rentner Hartz4/Grundsicherung. Da haben Sie aber verdammt lange gebraucht um die eigenen Ergüsse vorgelesen zu bekommen und schmücken sich nun mit falschen Federn und wollen nur wieder mal in der Presse genannt werden! Denn seit Mai 2011 wäre genug Zeit gewesen etwas zu tun. [QUOTE]*Diskussion um Mindestrente Bei Stundenlohn unter zehn Euro droht Altersarmut zuletzt aktualisiert: 28.05.2011* - 14:06 Berlin (RPO). Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass Arbeitnehmer einen Stundenlohn von über zehn Euro brauchen, um im Alter nicht in die Armutsfalle zu geraten. Auf eine Frage von Linksparteichef Klaus Ernst bestätigte das Arbeitsministerium, dass knapp 29 Entgeltpunkte nötig seien, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung im Alter von 684 Euro monatlich zu erhalten. Diskussion um Mindestrente: Bei Stundenlohn unter zehn Euro droht Altersarmut (http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/bei-stundenlohn-unter-zehn-euro-droht-altersarmut-1.1287272) Frau v.d.L. ihre Arbeitsweise ist wie immer nicht nachvollziehbar, ihr Auftreten schäbig (CDU plus Wahlkampf).
moppel1 02.09.2012
5. Das ist der Preis
Zitat von sysopdapdEs sind alarmierende Zahlen: Laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen droht jedem dritten Arbeitnehmer eine Rente unter der Grundsicherung von 688 Euro. Die Ministerin nutzt die Zahlen, um ihre Zuschussrente durchzusetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,853412,00.html
für Aufschwung und Stellung Deutschlands bei den Exporten. Ursache ist die Agenda Politik die staatliche Mittel für Renten in das Klo der Banken spülte und die Löhne in den Boden drückte. All diese Exporte bezahlt mit Schulden, die Zerüttung des Binnenmarkts, ein Witz der SPD. Lächerlich die Klaköre im bürgerlichen Lager, denn die Grenzen des Mittelstands gegen die Armut sind wie Dominosteine gefallen. Die Demenz von SPD und Grünen, der mangelnde Weitblick im bürgerlichen Lager haben Deutschland zum Ausweiden für die Banken freigeräumt.
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