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Arbeitsmarkt: Nahles kündigt Mindestlohn mit nur wenigen Ausnahmen an

Arbeitsministerin Nahles: Mindestlohnausnahmen für Leute unter 18 Zur Großansicht
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Arbeitsministerin Nahles: Mindestlohnausnahmen für Leute unter 18

Das Mindestlohnpaket der Bundesregierung steht: Für die Mindestgrenze von 8,50 Euro pro Stunde sind laut Ministerin Nahles nur wenige Ausnahmen vorgesehen. Diese gelten etwa für junge Leute unter 18 Jahren, Ehrenamtliche und Langzeitarbeitslose.

Berlin - Beim geplanten gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde sind nur wenige Ausnahmen für junge Leute unter 18 Jahren, Ehrenamtliche und Langzeitarbeitslose vorgesehen. Das teilte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am Mittwoch in Berlin mit. "Der Mindestlohn kommt, wie im Koalitionsvertrag verabredet, ohne Ausnahmen", sagte sie. "Und er kommt pünktlich."

Der geplante gesetzliche Mindestlohn soll ab 2015 greifen. "Wir wollen, dass Langzeitarbeitslose keine Nachteile haben", sagte die SPD-Politikerin. Deswegen sind Langzeitarbeitslose für ein halbes Jahr vom Mindestlohn ausgenommen, wenn sie einen neuen Job angenommen haben. Als Ausgleich sollen Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse erhalten.

Am Vorabend hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel zu dritt über letzte Details geeinigt. Gabriel sagte: "Dass der Mindestlohn bald im Gesetzblatt steht, ist ein gemeinsamer Erfolg der SPD, der Gewerkschaften und auch der Union." Kein Arbeitnehmer in Deutschland werde künftig weniger als 8,50 Euro verdienen. "Das betrifft vier Millionen Menschen", so Gabriel.

Teile der Union hatten ein höheres Startalter für den Mindestlohn gefordert, ein Alter von 18 Jahren sei zu früh. Doch die SPD beharrte darauf, kaum Ausnahmen zuzulassen. Nahles sagte, sie habe den ersten Gesetzentwurf zur Abstimmung an die anderen Ministerien verschickt. Das Kabinett werde am 2. April über den Gesetzentwurf beraten.

vek/dpa

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insgesamt 131 Beiträge
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1. Bis zum Umfallen........
Forist2 19.03.2014
Ja dann werden sich die Arbeitgeber aber auf die billigen langzeitarbeitslosen stürzen...........
2. Wie soll das gehen??
Anna Wischnewski 19.03.2014
Eine Ausnahme für unter 18jährige? Hä? Der 18. Geburtstag ist doch nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Ausbildung. Im Gegenteil. Und wenn es bei der Ausnahme nicht um Azubis gehen soll, worum denn dann? Ist doch Blödsinn. Da rackert dann der Azubi der noch 17 ist für 5 Euro die Stunde und der der ein halbes Jahr früher Geburtstag hat für 8,50? Die gleiche Arbeit? Na toll. Entweder gleicher Mindestlohn für alle oder für keinen. Wenn die Nahles sich noch mehr in ihren Ausnahmen verzettelt kann sies auch gleich lassen.
3. Geniestreich
Hessenkasper 19.03.2014
Zitat von sysopGetty ImagesDas Mindestlohnpaket der Bundesregierung steht: Für die Mindestgrenze von 8,50 Euro pro Stunde sind laut Ministerin Nahles nur wenige Ausnahmen vorgesehen. Diese gelten etwa für junge Leute unter 18 Jahren, Ehrenamtliche und Langzeitarbeitslose. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mindestlohn-nahles-kuendigt-wenige-ausnahmen-an-a-959646.html
Geniestreich. Langzeitarbeitslose bekommen keinen Mindestlohn. Das könnte dazu führen, daß ihre Eingliederung rascher gelingt. Frau Nahles hätte ich das nicht zugetraut. Glückwunsch.
4. Mindestlohn
oldgatti 19.03.2014
Wenn Frau Nahles wider besseres Wissen den Mindestlohn einführt, sollte sie aber auch für Schäden haftbar gemacht werden, die durch die Einführung dieser Maßnahme in der Wirtschaft und beim Verbraucher nachweislich entstanden sind. Die Politiker müssen für unausgewogene Maßnahmen, die sie zu verantworten haben, auch in Haft genommen werden. Jeder Unternehmer, auch der kleinste, muss für seinen Fehler persönlich aufkommen, warum soll das nicht auch mal bei Politikern, wenn sie nun ganz und gar nicht auf die Meinung erfahrener Menschen hören wollen, der Fall sein.
5. Ausnahme Langzeitarbeitslose ?
maxxi12 19.03.2014
Was haben denn die verbrochen, dass sie weiter abgestraft werden und den MINDESTLOHN nicht erhalten dürfen ? Als "langzeitarbeitslos" gelten alle, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind. Ist der- oder diejenige ohne eigenes Verschulden (etwa durch Insolvenz der Firma ) in diese Situation geraten, zwar qualifiziert und beruflich erfolgreich - allerdings über 50 Jahre alt und insoweit hoffnungslos "veraltet" und deshalb fast ohne Chancen - wird er nun noch zusätzlich stigmatisiert und belastet. Prima . Angeblich soll ein geringerer Lohn den Widereinstieg "erleichtern" . Alles Unsinn - nur das Alter zählt.
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