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Mitgliederbefragung: SPD-Basis stellt Parteispitze miserables Zeugnis aus

In den Umfragen legt die SPD zu - doch die Basis geht mit der Parteiführung hart ins Gericht. Bei einer Befragung der Ortsvereine wurde nach SPIEGEL-Informationen vor allem die mangelnde Glaubwürdigkeit angeprangert.

Parteichef Sigmar Gabriel: Seine Arbeit wird kritisch beäugt Zur Großansicht
dpa

Parteichef Sigmar Gabriel: Seine Arbeit wird kritisch beäugt

Berlin - Die SPD profitiert vom Koalitionsstreit, in Umfragen punktet sie, in Nordrhein-Westfalen könnte sie bald mitregieren. Dennoch beurteilt die Basis die Arbeit ihrer Partei sehr kritisch. Sieben Monate nach der Bundestagswahl arbeiten die Ortsvereine die verheerende Wahlschlappe auf.

In der Hartz-IV-Reform und der Rente mit 67 sieht die SPD-Basis nach SPIEGEL-Informationen die Hauptgründe für die katastrophale Niederlage bei der Wahl. Bei einer Befragung aller Ortsvereine wurden neben dem "Verhältnis zur Linken" außerdem häufig "fehlende Glaubwürdigkeit der SPD", "Profil- und Farblosigkeit" sowie "Entfremdung der Partei von Mitgliedern und Bevölkerung" als Ursachen für den Absturz auf 23 Prozent im vergangenen September genannt.

Die SPD hatte Ende März Fragebögen an etwa zehntausend Ortsvereine verschickt und bis Mitte Mai mehr als 4200 zurückerhalten. Jeder Ortsverein sollte die Fragen beantworten und konnte dabei entscheidende Antworten ohne Vorgaben formulieren.

Im Wahlkampf gab es nichts Positives

Auf die Frage, was im Wahlkampf besonders positiv gewesen sei, verzeichneten die Auswerter als häufigste Antwort "nichts", Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier wurde nur "gelegentlich" genannt. Als besonders negativ wurden die "fehlende Mobilisierung" und der "Zustand der Bundes-SPD" empfunden.

Für die Zukunft wünschen sich die Genossen vor allem Mitgliederbefragungen: 54 Prozent der Ortsvereine meinen, dieses Instrument solle "auf jeden Fall" eingesetzt werden, 37 Prozent entschieden sich bei dieser Frage für "eher ja". Auch Mitgliederentscheide werden gewünscht, lediglich ein Fünftel ist skeptisch oder lehnt sie ab.

Auf deutlich stärkere Ablehnung stößt ein weiteres Vorhaben von Parteichef Sigmar Gabriel: Er will auch Nichtmitglieder künftig über Kandidaten für öffentliche Ämter mitentscheiden lassen. Das aber lehnen zwei Drittel der befragten Ortsvereine ab. Ein Drittel der Basisgliederungen ist zudem "weniger zufrieden" oder "unzufrieden" mit der Arbeit der Parteizentrale.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Parteilinke davor gewarnt, sich auf dem kleinen Aufschwung der SPD auszuruhen. Der von Gabriel angekündigte Neuaufbau der Partei dürfe nicht vernachlässigt werden, mahnte Sprecher Björn Böhning.

Mit der Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung waren nur noch 20 Prozent der Deutschen laut ARD-Deutschlandtrend zufrieden. 58 Prozent gaben sogar an, dass ein Bündnis aus CDU und SPD besser regieren würde.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Tellerrand
knut beck 29.05.2010
Zitat von sysopIn den Umfragen legt die SPD zu - doch die Basis geht mit der Parteiführung hart ins Gericht. Bei einer Befragung der Ortsvereine wurde nach SPIEGEL-Informationen vor allem die mangelnde Glaubwürdigkeit angeprangert. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697504,00.html
Hallo Genossen! So weh es tut, ich muss Euch einen Satz ins Stammbuch schreiben: Die SPD kommt aus dem Tief nur dann heraus, wenn sie den Mut hat, über den Tellerrand ihrer Basis hinauszuschauen. Euer Knut
2. Zurecht...
Easyrider1958, 29.05.2010
Zitat von sysopIn den Umfragen legt die SPD zu - doch die Basis geht mit der Parteiführung hart ins Gericht. Bei einer Befragung der Ortsvereine wurde nach SPIEGEL-Informationen vor allem die mangelnde Glaubwürdigkeit angeprangert. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697504,00.html
siehe Hannelore Kraft in NRW...sie wird möglicherweise kein Wahlversprechen einhalten können...schaun wir mal...mit den Linken nicht, mit der CDU nicht, denn Rüttgers will MP bleiben und die FDP ziert sich... Verstehe die Genossen gut....Randolf
3. ...
OlafKoeln, 29.05.2010
Zitat von sysopIn den Umfragen legt die SPD zu - doch die Basis geht mit der Parteiführung hart ins Gericht. Bei einer Befragung der Ortsvereine wurde nach SPIEGEL-Informationen vor allem die mangelnde Glaubwürdigkeit angeprangert. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697504,00.html
... es wird schwer sein, diese wiederzuerlangen ...
4. Der Selbstbetrug der SPD ist jener...
Easyrider1958, 29.05.2010
Zitat von sysopIn den Umfragen legt die SPD zu - doch die Basis geht mit der Parteiführung hart ins Gericht. Bei einer Befragung der Ortsvereine wurde nach SPIEGEL-Informationen vor allem die mangelnde Glaubwürdigkeit angeprangert. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697504,00.html
das sie zwar sagen, Deutschland muss wieder sozialer werden, denken und handeln aber wie der politische Gegner aus CDU/CSU und FDP. Dafür haben wir kein Geld..zu teuer... Die Arbeitnehmervertreterpartei hat dagegen Verständnis, wenn Milliarden für die Rettung von Banken oder zur Stützung der Währung zur Verfügung gestellt werden... Es fehlt der politische Mut..und der politische Wille, auch mit den Gegnern sich auseinander zu setzen und eine Zusammenarbeit mit der Partei der Linken ernsthaft zu prüfen...das tun sie nicht, sonst müßte die SPD sagen, um Wahlversprechen umsetzen zu können, müssen wir ernsthaft versuchen mit den Linken klare realitische Positionen zu erarbeiten. Das tun sie nicht. Insofern ist alles Heuchelei und reine Rhetorik. Die SPD ist im negativen Sinne zu konservativ, ihre Parteispitze, nicht die Basis und zu wenig bereit, Utopien zu entwickeln. Daran krankt Deutschland, zumindest die Arbeitnehmerschaft, die Rentner und die Almosemempfänger, so muss man Sie, weil sie so behandelt werden, nennen, HartzIV und Sozialhilfeempfänger. Um angeblich die Wirtschaft zu stärken, zeigt man dagegen Entgegenkommen ungeahnten Ausmaßes...Steuersenkungen, Erleichterungen allerorten, Niedriglohnsektor, Zeitarbeit, anhebung des Renteneintrittsalters..auf 67..dabei finden 50jährige schon nichts mehr...kriegen alle mal Rente in Höhe der HartzIV Bezüge...Danke SPD....Du bleibst wahrlich deinen Traditionen treu und setzt Dich für die Schwachen ein....Toll.
5. unGlaubwürdigkeit
genugistgenug 29.05.2010
Zitat von sysopIn den Umfragen legt die SPD zu - doch die Basis geht mit der Parteiführung hart ins Gericht. Bei einer Befragung der Ortsvereine wurde nach SPIEGEL-Informationen vor allem die mangelnde Glaubwürdigkeit angeprangert. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697504,00.html
jetzt haben es schon andere bemerkt - die SPD ist unglaubwürdig. Wir haben es nur im kleinen live mitbekommen, immerhin ist bei uns ein stellv. Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion involviert. Am 13.November 2009 hat dieser Herr seine Hilfe in Sachen ARGE, Leistungsverweigerung, Notstand, verweigerte medizinische Versorgung eines Diabetikers, Nahrungsmangel, usw. für die kommende Woche per Fax zugesagt - inzwischen ist der Mai 2010 vorbei. Wir warten weiter auf einen Anruf. Es gab einige Anrufe von uns, doch die endeten mit 'wir leiten es nach Berlin weiter' und dort 'ist im Moment nicht da'. Andere Abgeordnete haben auch an ihn weitergeleitet und dort hatte er ebenfalls zugesagt, Hilfe zu leisten. Deatils und Fax auf www./kassensturz-jetzt.de/rueckmeldhilferuf.htm Die SPD ist so glaubwürdig wie ihre Chefs - die Rückschlüsse kann jeder selbst ziehen. Wie war das mit dem Fisch und dem Kopf?
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