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Mitgliederentscheid Euro-Rebell Schäffler wirft FDP-Spitze Trickserei vor

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dapd

FDP-Finanzexperte Schäffler: Initiator des Mitgliederentscheids

Neuer Ärger um den Mitgliederentscheid der FDP: Frank Schäffler wirft der Parteispitze vor, die Basis bei den Anträgen über den Rettungsschirm gezielt in die Irre zu führen und die Satzung zu missachten.

Berlin - Normalerweise ist die "Elde", das Mitgliedermagazin der Liberalen, ein Fall für den Papierkorb. Das Blättchen bringt die übliche Parteiwerbung, es ist so bunt wie der Prospekt eines Baumarktes. Die aktuelle Ausgabe der "Liberalen Depesche" dagegen könnte ein Fall fürs Museum werden. Zum einen, weil in dem Sonderheft die beiden Anträge zum Euro-Mitgliederentscheid vorgestellt werden. Auf Seite 15 ist der Stimmschein abgedruckt. Bis zum 13. Dezember können die rund 65.000 FDP-Mitglieder damit darüber entscheiden, ob die FDP wie vom Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler gefordert den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM der schwarz-gelben Bundesregierung ablehnen soll. Vier Tage später sollen die Ergebnisse vorliegen.

Zweite Besonderheit in der neuen "Elde"-Ausgabe: Bei den Unterstützern des Antrags des Bundesvorstands, der sich gegen Schäfflers Antrag wendet, werden unter anderem Parteichef Philipp Rösler, Außenminister Guido Westerwelle und der Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher genannt.

Das sorgt für Ärger bei Schäffler: Die FDP-Führung wolle sich einen Vorteil verschaffen, indem sie mit großen Namen gegen seinen Antrag wirbt. Das verstoße gegen die Satzung, die ausdrücklich vorsieht, dass nur der Bundesvorstand als Organ einen Alternativantrag gegen das Mitgliederbegehren zur Abstimmung stellen darf.

Die Unterstützer seines Antrags hätten sich mehrfach bemüht, Einblick in die Unterlagen zum Mitgliederentscheid zu nehmen, bevor sie an die Parteimitglieder versandt wurden. Dies sei aber nicht ermöglicht worden. Jetzt ist die "Elde" gedruckt - und neuer Streit da.

"Elde"-Chefredakteur Oehme wehrt sich gegen Kritik Schäfflers

Der Euro-Rebell wirft der FDP-Spitze vor, die Parteimitglieder mit dem Blättchen gezielt in die Irre zu führen. Nicht nur, dass als Befürworter des europafreundlichen Gegenantrags der Parteispitze namentlich genannte Parteiprominenz auftrete - und nicht der Bundesvorstand. Auch die Namensliste bilde den einzig und allein antragsberechtigten Vorstand noch nicht einmal ordnungsgemäß ab, lautet sein zweiter Vorwurf. So fehle Altbundespräsident Walter Scheel, der dem Vorstand wie Genscher als Ehrenvorsitzender angehöre. Dagegen würden Stefan Birkner und Jürgen Koppelin als Antragsteller genannt, obwohl diese nicht dem Vorstand angehörten, kritisiert Schäffler.

"Die Parteiführung darf den Mitgliederentscheid nicht zu einer Personalfrage machen, sondern es muss eine Sachfrage bleiben, ansonsten schadet dies der FDP", sagt Schäffler. "Wir halten die Mitglieder der FDP für klug genug, dass sie auf diesen Trick nicht hereinfallen", fügt er hinzu.

"Elde"-Chefredakteur und Parteisprecher Wulf Oehme wehrt sich. "Ich bin schon ein wenig verwundert über die Kritik, weil beide Seiten beim Mitgliederentscheid doch sehr kooperativ umgegangen sind", sagt er zu den Vorhaltungen Schäfflers. Man habe ihm und seinen Mitstreitern auch mehr Platz im Mitgliedermagazin eingeräumt. Dass Birkner und Koppelin bei den Antragstellern des Bundesvorstandes auftauchten, sei der Tatsache geschuldet, dass beide als Landesvorsitzende dem Gremium als kooptierte Mitglieder angehörten. Und: FDP-Ehrenvorsitzender Walter Scheel sei in die Beratungen zum Mitgliederentscheid nicht eingebunden gewesen, begründet Oehme die Tatsache, dass dessen Name fehlt.

Gefahr für die Regierung Merkel

Mit seinem Antrag will Schäffler erreichen, dass die FDP-Mitglieder alle permanenten Rettungsmechanismen für den Euro ablehnen. In erster Linie geht es dabei um den dauerhaften Rettungsschirm ESM, über den der Bundestag Anfang nächsten Jahres abstimmen soll. Unterstützt wird Schäffler unter anderem von dem Altliberalen Burkhard Hirsch.

Sollten sich die Euro-Rebellen durchsetzen, würde es für die FDP-Fraktion schwer werden, im Bundestag gegen den Mehrheitswillen der Mitglieder zu stimmen. Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stünde dann womöglich vor dem Aus.

Mitarbeit: Severin Weiland

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insgesamt 33 Beiträge
braintainment 08.11.2011
"Die FDP-Führung wolle sich einen Vorteil verschaffen, indem sie mit großen Namen gegen seinen Antrag wirbt. Das verstoße gegen die Satzung, die ausdrücklich vorsieht, dass nur der Bundesvorstand als Organ einen [...]
"Die FDP-Führung wolle sich einen Vorteil verschaffen, indem sie mit großen Namen gegen seinen Antrag wirbt. Das verstoße gegen die Satzung, die ausdrücklich vorsieht, dass nur der Bundesvorstand als Organ einen Alternativantrag gegen das Mitgliederbegehren zur Abstimmung stellen darf." Ach, wer wird denn so kleinlich sein? Schließlich werden doch auch bei den ganz großen Verträgen solche Nebensächlichkeiten wie die "No-Bail-Out" Klausel je nach Bedarf außer Kraft gesetzt. Da ist das doch noch ganz harmlos und passt ins Bild einer Parteienlandschaft, die durch Beliebigkeit und "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" glänzt. Nichtsdestotrotz wünsche ich Herrn Schäffler gutes Gelingen für sein Vorhaben!
athinai 08.11.2011
Wir müssen die vom EURO-Wahn Trunkenen endlich in Ihre Schranken weisen. Viel Glück, Herr Schäffler !
Zitat von sysopNeuer Ärger um den Mitgliederentscheid der FDP: Euro-Rebell Schäffler wirft der Parteispitze vor, die*Basis bei den Anträgen über den Rettungsschirm gezielt in die Irre zu führen und die Satzung zu missachten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796567,00.html
Wir müssen die vom EURO-Wahn Trunkenen endlich in Ihre Schranken weisen. Viel Glück, Herr Schäffler !
WILHHERDE 08.11.2011
Schließlich habe ich sie bei der letzten Bundestagswahl gewählt. Wäre ich Mitglied, könnte ich an der FDP internen Abstimmung teilnehmen. Ich würde mit Sicherheit gegen den permanenten Rettungschirm stimmen. Es soll für [...]
Schließlich habe ich sie bei der letzten Bundestagswahl gewählt. Wäre ich Mitglied, könnte ich an der FDP internen Abstimmung teilnehmen. Ich würde mit Sicherheit gegen den permanenten Rettungschirm stimmen. Es soll für Deutschland Schreckliches drin stehen. Das kann ich meinen Kindern nicht zumuten, die müssten es schließlich ausbaden. Was soll ich ihnen später sagen, wenn sie fragen, was ich gegen diesen geplanten Wahnsinn getan habe?
Berlinjoey 08.11.2011
Herr Schäffler verdient und bekommt meine Unterstützung. Hier geht es nicht um die FDP oder die Fortführung der Koalition, hier geht es um viel mehr. Abgesehen davon, wird Mutti sich das gut überlegen.
Zitat von sysopNeuer Ärger um den Mitgliederentscheid der FDP: Euro-Rebell Schäffler wirft der Parteispitze vor, die*Basis bei den Anträgen über den Rettungsschirm gezielt in die Irre zu führen und die Satzung zu missachten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796567,00.html
Herr Schäffler verdient und bekommt meine Unterstützung. Hier geht es nicht um die FDP oder die Fortführung der Koalition, hier geht es um viel mehr. Abgesehen davon, wird Mutti sich das gut überlegen.
Heinz-und-Kunz 08.11.2011
Wenn die FDP-Führung langfristig denken würde, würde sie sich nicht so ziehren. Momentan ist die Verschleuderung unseres Geldes unaufhaltbar. CDU und FDP wollen es, SDP und Grüne wollen es noch mehr. Nur der Bürger, der will es [...]
Zitat von sysopNeuer Ärger um den Mitgliederentscheid der FDP: Euro-Rebell Schäffler wirft der Parteispitze vor, die*Basis bei den Anträgen über den Rettungsschirm gezielt in die Irre zu führen und die Satzung zu missachten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796567,00.html
Wenn die FDP-Führung langfristig denken würde, würde sie sich nicht so ziehren. Momentan ist die Verschleuderung unseres Geldes unaufhaltbar. CDU und FDP wollen es, SDP und Grüne wollen es noch mehr. Nur der Bürger, der will es nicht. Das wäre doch mal ein Thema, dass man als Partei aufgreifen könnte? Dann würde die "alternativlos-Truppe" dumm darstehen, wenn der Bürger plötzlich eine Alternative hätte.
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