Karlsruhe - In Libyen suchen Ermittler nach belastendem Material gegen Muammar al-Gaddafi. In die Spurensuche ist auch die deutsche Bundesanwaltschaft eingebunden. Ein Sprecher der Behörde bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des SWR.
Ziel sei es, Beweise für den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zu sichern. Der Ankläger des IStGH hatte im März Untersuchungen gegen den Clan des Machthabers wegen möglicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit eröffnet.
Der Bundesanwaltschaft liegen mittlerweile mehrere Strafanzeigen gegen den libyschen Machthaber vor, so der Sprecher. Diese würden geprüft. Da der IStGH vorrangig zuständig sei, werde die Bundesanwaltschaft "derzeit lediglich mit dem Ziel ermittelnd tätig, hier in Deutschland mögliche Beweise für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu sichern".
Die Ermittler hatten bereits im Februar einen "Beobachtungsvorgang" wegen möglicher Straftaten des libyschen Regimes nach dem Völkerstrafgesetzbuch eingeleitet.
Das Gaddafi-Regime soll unter anderem Potenzmittel wie Viagra eingekauft haben, um Soldaten zu sexueller Gewalt anzustacheln. Seit Beginn der Rebellion werfen die Aufständischen dem Gaddafi-Regime vor, systematische Vergewaltigungen als Waffe zum Einschüchtern und Demütigen von Gegnern einzusetzen. Der Uno-Sicherheitsrat hatte den Strafgerichtshof im Februar zu Ermittlungen gegen den libyschen Diktator und Mitglieder seines Regimes ermächtigt.
Bei den Ermittlungen in Deutschland geht es nach dpa-Informationen unter anderem darum, Aussagen möglicher Zeugen zu sichern, die sich in der Bundesrepublik aufhalten.
jok/dpa
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