Möllemann-Absturz Keine Hinweise auf Manipulation oder Unfall

Bei den Ermittlungen zur Ursache des tödlichen Absturzes von Jürgen Möllemann sind noch immer keine Anzeichen für einen Unfall oder eine Manipulation am Fallschirm des früheren FDP-Spitzenpolitikers aufgetaucht. Demnach deutet weiterhin alles auf einen Selbstmord hin.


Hannover/Düsseldorf - Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig habe bei einer Überprüfung des gesamten Fallschirm- und Rettungssystems Möllemanns keine neuen Hinweise gefunden, sagte der stellvertretende Leiter der Behörde, Jörg Schöneberg. "Wir haben keine anderen Erkenntnisse als die der Staatsanwaltschaft." Die Staatsanwaltschaft Essen hatte bereits am Freitag erklärt, es gebe keine Anzeichen für ein technisches Versagen oder eine Manipulation des Fallschirms.

Schöneberg sagte, es stehe noch ein Ergebnis zur Untersuchung der Automatik des Notfallsystems aus. Darüber wolle er im Laufe des Tages noch mit der Staatsanwaltschaft sprechen. Das elektronische Notfallsystem, das in einer bestimmten Höhe den Rettungsfallschirm automatisch aktiviert, sei von der Herstellerfirma untersucht worden.

Der schleswig-holsteinische FDP-Politiker und Freund Möllemanns, Wolfgang Kubicki, sowie Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher hatten Zweifel an der Selbstmord-These geäußert. Ein Augenzeuge hatte dagegen erklärt, Möllemann habe den Hauptschirm abgetrennt und dann nichts unternommen, um das Notfallsystem auszulösen. Es wurde zudem von anderen Fallschirmspringern vermutet, dass die Automatik nicht eingeschaltet oder wieder ausgeschaltet worden sei.



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