Möllemann Angeblich millionenschwere Transfers auf Luxemburger Konten

Auf den Konten von Jürgen Möllemann in Luxemburg hat es angeblich wesentlich höhere Geldbewegungen gegeben als bisher bekannt. Möglicherweise flossen Schmiergelder für den Verkauf von "Fuchs"-Panzern.


Münster - Zwischen 1997 und 2000 seien mehrere Millionen über die Konten geflossen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Düsseldorf. Er war Grundlage für die Razzia in Büro- und Wohnräumen Möllemanns am Donnerstag - unmittelbar vor dessen Tod.

Möllemann habe zwischen November 1997 und Januar 2000 rund 4,5 Millionen Euro von seinen Luxemburger Konten als Darlehensrückzahlung an die Liechtensteiner Firma Curl AG überwiesen heißt es in dem Bericht. Die Curl AG soll Rolf Wegener, einem ehemaligen Geschäftsfreund Möllemanns, gehören. Im gleichen Zeitraum seien 1,9 Millionen Euro an Möllemanns Düsseldorfer Unternehmen Webtec zurückgeflossen.

Die Ermittler gehen laut "Bild"-Zeitung dem Verdacht nach, dass Schmiergeld in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro aus dem Verkauf von 36 Fuchs-Spürpanzern an Saudi-Arabien aus dem Jahr 1991 über die Curl AG an Möllemann geflossen sein könnte. Möllemann hatte sich als damaliger Bundeswirtschaftsminister für das Panzergeschäfts stark gemacht.

Bei den angeblichen verdeckten Parteispenden zur Finanzierung des umstrittenen Wahlkampf-Flugblattes Möllemanns mit kritischen Äußerungen zur Regierungspolitik Israels seien die Ermittler einen Schritt voran gekommen. Danach stehe nun fest, dass die Einzahlungen von rund einer Million Euro auf ein Wahlkampf-Sonderkonto Möllemanns von vier Einzahlern vorgenommen worden waren, berichtet "Bild" weiter. Die Summe war am 13. September 2002, gut eine Woche vor der Bundestagswahl, von dem Luxemburger Konto Möllemanns in bar abgehoben worden.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf lehnte am Freitagabend jeden Kommentar zu den Angaben ab.



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