Möllemann Schwarzgeldkonten und Briefkastenfirmen

Der im Vorjahr bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommene FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann hat nach Medien-Informationen vorwiegend Geschäfte mit Briefkastenfirmen in Liechtenstein oder Monaco gemacht.


München - Laut Informationen der "Süddeutsche Zeitung" geht dies aus einem internen Vermerk hervor, den eine "Einsatzkommission Spende" des Düsseldorfer Landeskriminalamts erstellt habe.

Danach erzielte Möllemann mit seiner Düsseldorfer Beratungsfirma Web/Tec zwischen 1993 und 2002 einen Gesamtumsatz von 12,5 Millionen Mark. Ein Teil des Geldes soll illegal der FDP als Parteispende zugeflossen sein.

Fast sechzig Prozent seiner Kunden hätten Adressen in Liechtenstein oder Monaco, hieß es. Dazu gehöre auch eine Vaduzer Briefkastenfirma Pointline AG, deren geschäftlicher Hintergrund den Ermittlern noch unklar sei.

Die anderen Firmen und Personen waren bekannt. Bei den Liechtenstein-Aufträgen wurden keine Vertragstexte gefunden. Die Rechnungen, die sich auf angebliche Projekte in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jemen, Syrien und Ägypten bezogen, wurden auf Grund mündlicher Vereinbarungen gestellt.

Die Ermittler hätten bislang keinen Hinweis gefunden, dass Möllemann - wie spekuliert wurde - in Waffengeschäfte verstrickt war.

Möllemanns zweiter Hauptkunde war dem Bericht zufolge der ehemalige Medienunternehmer Leo Kirch, dessen Firmen 4,88 Millionen Mark an Möllemann zahlten. Die Steuerschuld Möllemanns, der ein Schwarzgeldkonto in Luxemburg hatte, betrage etwa drei Millionen Euro.



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