Möllemann Vorwahlen im Internet


Berlin - Jürgen Möllemann hat Vorwahlen im Internet für hohe Ämter seiner Partei gefordert. Möglich seien etwa "eine Art Primary übers Internet" oder Umfragen in Zusammenarbeit mit den Medien, sagte der nordrhein-westfälische FDP-Chef. Man müsse die Menschen fragen, wen sie für den geeigneten Kandidaten für die Spitzenposition der Partei hielten. Dies gelte für den Parteivorsitz wie auch für einen möglichen Kanzlerkandidaten der FDP. Möllemann stellte klar, dass er sich nicht für das Spitzenamt der Liberalen bewerben werde.

Der FDP-Kandidat für das höchste Regierungsamt solle spätestens auf dem FDP-Parteitag im Mai 2002 in Düsseldorf gekürt werden, sagte Möllemann. Bereits in diesem Herbst sollten sich Partei und Parteiführung aber schon mal Gedanken machen, wer für welches Amt in Frage komme. "Man bricht sich doch keinen Zacken aus der Krone als Vorsitzender, wenn in einem Team ein anderer auch eine Aufgabe hat", sagte er an die Adresse von Parteichef Wolfgang Gerhardt.

Möllemann warb erneut für sein "Projekt 18", mit dem die FDP für die nächste Bundestagswahl auf ein anzustrebendes Stimmenergebnis von 18 Prozent eingeschworen werden soll. Die Veränderung in der Parteienlandschaft sei günstig für die Liberalen, zumal 50 Prozent der Wähler unentschlossen seien, behauptete Möllemann. "Wenn wir von vier auf neun Prozent kommen, schaffen wir es auch von neun auf 18", rechnete Möllemann unter Einbeziehung des Wahlergebnisses von Nordrhein-Westfalen vor. In Umfragen liegen die Liberalen bei rund acht Prozent.



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