Moody's und Co. Rösler will die Macht der Rating-Riesen brechen

Die drei großen Rating-Agenturen sollen Konkurrenten Platz machen: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will den Wettbewerb beleben, außerdem sollen die Agenturen transparenter arbeiten.

Philipp Rösler: Keine Agentur darf externe Ratings kritiklos übernehmen
dapd

Philipp Rösler: Keine Agentur darf externe Ratings kritiklos übernehmen


Berlin - Die EU-Politiker wettern seit Wochen gegen die Rating-Agenturen, nun äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP): Er fordert mehr Wettbewerb auf dem Markt der Rating-Agenturen. Die drei Rating-Riesen Moody's, Standard & Poor's und Fitch haben nach Ansicht des Ministers zu viel Einfluss; kleinere Konkurrenzunternehmen müssten leichter in den Markt gelangen können, sagte Rösler dem "Handelsblatt". Außerdem dürfe keine Agentur externe Ratings kritiklos übernehmen - hier müsse eine eigene und transparente Risikoeinschätzung vorgenommen werden.

Die drei großen Agenturen hatten in den vergangenen Wochen die Kreditwürdigkeit von EU-Ländern wie und Portugal immer weiter herabgestuft. Dadurch wird es für diese Länder schwerer, sich Geld an den Finanzmärkten zu leihen. Mit ihrer Haltung zogen die Agenturen den Unmut der EU-Politiker auf sich, die die maroden Finanzen der Länder mit Krediten in Milliardenhöhe stützen. In der vergangenen Woche hatte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier vorgeschlagen, die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Staaten zu verbieten. EU-Jusitzkommissarin Viviane Reding hatte ebenfalls mehr Transparenz und Wettbewerb gefordert - und sich dafür ausgesprochen, die Agenturen möglicherweise sogar zu zerschlagen.

Schon im Mai hatten die Rating-Agenturen angekündigt, auch die Kreditwürdigkeit Italiens zu überprüfen, das nun nach Griechenland, Irland und Portugal ebenfalls zum Ziel internationaler Spekulanten geworden ist. Als Grund für ihre Skepsis führten die Analysten das schwache Wirtschaftswachstum, die niedrige Produktivität und den starren Arbeitsmarkt an. Rösler widersprach diesen Befürchtungen: Anders als Griechenland habe Italien "eine große und weitgehend wettbewerbsfähige Volkswirtschaft". Zudem habe die italienische Regierung ein "ehrgeiziges Sparprogramm" vorgelegt, sagte Rösler der Zeitung "Die Welt".

usp/AFP/dpa

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Celestine Trueheart 12.07.2011
1. .
Zitat von sysopDie drei großen Rating-Agenturen sollen Konkurrenten Platz machen: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will den Wettbewerb beleben, außerdem sollen die Agenturen transparenter arbeiten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773796,00.html
Wieder einmal nichts als heiße Luft. Die Ratingagenturen sind Dienstleiter, die für die internationalen Finanzinstitute das Monitoring des Länder-Ratings übernehmen. Weil die EU-Länder z.B. kraft des EU-Vertrages Kunden jener Finanzinstitute sind, sind sie dem Rating unterstellt, wie andere Kunden auch. Rösler sollte lieber den EU-Vertrag in Augenschein nehmen, durch welchen den EU-Ländern vorgeschrieben wird, sich auf den freien privaten Finanzmärkten finanzieren zu müssen. Wie der private Finanzsektor nun aber seine Geschäfte betreibt - wie will er darauf Einfluss nehmen? Zumal als Liberaler? Das kann doch nicht ernst gemeint sein. Mich ärgern solche populistischen Null-Nummern, durch welche die Bevölkerung wieder einmal nur abgelenkt werden sollte - Resultate von vornherein klar: nichts. Und selbst wenn es eine europäische Ratingagentur gäbe? So what? Auch die würde den Banken zuarbeiten. Eine andere Aufgabe hat eine Ratingagentur nämlich nicht. Wenn überhaupt eine Änderung, dann müsste eine staatliche EU-Institution das Rating übernehmen, aber dann kann man das ganze Finanzsystem der EU gleich verstaatlichen oder zumindest stark regulieren. Aber ich weiß: Das wäre ja reinster Sozialismus, während die staatlichen Rettungspakete den freien Marktgesetzen gehorchen. [Ironie]
notty 12.07.2011
2. Lieber Dr. Roesler....
Zitat von sysopDie drei großen Rating-Agenturen sollen Konkurrenten Platz machen: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will den Wettbewerb beleben, außerdem sollen die Agenturen transparenter arbeiten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773796,00.html
Ach lieber Dr. Roesler, ich finde Ihre "Anstrengungen" einfach liebenswert, um nicht zu sagen putzig...andere wuerden sagen naiv.... Wenn schon die Amerikaner ihre Banken und Rating Houses nicht unter Kontrolle bekommen, was moechte dann ein Doktor der Medizin, in einem kleinen Deutschland, ueber das im Augenblick eh gelaechelt wird, bewirken??? Wetten dass NICHTS??
mws, 12.07.2011
3. blabla
"Rösler will die Macht der Rating-Riesen brechen" Floskeln, Floskeln, Floskeln...und an die Wahlen denken...
otto huebner 12.07.2011
4. ach wirtschaftsminister ist der jetzt, .......
Zitat von sysopDie drei großen Rating-Agenturen sollen Konkurrenten Platz machen: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will den Wettbewerb beleben, außerdem sollen die Agenturen transparenter arbeiten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773796,00.html
ein netter mensch. aber keine ahnung von garnix.
ex_t_kunde 12.07.2011
5. Marktversagen
FDP Wirtschaftsminister Roesler will hier in den freien Markt eingreifen? Erstaunlich! Ist das etwa das Eingestaendnis, dass der freie Markt hier versagt hat?
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