Mordanschlag Hunderte Potsdamer solidarisieren sich mit Opfer rassistischen Überfalls

In einem spontanen Akt haben sich am Abend hunderte Potsdamer versammelt, um ihre Solidarität mit dem Opfer eines rassistischen Anschlags in der Stadt zu gedenken. Der 37-jährige, der am Sonntag angegriffen worden war, wurde derweil in ein künstliches Koma versetzt.


Potsdam - Die Demonstration unter dem Motto "Potsdam bekennt Farbe gegen Rechts" hatte ein Bürger der Stadt angemeldet. Rund 400 Potsdamer nutzen dieses Gelegenheit, nach dem rassistischen Angriff auf einen gebürtigen Schwarzafrikaner ihre Solidarität mit dem Opfer zum Ausdruck zu bringen.

Die Grünen-Landesvorsitzende Katrin Vohland verurteilte bei der Kundgebung den Übergriff scharf. Von den Neonazis gehe eine ständige Bedrohung aus. Es sei deren Strategie, Angst zu verbreiten, betonte sie. Dagegen müssten alle Demokraten ein Zeichen setzen. Die Protestaktion wurde auch von der Linkspartei unterstützt.

Der 37-jährige gebürtige Äthiopier mit deutschem Pass war am Ostersonntag gegen 4.00 Uhr von zwei unbekannten Tätern angegriffen und beraubt worden. Das Opfer erlitt durch stumpfe Gewalteinwirkung ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und wurde in ein künstliches Koma versetzt.

Nach Angaben von Polizeipräsident Bruno Küpper schwebte der Mann am Montag noch in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes aus niederen Beweggründen sowie wegen schweren Raubes. Sie geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund für die Tat aus.

yas / ddp



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