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Moshammer-Mord: Politiker fordern häufigere Anwendung von DNS-Analysen

Der Mord am Münchner Modemacher Moshammer ist aufgeklärt. Nun wird der Ruf nach einer Ausdehnung der DNS-Erhebung lauter, mittels der der mutmaßliche Täter überführt wurde. Die Grünen und die FDP lehnen die mit Hinweis auf die Bürgerrechte ab.

DNS-Test: Ermittlungsinstrument im 21. Jahrhundert
DPA

DNS-Test: Ermittlungsinstrument im 21. Jahrhundert

München - Nach derzeit geltendem Recht kann eine DNS-Probe nur bei schweren Straftaten und Sexualdelikten angeordnet werden. Nach der Aufklärung des Mordes an Rudolph Moshammer fordern Politiker von Union und SPD eine Ausweitung der DNS-Analyse. Unterstützt wird diese Forderung vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und von der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Der mutmaßliche Mörder Moshammers, ein 25-jähriger Iraker, war auf Grund von DNS-Spuren überführt worden. Sein genetischer Fingerabdruck war bereits in der Datei des Bundeskriminalamts (BKA) gespeichert, weil er zuvor im Zuge von Ermittlungen freiwillig eine Speichelprobe abgegeben hatte.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte, die DNS-Analyse müsse das entscheidende Ermittlungsinstrument im 21. Jahrhundert werden. "DNA-Analysen führen dazu, dass Täter nicht mehr ungestraft davon kommen", sagte Stoiber. Ähnlich äußerte sich der Unionsfraktionsvize im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU). In allen Fällen, in denen die Polizei heute von einem Verdächtigen die Fingerabdrücke nimmt, ihn fotografiert und Angaben über seine Körpermerkmale archiviert, sollte sie auch eine DNS-Probe nehmen dürfen, sagte er dem Kölner "Express". Dafür sprach sich auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, aus.

BDK und GdP betonten, der genetische Fingerabdruck gehöre mittlerweile zu einem der wichtigsten Beweismittel und habe den klassischen Fingerabdruck abgelöst. GdP-Chef Konrad Freiberg sagte der "Netzeitung": "Der Eingriff durch Gentests in die Bürgerrechte ist nicht größer als beim klassischen Fingerabdruck oder dem erkennungsdienstlichen Foto."

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, lehnt eine Ausdehnung der Tests ab, da anhand der DNS auch andere Merkmale wie Krankheiten ablesbar seien. Daher müsse die Hürde zur Erhebung und Speicherung von DNS-Spuren weiterhin hoch sein, sagte er der "Berliner Zeitung".

Auch der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Max Stadler, wandte sich in dem Blatt dagegen, die DNS-Analyse anderen erkennungsdienstlichen Verfahren gleichzustellen. Allerdings müssten die rechtlichen Voraussetzungen für verpflichtende Massengentests geschaffen werden. Diese sollten von einem Richter angeordnet werden können; die DNS-Analysen Unschuldiger müssten im Anschluss vernichtet werden.

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