Jugendlicher aus München 13-Jähriger wollte zum IS nach Syrien

Seit einer Woche wird ein Jugendlicher aus München vermisst. Laut einem Zeitungsbericht wurde er nun an der syrischen Grenze aufgegriffen. Er wollte sich offenbar dem IS anschließen.

Koran-Verteilaktion "Lies": Salafisten verteilen Koran-Exemplare in Fußgängerzonen
DPA

Koran-Verteilaktion "Lies": Salafisten verteilen Koran-Exemplare in Fußgängerzonen


Ein Jugendlicher aus München wollte sich offenbar dem "Islamischen Staat" (IS) in Syrien anschließen. Laut einem Bericht des Internetblogs "Erasmus Monitor" wurde er von der türkischen Polizei nahe der syrischen Grenze aufgehalten. Behördenkreise bestätigten der "Süddeutschen Zeitung" die Meldung.

Der inzwischen 14-Jährige ist den Sicherheitsbehörden schon länger bekannt. Er hatte sich an der Koran-Verteilaktion "Lies" beteiligt, die Salafisten 2011 gestartet hatten. Auch die besorgte Mutter hatte sich den Angaben zufolge in der Vergangenheit hilfesuchend an die Behörden gewandt.

Seit gut einer Woche wurde der Junge in Bayern vermisst. Laut dem Salafisten-Watchblog "Erasmus Monitor" wollte er mit einer Verwandten nach Syrien fahren, die dort einen IS-Kämpfer heiraten wollte. Die türkische Grenzpolizei stoppte demnach zwar die Frau schon bei der Einreise, ließ den Jungen jedoch weiterreisen.

In der Millionenstadt Gaziantep nahe der syrischen Grenze wusste er nicht mehr weiter und versuchte, über das Internet die Schleusung nach Syrien zu organisieren. Die Kontaktversuche wurden aber offensichtlich von einem bei "Erasmus Monitor" aktiven Blogger bemerkt, der die deutschen Behörden informierte. Derzeit befindet sich der Junge noch in einem Jugendheim in der Türkei.

kry/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
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scottbreed 29.07.2015
1. hä
auf Welt. de ist er angeblich 14 Jahre alt.. mal sehen was andere so schreiben.... Da ist der wahrscheinlich 60 oder so...
hasimen 29.07.2015
2. Welche Gegensätze !
Hier der 14 - jährige Salafist, der wie so oft seinem Umfeld entglitten ist, dort der 14 - jährige Musterschüler als jüngster Student eingeschrieben. Was will uns das sagen ??? Extreme in beide Richtungen weil "normal" ja nicht mehr normal ist.
Masterchalk 29.07.2015
3. Na, die haben ja wohl langsam
alle ein Rad wenn nicht ab, dann zumindest lose. Ein 13-jähriger ist kein Jugendlicher, sondern maximal ein Kind. Die begleitende Frau wollte einen IS-Kämpfer heiraten und wurde an der Grenze gestoppt, während man den Bengel wohl einfach weiterreisen lies? Diese Welt verdient langsam das von vielen Seiten in Aussicht gestellte Armageddon. Langsam bekommt ein normal denkender Mensch ein Schleudertrauma vor lauter Kopfschütteln. Eines ist aber leider mittlerweile gewiss: Wir steuern auf einen richtig gemeinen Krieg zu, denn nur so lassen sich die unangenehmen Probleme relativ simpel lösen. Homo Sapiens sapiens ? Schon die Einstufung ( der SEHR denkende Mensch ) war wohl ein wenig voreilig. So dumm waren nicht mal die Neandertaler.
joshuaschneebaum 29.07.2015
4. Wir brauchen vergleichenden Religionsunterricht
Der vergleichende Religionsunterricht muss Pflichtfach in allen Schulen werden. Klar gestellt werden müssen die 1.) Entstehungsprozesse der Schriften - "wer" hat sie "wann" und in welchem historischen Kontext geschrieben 2.) deren Kerninhalte 3.) die Gegenüberstellung von Glaube und Wissen 4.) der Umgang mit "Nichtgläubigen" Herrje, das muss doch zu leisten sein! Es wird Zeit!
pauschaltourist 29.07.2015
5.
Warum man diese "westlichen" Dschihad-Touristen an der Ausreise bzw. Einreise nach Nahost hindert muss mir mal jemand erklären. Ideologisch und vermutlich auch moralisch sind diese Personen in diesem Stadium derart jenseits von gut und böse strukturiert, dass ich mir als verantwortlicher Sicherheitspolitiker genau darüber im Klaren wäre, wo sie für unsere Gesellschaft eine größere Gefahr darstellen...
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