Unterbringung in Deutschland Oberbayern rechnet mit bis zu 10.000 weiteren Flüchtlingen

Drei Sonderzüge aus Österreich sollen München am Vormittag erreichen - mit 2100 Menschen an Bord. Regierungspräsident Hillenbrand bittet um Unterstützung: "Wir sind hier sehr am Anschlag."

Ankunft mit dem Zug in München: Flüchtlinge aus Syrien kommen über Ungarn nach Deutschland
DPA

Ankunft mit dem Zug in München: Flüchtlinge aus Syrien kommen über Ungarn nach Deutschland


Am Wochenende haben fast 20.000 Flüchtlinge den Münchner Hauptbahnhof erreicht. Für diesen Montag rechnet die Regierung von Oberbayern mit bis zu 10.000 weiteren Hilfesuchenden. Allein am Vormittag und Mittag würden drei Sonderzüge aus Österreich mit 2100 Menschen erwartet, sagte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. Die Behörden rechnen mit rund 400 weiteren Flüchtlingen, die mit dem regulären Zug aus Budapest kommen.

Er hoffe, dass einige Züge an München vorbei direkt in andere Bundesländer geleitet werden, sagte Hillenbrand. "Wir sind hier sehr am Anschlag." Etwa zwei Drittel der in den vergangenen Tagen angekommenen Flüchtlinge seien bisher in Bayern untergebracht, sagte er.

Allein am Sonntag hätten 13.000 Menschen den Bahnhof der Landeshauptstadt erreicht, sagte Simone Hilgers, Sprecherin der Bezirksregierung von Oberbayern. Zusammen mit den 6900 am Samstag seien fast 20.000 Menschen binnen 48 Stunden dort angekommen.

Nach Angaben der österreichischen Polizei haben in der Nacht auf Montag nur wenige Hundert Flüchtlinge die Grenze aus Ungarn überquert. Es werde dort auch weiterhin keine Grenzkontrollen geben, sagt ein Sprecher der Polizei Burgenland.

Kanzlerin Angela Merkel und ihr österreichischer Kollege Werner Faymann hatten am Freitag in Absprache mit der ungarischen Regierung eine Ausnahmeregelung vereinbart. Demnach durften die Flüchtlinge ohne bürokratische Hürden und Kontrollen aus Ungarn nach Österreich und Deutschland einreisen.

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán hatte daraufhin Österreich und Deutschland am Sonntagabend dazu aufgerufen, die Grenzen zu schließen. Beide Länder sollten "klar sagen", dass keine weiteren Flüchtlinge mehr aufgenommen werden. Ansonsten würden weiterhin "mehrere Millionen" Menschen nach Europa kommen. Er kritisierte, die Einreise in die EU ohne Papiere entspreche nicht den Regeln, trotzdem habe Österreich die Migranten ungehindert einreisen lassen. Ein Großteil von ihnen seien Wirtschaftsflüchtlinge.

In Ungarn steigt die Zahl der Flüchtlinge derweil wieder: Am späteren Sonntagabend seien Menschen zu Fuß aus Serbien gekommen, berichteten ungarische Medien. Sie würden nun im neuen Flüchtlingszeltlager Röszke registriert.

SPIEGEL ONLINE

vek/dpa/Reuters

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