Hoher Sieg bei Stichwahl SPD-Mann Reiter wird Münchner Oberbürgermeister

Der Vorsprung ist deutlich. SPD-Kandidat Dieter Reiter hat die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in München mit 56,7 Prozent der Stimmen für sich entschieden. CSU-Kontrahent Josef Schmid ist weit abgeschlagen.

DPA

München - Die Nachfolge von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) in München ist entschieden: Sein Parteifreund Dieter Reiter liegt 56,7 Prozent der Stimmen deutlich vor seinem CSU-Konkurrenten Josef Schmid. Ude durfte nach 20-jähriger Amtszeit aus Altersgründen nicht mehr antreten.

Der 55-jährige Reiter war zuletzt Wirtschaftsreferent in München. Der Diplomverwaltungswirt arbeitet bereits seit 33 Jahren im städtischen Dienst. Die SPD stellte in der Nachkriegszeit mit Ausnahme weniger Jahre fast durchgehend den Oberbürgermeister in der bayerischen Landeshauptstadt.

Schmid hatte es als erster Münchner CSU-Kandidat seit 30 Jahren wieder in eine Stichwahl geschafft. In der ersten Runde lag er mit 36,6 Prozent noch nahe an Reiter, der auf 40,5 Prozent der Stimmen gekommen war. Allerdings empfahlen die Grünen, deren Kandidatin in der ersten Runde 14,7 Prozent geholt hatte, in der zweiten Runde ihren Anhängern die Wahl des SPD-Mannes.

In ganz Bayern war am Sonntag über die Posten der Bürgermeister und Landräte mit verhaltener Beteiligung abgestimmt worden. In Städten wie München, Regensburg oder Erlangen gingen am Vormittag noch weniger Bürger in die Wahllokale als vor zwei Wochen. Auch bei der Briefwahl war das Interesse in vielen Städten und Gemeinden diesmal geringer.

Für die CSU verliefen die Stichwahlen enttäuschend, in vier von fünf Großstädten unterlag sie. Nach 18 Jahren wurde in Erlangen ihr Oberbürgermeister Siegfried Balleis abgewählt, der SPD-Kandidat Florian Janik gewann deutlich. Auch in Ansbach und Regensburg unterlag die CSU in den Stichwahlen, nur in Würzburg konnte ihr von einem Drei-Parteien-Bündnis unterstützter Kandidat gewinnen.

Erster CDU-OB in einer bayerischen Großstadt

In Würzburg hat die CSU das Rathaus zurückerobert - allerdings mit einem Kandidaten aus den Reihen der Schwesterpartei CDU. Der bisherige Stadtkämmerer Christian Schuchardt wurde mit 55,7 Prozent der Stimmen gewählt. Er ist damit der erste CDU-Oberbürgermeister einer bayerischen Großstadt. Der gebürtige Hesse war für die Kandidatur nicht eigens zur CSU gewechselt.

Bei den Kommunalwahlen am 16. März hatte bayernweit nur gut jeder Zweite abgestimmt - mit 55 Prozent war die Beteiligung so niedrig wie noch nie. Neu gewählt wurden in den gut 2000 bayerischen Kommunen Gemeinderäte und Kreistage, zudem 19 der 25 Oberbürgermeister in den kreisfreien Städten und 58 der 71 Landräte. Insgesamt vergaben die mehr als neun Millionen Wahlberechtigten fast 40.000 Mandate.

vks/dpa



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insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
ade 30.03.2014
1. Pech
gehabt CSU die trickserei mit dem Alter hat nicht geklappt
trader_07 30.03.2014
2. Die einzige, herausragende Leistung...
Zitat von sysopDPADer Vorsprung ist uneinholbar. SPD-Kandidat Dieter Reiter hat die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in München mit knapp 60 Prozent der Stimmen für sich entschieden. CSU-Kontrahent Josef Schmid ist weit abgeschlagen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/muenchen-reiter-liegt-bei-ob-wahl-deutlich-vorne-a-961577.html
Die einzige, herausragende Leistung des Herrn Ude, die wohl den Münchenern in Erinnerung bleiben wird, ist es, jedes Jahr das erste Fass fehlerfrei angezapft zu haben. Mal schauen, ob Herr Reiter mehr kann. Ich habe da meine Zweifel...
sepplregensburg 30.03.2014
3. ....na also geht doch ...
SPD-Kandidat in Regensburg 70%, CSU 30% und München, Erlangen auch klar für die SPD. Was König Horst wohl dazu sagen wird?
haarer.15 30.03.2014
4. München bleibt rot
War auch zu erwarten. Seppi Schmidt weit abgeschlagen, weit eigentlich ? Bisher hatte München nur einmal einen CSU-Oberbürgermeister, lange her. Aber wurde damals schon als Betriebsunfall eingestuft.
Binideppert? 30.03.2014
5. Ohje!
Schon wieder ein Sozi! Einen Trost gibt es: Reiter ist FC-Bayern-Fan!
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