Geplante Facebook-Party: Seehofer rüstet sich für Ansturm seiner Fans

Stell dir vor, Horst Seehofer gibt eine Party - und jeder will hin: Bayerns Ministerpräsident hat via Facebook zur Fete in eine Münchner Nobeldisco geladen. Niemand weiß, wie viele Gäste kommen. Partei und Polizei sorgen sicherheitshalber vor.

Facebook-Profil von Horst Seehofer: Lädt zur Sause mit Freigetränk Zur Großansicht
dapd

Facebook-Profil von Horst Seehofer: Lädt zur Sause mit Freigetränk

München - Als erster Spitzenpolitiker hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zu einer Facebook-Party eingeladen, am Dienstagabend soll die Sause in der Münchner Nobeldisco P1 steigen. Doch je näher der Termin rückt, desto ungewisser ist, ob die Aktion wirklich eine gute Idee war.

Denn keiner in der CSU und bei der Münchner Polizei weiß, wie der Abend im und vor dem edlen Tanzschuppen ablaufen wird. Kommen wirklich nur die gut 2500 Seehofer-Facebook-Fans, die auf der Gästeliste stehen - oder kommen viel, viel mehr? Muss am Ende die Polizei einschreiten?

"Ich bin selber gespannt, was für Leute kommen", sagte Seehofer am Montag. Und Generalsekretär Alexander Dobrindt betonte: "Die CSU ist in der Lage, Großveranstaltungen in einer guten Art und Weise abzuwickeln." Die CSU gehe nicht unvorbereitet "in eine große Menschenansammlung".

Innenminister Joachim Herrmann beschwichtigte, die Polizei sei vorbereitet. "Mit einer Geburtstagsparty, zu der jemand nach Hause einlädt, ist das nicht vergleichbar." Vorsichtshalber sorgte die CSU für zusätzlichen Platz und stellt nun eine weitere Fläche auf dem Gelände der P1 zur Verfügung.

"Bestellen Sie reichlich Bier"

Man sei sehr entspannt, was die Sicherheitslage der Seehofer-Party angehe, hieß es im Münchner Polizeipräsidium. Sollten mehr Gäste kommen, als in das Lokal passen, könnten diese ja auf die Terrasse des P1 ausweichen. Und, da die Location direkt am Englischen Garten liegt, könne sich das Party-Volk auch dorthin zerstreuen.

Zu einer Blockade der Prinzregentenstraße vor dem Haus der Kunst werde es jedenfalls nicht kommen, schätzte man im Präsidium. Die Hemmschwelle sei wohl zu hoch. Denn jeder wisse, dass bei Terminen des Ministerpräsidenten ohnehin immer Polizei und Security anwesend sei. Das werde viele davon abhalten, ungeladen zu erscheinen. Doch für den Fall der Fälle ist anscheinend vorgesorgt: Man könne auch kurzfristig Kräfte mobilisieren, sagte ein Polizeisprecher.

Angemeldet haben sich 2561 der mehr als 9000 Facebook-Nutzer, die inzwischen den Seehofer-"Gefällt mir"-Button geklickt haben. Dann musste die CSU die Gästeliste schließen - sehr zur Verärgerung der Zu-spät-Gekommenen. Gleich mehrere haben angekündigt, trotzdem anzureisen und noch einen Haufen Freunde und Bekannte mitzubringen. "Macht nichts Herr Seehofer... Das Wetter ist schön, man kann auch vor dem P1 Party feiern... Also bestellen Sie schon mal reichlich Bier...", hieß es etwa in einem Kommentar von Nutzer "Lutz Gmn".

Andere Facebook-Nutzer sprechen von drohenden Tumulten oder Randale - und erinnern damit an die eine oder andere aus dem Ruder gelaufene Facebook-Party unbedachter Teenager. Eine Hamburger Jugendliche beispielsweise hatte 2011 eine Geburtstagsparty via Facebook versehentlich nicht nur ihren Freunden angekündigt, sondern aller Öffentlichkeit. Daraufhin kamen 1600 ungebetene Gäste. Hundert Polizisten waren dort am Ende im Einsatz, um der Lage Herr zu werden.

amz/cn/dpa/dapd

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