Müntefering-Beschimpfung SPD attackiert "Luzifer" Lafontaine

Nach den Angriffen Oskar Lafontaines auf Vizekanzler Franz Müntefering ("Großmaul") kontern führende SPD-Politiker: Der Linksfraktionschef sei schlimm wie "Luzifer", seine Provokationen bloße Verzweiflungstaten.


Berlin - "Oskar Lafontaine kann wie der gefallene Engel Luzifer nur noch zerstörerisch wirken", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ludwig Stiegler SPIEGEL ONLINE. Über seinem Tun liege der "Fluch der Spaltung der Arbeiterbewegung, die in der deutschen und europäischen Geschichte nur Unheil angerichtet hat."

Oskar Lafontaine: "Der Mann hat kein politisches Problem, sondern ein psychologisches"
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Oskar Lafontaine: "Der Mann hat kein politisches Problem, sondern ein psychologisches"

"Lafontaine kann einem leid tun", sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, zu SPIEGEL ONLINE. Der Ex-SPD-Chef habe kein politisches Problem mit seiner früheren Partei, sondern ein psychologisches. "Der hasst die SPD mehr als CDU und FDP zusammen."

Linksfraktionschef Lafontaine hatte im Deutschlandfunk der SPD vorgeworfen, sie hätte ihre Prinzipien aufgegeben und müsste mittlerweile "Sozialabbau-Partei Deutschlands" genannt werden. Besonders scharf hatte er Vizekanzler Franz Müntefering angegriffen: Er sei ein "Großmaul" und habe "intellektuelle Defizite".

Stiegler sagte, Lafontaine habe die Alleinherrschaft über die SPD gewollt: "Als sie nicht erreichbar war, ist er abgehauen." Jetzt versuche er, durch die Übernahme der Linkspartei "den SED-Erben junge westliche Triebe zuzuführen, und glaubt, damit eines Tages die SPD erobern zu können". Das werde ihm aber nicht gelingen.

Für Kahrs sind Lafontaines Angriffe auf die SPD "Verzweiflungstaten". Die Menschen spürten den Aufschwung und würden sich von seiner Rhetorik abwenden.

Umweltminister Sigmar Gabriel forderte seine Partei zu einem härteren Umgang mit der Linkspartei auf. "Die SPD muss kämpfen um die Deutungshoheit über das, was wir links nennen", sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Man solle mutig die Auseinandersetzung mit Lafontaine suchen, forderte er: "Hab' bloß keine Angst, SPD: Lafontaine ist der Scheinriese der deutschen Politik, wie der Tur-Tur aus der Augsburger Puppenkiste. Je näher man ihm kommt, desto kleiner wird er."

Der Umweltminister bezeichnete den Linksfraktions-Chef wegen dessen Kritik am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan als "Helfershelfer der Taliban".

cvo/ddp/dpa



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