Aktionstag in Moscheen Muslime in Deutschland grenzen sich von IS-Terrormiliz ab

"Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht" - so wollen sich die deutschen Islam-Verbände von den Dschihadisten des "Islamischen Staats" distanzieren. Gleichzeitig fordern sie mehr Solidarität, wenn Moscheen angegriffen werden.

Vertreter der Muslime in Deutschland: "Wir wollen klarmachen, dass die Terroristen und Verbrecher nicht im Namen des Islam sprechen"
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Vertreter der Muslime in Deutschland: "Wir wollen klarmachen, dass die Terroristen und Verbrecher nicht im Namen des Islam sprechen"


Berlin - Mit einem Aktionstag in Moscheen wollen Muslime in Deutschland sich am Freitag klar von der Terrormiliz " Islamischer Staat" (IS) abgrenzen. "Wir wollen klarmachen, dass die Terroristen und Verbrecher nicht im Namen des Islam sprechen, dass sie die Gebote des Islams mit Füßen treten und dass Mörder und Verbrecher in unseren Reihen, in unserer Religion keinen Platz haben", sagte der Chef des Zentralrats der Muslime (ZDM), Aiman Mazyek. Muslime würden nicht schweigen wollen, wenn der Islam wie in Syrien von Verbrechern gekidnappt werde.

"Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht" soll das Thema des Aktionstags sein, an dem mehr als 2000 deutsche Moscheen mit Ansprachen, Mahnwachen und Friedensgebeten teilnehmen wollen. Das kündigte der Sprecher des Kooperationsrats der Muslime (KRM), Ali Kizilkaya, an. Alle Bürger seien aufgerufen, ihre Stimme gegen Rassismus zu erheben und für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen.

Grund dafür seien nicht zuletzt fünf Anschläge und Übergriffe gegen Moscheen in den vergangenen Wochen, sagte Kizilkaya. Die muslimische Gemeinde sei deswegen sehr beunruhigt und hätte sich mehr Anteilnahme in der Bevölkerung gewünscht, räumte der Islamrat-Vorsitzende ein.

Einen Zusammenhang zwischen den Gemeinden in Deutschland und den radikalen Dschihadisten aus Deutschland, die zum Kämpfen nach Syrien oder in den Irak gingen, weist Zekeriye Altug von der Türkisch-Islamischen Union zurück: Diese jungen Menschen kämen meist nicht in die Gemeinden und seien somit auch nicht ansprechbar. Oft handele es sich um Personen, die den Islam gar nicht richtig kennen, so Altug. Dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière den IS in Deutschland verboten hatte, begrüßten die Verbände. "Das hätte schon früher kommen sollen", sagte Mazyek.

vek/Reuters/dpa

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